Ökodorf – Weltflucht oder Zukunftslabor?

28. - 30. April 2017

Inhalt

„MAN MUSS DAS UNMÖGLICHE  SO LANGE ANSCHAUEN, BIS ES MÖGLICH WIRD. DAS WUNDER  IST EINE FRAGE DES TRAININGS.“ 
Carl Einstein
 
Wir befinden uns im Jahre 2017 nach Christus. Ganz Europa ist geprägt von erodierender Demokratie, fortschreitender Umweltzerstörung und zunehmender Ungleichheit ... Ganz Europa? Nein! Einige von unbeugsamen Utopisten bevölkerte Dörfer hören nicht auf, Widerstand zu leisten.

Findhorn, Sieben Linden, ZEGG oder Schlossgemeinschaft Tempelhof: Die Namen dieser Orte gelebter Utopie sind Kennern der Szene wohl bekannt, sind Chiffren für die Sehnsucht nach einem Leben in Gemeinschaft und in Einklang mit der Natur. Einige dieser Dörfer existieren seit Jahrzehnten, gleichzeitig gründen sich jedes Jahr viele vergleichbare Gemeinschaften im Deutschland neu. Jede davon hat ihre Besonderheit:  Ökologisches Bauen, Permakultur, Entscheiden im Konsens, Gemeinschaftsbildung oder Spiritualität. Alle stehen sie vor Herausforderungen wie der Abgrenzung von Privatem in Gemeinschaft, Freiheit versus Verantwortung, Verteilung von Arbeit und Einkommen oder dem Umgang mit Konflikten und unterschiedlichen Werteinstellungen.

Das Ringen um Lösungen ist dabei oft langwierig und aufreibend. Und dennoch lohnend – nämlich dort, wo derlei „intentionale Gemeinschaften“ eine konkrete Alternative schaffen zum kapitalistischen System und zu seiner Wachstumslogik. Während „draußen“ die Globalisierung voranschreitet und in ihrer heutigen Form mit Klimawandel, Ungleichheit, Lobbyismus und Krieg einhergeht, scheinen die Ökodörfer einen kleinen, schützenden Raum zu bieten, um neue Lebensformen zu erproben.

Wie aber „funktioniert“ das Leben in einem Ökodorf? Welche ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Innovationen werden dort entwickelt? Welche dieser Innovationen und Erfahrungen können für die gesamte Gesellschaft wegweisend sein? Ist das Leben im Ökodorf eine Form von Weltflucht oder sind die neuen Gemeinschaften Zukunftslabore für die anstehende „Große Transformation“ unserer Gesellschaft?

Wir laden Sie herzlich ein, all diese Fragen mit Ökodorf-BewohnerInnen und WissenschaftlerInnen auf unserer Tagung zu diskutieren. Und nicht nur das: In Workshops kann selbst erprobt werden, welche Methoden im jeweils eigenen Kontext fruchtbar gemacht werden können – im urbanen Raum, beim Zusammenleben in Familien und Wohngemeinschaften, in Unternehmen, in der politischen Arbeit und für sich selbst.

Katharina Hirschbrunn, Studienleiterin, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Manuel Schneider, Geschäftsführer, Selbach-Umwelt-Stiftung
 
Mehr zum Thema finden Sie auf unserer Homepage unter der Rubrik "Aktuelles & Presse - Tutzinger Thesen":
http://www.ev-akademie-tutzing.de/tutzinger_thesen/oekodorf-weltflucht-oder-zukunftslabor/.

