Klassismus & Teilhabe im Kulturbetrieb

Klassismus & Teilhabe im Kulturbetrieb

18. - 20. Oktober 2024

Inhalt

NUR, WENN WIR UNS MIT KLASSISMUS AUSEINANDERSETZEN, IST EINE SOZIAL GERECHTE GESELLSCHAFT MÖGLICH.

Francis Seeck

Der Begriff der Klasse erlebt derzeit eine Renaissance. Francis Seeck zufolge liegt der Grund dafür in der stetig wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich. Diese Entwicklung verschärft sich durch die Krisen der letzten Jahre massiv. Klassismus beschreibt die Auswirkungen dieser Entwicklung: Vorurteile gegenüber und Ausschlüsse von Menschen aufgrund ihrer vermuteten ökonomischen Situation und ihrer damit verbundenen sozialen Herkunft. Dabei ist Klassismus kein neues Problem, allein der Begriff reicht in die 70er und 80er Jahre zurück. Das Phänomen selbst mag wohl so alt sein, wie der Mensch selbst.

Benachteiligung aufgrund von Klassismus betrifft alle Bereiche des alltäglichen oder gesellschaftlichen Lebens: Gesundheits- wie Bildungssystem, Wohnungsmarkt, unser menschliches Miteinander, das von erlernten Normen, Denk- und Verhaltensmustern geprägt wird. Klassismus tritt dabei selten isoliert auf. Oft verschränkt sich die Benachteiligung mit anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus oder Sexismus.

Auch Kunst und Kultur – Bereiche, die sich gerne als offen und vielseitig positionieren – bleiben dadurch vielen Menschen, die in Armut aufgewachsen sind oder in Armut leben, verwehrt. Das gilt sowohl für die Ebene des Publikums, wie auch für die Menschen, die in der Kunstproduktion oder -vermittlung tätig sind. Der Besuch von Theatern, Konzertsälen, Museen oder Kunsthochschulen wird von finanziellen ebenso wie von sozialen Ressourcen bestimmt. Eine Anstellung in der Kulturbranche muss man sich finanziell leisten können, denn der Einstieg erfordert zunächst Praktika und/oder Volontariate, die in der Regel nicht oder nur prekär bezahlt werden. Die tatsächliche Zugänglichkeit spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Sorge oder die Erfahrung, aufgrund der sozialen Herkunft nicht akzeptiert oder verurteilt zu werden.

Dabei könnte eine für alle offene Kunst- und Kulturwelt einen maßgeblichen Beitrag zu individuellem Wohlbefinden und einem gerechteren Miteinander leisten. Schließlich hat Kunst das Potenzial, Begegnungs- und Austauschort zu sein, Widerständigkeit und Vielfältigkeit zuzulassen, Ambivalenzen auszuhalten. Kunst kann faszinieren, über Grenzen hinwegführen und begeistern.

Wir wollen auf der Tagung Menschen zu Wort kommen lassen, die diese Potenziale von Kunst und Kultur aus ihrer praktischen Arbeit kennen und sich der klassistischen Schwächen des Systems bewusst sind. Wir kommen mit Expert:innen, Forscher:innen, Kulturpolitiker:innen und Kunstschaffenden ins Gespräch, die sich tagtäglich bemühen, Barrieren abzubauen und Zugänge für alle zu schaffen. Wir beleuchten das Problem Klassismus im Kunst- und Kulturbereich aus unterschiedlichen Perspektiven und lernen, worauf es in der Praxis ankommt, damit wir dem seit den 1970 Jahren postulierten „Kultur für alle" näherkommen.

Alix Michell, Evangelische Akademie Tutzing
Sabine Ruchlinski und das Team der Landesgruppe Bayern der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V.
Dr. Johanna Vocht, STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V.  

