Hilfe, wir werden verbrannt!

Ein Container erinnert an den Brandanschlag auf das jüdische Gemeindehaus in der Reichenbachstraße am 13. Februar 1970 in München. Die Evangelische Akademie Tutzing ist Unterstützer dieser Aktion, die von Christian Springer initiiert wurde.

Wie kann man einem vergessenen Terrorakt begegnen? Fünfzig Jahre nach dem Ereignis; würdevoll für die Opfer und deren Angehörige; aufrüttelnd, informativ und relevant für die aktuelle Gegenwart? In Sichtweite des Tatorts wurde nun ein verglaster und umhüllter Container aufgestellt, der in die Reichenbachstraße weist und mit Fotografien der Feuerwehr während ihres Einsatzes damals verkleidet ist.

Zur Erinnerung: Bei dem Anschlag am 13. Februar 1970 verschüttete der Täter gegen 20.45 Uhr vom vierten Stockwerk bis ins Erdgeschoss 20 Liter Benzin und entzündete es. Den Kanister ließ er zurück. Sieben Menschen starben in der Flammenhölle. Bei allen Opfern handelte es sich um Überlebende der Shoah.

Der Erinnerungs-Container ist täglich rund um die Uhr kostenlos zu besuchen und zu besichtigen, in den Abendstunden ist er beleuchtet.

Ausstellungs-Zeitraum: Montag, 10. Februar 2020 bis Sonntag 1. März 2020 

Liebe Besucher, bitte bedenken Sie: Der Erinnerungs-Container ist auch ein Ort der Trauer und der Stille.

Der Erinnerungs-Container ist eine Installation von Christian Springer / Initiative Schulterschluss und Alfred Küng und Katharina Kuhlmann, mit Unterstützung der Landeshauptstadt München, Kulturreferat, und dem Jüdischen Museum München sowie Branddirektion München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Evangelische Akademie Tutzing, Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau und Fachbereich Dialog der Religionen im Erzbischöflichen Ordinariat.

Hinweis:
In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass der Container bereits ab dem 1. Februar 2020 zu sehen ist. Richtig ist: Er ist ab dem 10. Februar zu besichtigen. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Weitere Veranstaltungen:
Sonntag, 16. Februar 2020, 11 Uhr: Shoah-Überlebende, Pfarrer und Rabbiner gedenken gemeinsam in Dachau der Opfer des Anschlags. Die Versöhnungskirche erinnert auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau an den Anschlag. Das Gedenken findet im Rahmen eines Gottesdienstes statt, der von Pfarrerin Claudia Buchner und Kirchenrat Dr. Björn Mensing, Landeskirchlicher Beauftragter für evangelische Gedenkstättenarbeit, gestaltet wird.

 

Bild: Dieser Container wird vom 10. Februar bis 1. März 2020 vor dem Gärtnerplatztheater an den Brandanschlag von 1970 erinnern. (Copyright: Alfred Küng und Katharina Kuhlmann)

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