Tagungs-Programm

Freitag, 28. April 2017
Anreise ab 13.30 Uhr
15.30 UhrBegrüßung und Einführung
Katharina Hirschbrunn
Dr. Manuel Schneider
15.45 UhrVom neuen guten Leben – Ethnographische Annäherung an ein Ökodorf Dr. Marcus Andreas
16.30 UhrKaffeepause
17.00 UhrLeben im Ökodorf – AkteurInnen stellen sich vor
18.30 UhrAbendessen
20.00 UhrÖkodörfer als Orte sozialer Innovationen Dr. Iris Kunze
21.00 UhrInformelle Gespräche in den Salons
Samstag, 29. April 2017
07.45 UhrAchtsamkeitsübungen im Schlosspark
Katharina Hirschbrunn
Achtsamkeitsübungen im Schlosspark
09.00 UhrPodien der Ökodorf-EinwohnerInnen
Kompostklo, Strohballenbau und eine neue Kultur des Teilens (die ökologische Dimension)
- Sieben Linden:
Michael Würfel
- Schlossgemeinschaft Tempelhof:
Maya Lukoff
Entscheidungen fällen und Konflikte lösen (die soziale Dimension)- Lebensgemeinschaft Schloss Tonndorf:
Thomas Meier
- Gemeinschaft Schloss Blumenthal
Dr. Martina Heitkötter
10.30 UhrKaffeepause / Spaziergang im Grünen
11.00 UhrDas gute Leben finanzieren, Geld und Arbeit verteilen (die ökonomische Dimension)- Kommune Lossehof:
Steffen Andreae
- Sieben Linden:
Eva Stützel
Impulse des Gemeinschaftsberaters
Ernst Friedrich Lauppe
Was eint die Vielfalt? (Weltsicht und ideelle Dimension) - ZEGG:
Barbara Stützel
- Findhorn:
Richard Brockbank
12.30 UhrMittagessen
14.15 UhrZukunftslaboratorien / Workshops Runde I
1. Auf der Spur des Vertrauens – die Forum-Methode als soziales Werkzeug Barbara Stützel
2. Soziokratisches Wählen in der Praxis Dr. Martina Heitkötter
3. Woodworking as a spiritual practice Richard Brockbank
4. Bau und Funktionsweise einer Kompost-Toilette Jorge Dzib
5. Praktische Naturbeobachtung & Landschaftsdesign Maya Lukoff
6. Von ganz unten – Workshop mit lebendiger Erde Dr. Hildegard Kurt
15.45 UhrKaffeepause
16.15 UhrZukunftslaboratorien / Workshops Runde II
17.45 UhrPlenum zu den Zukunftslaboratorien Nachlese und Zusammenführung mit Katharina Hirschbrunn und Dr. Manuel Schneider
18.30 UhrAbendessen
20.00 UhrIt’s not the end of the worldChaotischer Brit-Folk mit Gurdan Thomas
21.00 UhrInformelle Gespräche in den Salons und im Schlosspark
Sonntag, 30. April 2017
07.45 UhrAndacht auf der Schlossterrasse
Katharina Hirschbrunn
Andacht auf der Seeterrasse
09.00 UhrÖkodörfer als Ideengeber für urbane Resilienz Dr. Oliver Parodi
Kleine Ökodörfer und die große Transformation Dr. Geseko von Lüpke
10.45 UhrPause
11.15 UhrFish Bowl - Debatte: „Leben im Ökodorf – Weltflucht oder Zukunftslabor?"mit Dr. Iris Kunze und weiteren Referierenden der Tagung
12.30 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen
BE THE CHANGE – Stipendien für Menschen unter 35 SchülerInnen, Azubis, Arbeitslosen und Studierenden (unter 30) bieten wir eine Ermäßigung von 50 %. Um eine komplett kostenfreie Teilnahme können sich Interessierte unter 35 mit geringem oder keinem Einkommen bewerben. Bitte schreiben Sie uns dafür einen 5-zeiligen Motivationtext bis zum 1. April 2017.
BE THE CHANGE – Stipendien für Menschen unter 35 SchülerInnen, Azubis, Arbeitslosen und Studierenden (unter 30) bieten wir eine Ermäßigung von 50 %. Um eine komplett kostenfreie Teilnahme können sich Interessierte unter 35 mit geringem oder keinem Einkommen bewerben. Bitte schreiben Sie uns dafür einen 5-zeiligen Motivationtext bis zum 1. April 2017.

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema finden Sie auf unserer Homepage unter der Rubrik "Aktuelles & Presse - Tutzinger Thesen":
http://www.ev-akademie-tutzing.de/tutzinger_thesen/oekodorf-weltflucht-oder-zukunftslabor/.