Tagungs-Programm

Freitag, 18. Oktober 2024
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 UhrBeginn der Tagung mit dem Abendessen
19.00 UhrBegrüßung & EinführungAlix Michell
Sabine Ruchlinski
Katherine Heid
19.30 UhrUmdenken umsetzen – Rahmen- und Gelingens- bedingungen für einen nachhaltigen Wandelim KulturbereichPrasanna Oommen
21.00 UhrBegegnungen und Gespräche in den Salons
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 Uhr
Beginn der Tagung mit dem Abendessen
19.00 Uhr
Begrüßung & EinführungAlix Michell
Sabine Ruchlinski
Katherine Heid
19.30 Uhr
Umdenken umsetzen – Rahmen- und Gelingens- bedingungen für einen nachhaltigen Wandelim KulturbereichPrasanna Oommen
21.00 Uhr
Begegnungen und Gespräche in den Salons
Samstag, 19. Oktober 2024
07.45 UhrMorgenandacht auf der Seeterrasse
08.00 UhrFrühstück
09.00 UhrInteraktiver Vortrag: Zugang verwehrt. Wie Klassismus die Gesellschaft prägtProf. Dr. Francis Seeck
Moderation:
Sophie Eisenried
10.30 UhrKaffeepause
11.00 UhrINPUTS UND GESPRÄCHSRUNDEN
I. Teilhabegerechtigkeit in der kulturellen Bildung?oder:
Wie kann „kulturelle Bildung für alle“ funktionieren?Lena Scholle
II. Einfache SpracheDr. Sabine Schmid
III. Barrieren abbauen durch KulturvermittlungKatharina Maurer
und
Clara Holzheimer
IV. Neues Publikum für ein etabliertes FestivalJulian Warner
12.30 UhrMittagessen
13.30 UhrKultur als Beruf – Zugänge ermöglichenImpulse und Gespräch
Michael Annoff
und
Sinem Gökser
Response:
Jürgen Enninger
Moderation:
Daniel Bucher
15.00 UhrKaffeepause
15.30 UhrWillkommen, neues Publikum?!Mareice Kaiser
und
Christine Stender
Moderation:
Dr. Christian Steinau
18.00 UhrAbendessen
19.30 UhrAbendprogramm mitHelin Alas
20.30 UhrBegegnungen und Gespräche in den Salons
07.45 Uhr
Morgenandacht auf der Seeterrasse
08.00 Uhr
Frühstück
09.00 Uhr
Interaktiver Vortrag: Zugang verwehrt. Wie Klassismus die Gesellschaft prägtProf. Dr. Francis Seeck
Moderation:
Sophie Eisenried
10.30 Uhr
Kaffeepause
11.00 Uhr
INPUTS UND GESPRÄCHSRUNDEN
I. Teilhabegerechtigkeit in der kulturellen Bildung?oder:
Wie kann „kulturelle Bildung für alle“ funktionieren?Lena Scholle
II. Einfache SpracheDr. Sabine Schmid
III. Barrieren abbauen durch KulturvermittlungKatharina Maurer
und
Clara Holzheimer
IV. Neues Publikum für ein etabliertes FestivalJulian Warner
12.30 Uhr
Mittagessen
13.30 Uhr
Kultur als Beruf – Zugänge ermöglichenImpulse und Gespräch
Michael Annoff
und
Sinem Gökser
Response:
Jürgen Enninger
Moderation:
Daniel Bucher
15.00 Uhr
Kaffeepause
15.30 Uhr
Willkommen, neues Publikum?!Mareice Kaiser
und
Christine Stender
Moderation:
Dr. Christian Steinau
18.00 Uhr
Abendessen
19.30 Uhr
Abendprogramm mitHelin Alas
20.30 Uhr
Begegnungen und Gespräche in den Salons
Sonntag, 20. Oktober 2024
07.45 UhrMorgenandacht
08.00 UhrFrühstück
09.00 UhrKulturelle Teilhabe als Statussymbol?Olivier David
Moderation:
Dr. Johanna Vocht
10.30 UhrPause / Spaziergang
11.00 UhrAbschlussdiskussion zur Zukunft einer offeneren Kulturpolitik und -praxisDr. Ute Eiling-Hütig / Erhard Grundl / Prof. Lydia Grün / Erkan Inan / Louisa-Dominique Riedel
Moderation:
Dr. Martina Taubenberger
12.30 UhrMittagessen und Abschluss der Tagung
07.45 Uhr
Morgenandacht
08.00 Uhr
Frühstück
09.00 Uhr
Kulturelle Teilhabe als Statussymbol?Olivier David
Moderation:
Dr. Johanna Vocht
10.30 Uhr
Pause / Spaziergang
11.00 Uhr
Abschlussdiskussion zur Zukunft einer offeneren Kulturpolitik und -praxisDr. Ute Eiling-Hütig / Erhard Grundl / Prof. Lydia Grün / Erkan Inan / Louisa-Dominique Riedel
Moderation:
Dr. Martina Taubenberger
12.30 Uhr
Mittagessen und Abschluss der Tagung