Referierende

Steffen Andreae, Autor, Fraktionsvorsitzender der Grünen Linken Liste Kaufungen, Mitbegründer der Villa Locomuna in Kassel, Kommunarde in der Kommune Niederkaufungen, Mitbegründer der Kommune Lossehof, Kaufungen
Dr. Marcus Andreas, Affiliate am Rachel Carson Center for Environment and Society, München, Mitbegründer Netzwerk Research in Community e.V., Projektmanager bei adelphi, Berlin
Richard Brockbank, Schreiner, 30 Jahre Gemeinschaftserfahrung in Findhorn (Großbritannien), Mitarbeiter im Klostergut Schlehdorf
Jorge Dzib, Architekt und Landschaftsdesigner für ökologische Projekte in Mexiko, Kolumbien und Deutschland,  Masterstudent der Weihenstephan Hochschule Triesdorf, Solidarische Landwirtschaft bei Freising
Dr. Martina Heitkötter, Mediatorin, Sozialwissenschaftlerin im Deutschen Jugendinstitut, Landwirtschafts- & Familiengruppe sowie Kunst- & Kulturverein Gemeinschaft Schloss Blumenthal
Martina Jacobson, Projektmanagerin bei einer Consultingfirma, Beraterin, Trainerin und Evaluatorin, Schlossgemeinschaft Tempelhof (angefragt)
Dr. Iris Kunze, Gemeinschaftsforscherin, Zentrum für Globalen Wandel & Nachhaltigkeit, Universität für Bodenkultur Wien, Ökodorf Sieben Linden
Dr. Hildegard Kurt, Kulturwissenschaftlerin, Mitbegründerin „und.Institut für Kunst, Kultur und Zukunftsfähigkeit e.V.“ in Berlin, 2016 erste „Dorfschreiberin“ der Gemeinschaft Tempelhof, Berlin
Ernst Friedrich Lauppe, Rechtsanwalt, Dipl. Volkswirt, Philosoph, unternehmerische und finanzielle Beratung verschiedener ökologischer Gruppen und Gemeinschaften, Gründung des Philosophischen Cafes Starnberg
Maja Lukoff, ökologische Landwirtin, Schlossgemeinschaft Tempelhof
Dr. Geseko von Lüpke, freier Journalist, Buchautor und zivilgesellschaftlicher Netzwerker, Referent zur Tiefenökologie und Ökopsychologie, Chronist gesellschaftlicher und Begleiter persönlicher Übergänge (Visionssuchen), Baiern bei Glonn
Thomas Meier, Architekt, Projektentwickler und Planer, Vorstand Global Ecovillage Network europe, „share the vision!“ Tour 2017 zur Vernetzung zivilgesellschaftlicher Bewegungen mit Forschung und Politik für ein nachhaltiges Europa, Mitbegründer der Lebensgemeinschaft Schloss Tonndorf eG im Weimarer Land
Dr. Oliver Parodi, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Projektleiter und -initiator „Quartier Zukunft“, Karlsruhe
Barbara Stützel, Dipl. Psychologin und Sängerin, Zentrum für Experimentelle Gesellschafts-Gestaltung ZEGG
Eva Stützel, Dipl. Psychologin, Projektberaterin und Coach, Sieben Linden
Gurdan Thomas, Brit-Folk Band(„liebenswürdig, chaotisch, ein bisschen verrückt, innovativ, überschäumend frei und extrem skurril“), München
Michael Würfel, Mitglied der Geschäftsführung und des Vorstandes der Siedlungsgenossenschaft Ökodorf, Autor („Öko Dorf Welt“), Verleger („eurotopia“) und Bauleiter für das neueste Haus Sieben Lindens


Klimaneutrale Tagung
Die Veranstalter streben eine möglichst „klimaneutrale“ Tagung an. Das bedeutet: Die CO2-Emissionen, die durch Anreise und Verpflegung der Referierenden und Tagungsgäste, durch Drucksachen, deren Versand sowie durch die Organisation der Tagung entstehen, werden durch entsprechende Investitionen in zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert. Die Mittel hierfür werden von der Selbach-Umwelt-Stiftung zur Verfügung gestellt.

Ort & Anreise

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.
Downloads

Bitte geben Sie für den Download der Tagungsunterlagen das Kennwort ein:

Kennwort