Referierende

REFERIERENDE
Helin Alas, bildende Künstlerin und Kunstlehrerin, München
Michael Annoff, Kurator, Dozent und Co-Herausgeber der Performativen Publikation www.thewordsoftheartyclass.com, Berlin
Olivier David, Schriftsteller und Kolumnist, Hannover
Malik Diao, Komponist und Multiinstrumentalist, Ingolstadt
Katherine Heid, Geschäftsführerin der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.
Dr. Ute Eiling-Hütig, MdL CSU, Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Kultus und Präsidentin des Bayerischen Volkshochschul-verbandes, Feldafing
Jürgen Enninger, Referent für Kultur, Welterbe und Sport der Stadt Augsburg
Sinem Gökser, Referentin für Diversität und Inklusion an der Hochschule für Fernsehen und Film, Kommunikationsreferentin, Kompetenzteam Vielheit, München
Erhard Grundl, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Kultur- und medien-politischer Sprecher, Straubing
Prof. Lydia Grün, Präsidentin der Hochschule für Musik und Theater München
Clara Holzheimer, Leitung des Kulturzentrums LUISE, München
Erkan Inan, Aktivist für Migration, Integration und interreligiösen Dialog, ausARTen Festival, München
Mareice Kaiser, Journalistin, Autorin und Theater-Kolumnistin, Berlin
Katharina Maurer, Stellvertretende Geschäftsführerin bei KulturRaum München e. V.
Prasanna Oommen, Fachmoderatorin, Speakerin & Autorin, Köln
Louisa-Dominique Riedel, Bereichsleiterin Kultur, Beisheim Stiftung, München
Dr. Sabine Schmid, Kuratorin, Museum VILLA STUCK, München
Lena Scholle, Vorständin Sprachbewegung e. V., München
Prof. Dr. Francis Seeck, Antidiskriminierungstrainer*in, Autor*in, Professor*in für Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Demokratie- und Menschenrechtsbildung, TH Nürnberg
Christine Stender, Vorsitzende der Bundesvereinigung kulturelle Teil-habe e.V. & wiss. Mitarbeiterin Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Julian Warner, Künstler, Kurator und Leiter des Brechtfestivals Augsburg
 
TEAM DER LANDESGRUPPE BAYERN DER KULTURPOLITISCHEN GESELLSCHAFT E. V.
Daniel Bucher, Sophie Eisenried, Haimo Liebich, Sabine Ruchlinski, Dr. Christian Steinau, Dr. Martina Taubenberger, Dr. Johanna Vocht
 

Preise & Informationen

VERANSTALTUNGSLEITUNG
Alix Michell, Evangelische Akademie Tutzing
Sabine Ruchlinski, Kulturpolitischen Gesellschaft e. V., Landesgruppe Bayern

ORGANISATION & INFORMATION
Rita Niedermaier, E-Mail: niedermaier@ev-akademie-tutzing.de; Tel. 08158 251-128. Ihre Anfragen zu der Veranstaltung erreichen uns in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.
 
STIPENDIEN
Der Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing bietet jungen Menschen mit wenig Geld Bildungsstipendien an. Bitte wenden Sie sich im Zuge Ihrer Anmeldung an die zuständige Studienleitung.

Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir über das Online-Formular auf unserer Homepage. Sie wird von uns bestätigt, ist verbindlich und Voraussetzung für die Teilnahme. Anmeldeschluss ist der 4. Oktober 2024.

Abmeldung
Sollten Sie an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens 11. Oktober 2024 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung. Unsere Stornobedingungen entnehmen Sie unserer Homepage.

Preise pro Person für die gesamte Veranstaltungsdauer (in Euro):

Vortragsgebühr                                                                                                       90.–
(zzgl. Kaffee/Tee/Kuchen auch bei Teilnahme ohne Verpflegung)

Vollpension
– im Einzelzimmer                                                                                                203.–
– im Zweibettzimmer                                                                                            159.–
– im Zweibettzimmer als EZ                                                                                 227.–

Kurzzeitzuschlag für eine Übernachtung                                                               10.–

Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)                                                       66.–

Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.

Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.

Verpflegung
Gerne bietet Ihnen unsere Küche gegen 10.– € Aufpreis pro Person & Veranstaltung bei veganer Ernährung, Unverträglichkeiten oder Allergien ein darauf abgestimmtes Essen an. Bitte teilen Sie uns dies verbindlich mit Ihrer Anmeldung mit.
 
Kinderbetreuung
Es wird eine professionelle Kinderbetreuung angeboten. Bitte teilen Sie uns bei der Anmeldung mit, ob Sie diese in Anspruch nehmen wollen
 
In Kooperation mit
Kulturpolitische Gesellschaft e.V. & STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V.

Preisnachlass
Auszubildende, Schüler:innen, Student:innen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitsuchende erhalten eine Ermäßigung von 50 Prozent. Personen über 30. Jahren mit geringem Einkommen können sich bei KulturRaum München e.V. als KulturGast anmelden, um Kostenfreie Tagungsplätze zu erhalten. Kontakt und Anmeldung: www.kulturraum-muenchen.de/kartenvermittlung/kulturgaeste/.
 
Journalist:innen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn ein aktueller Presseausweis einer ausstellungsberechtigten Organisation zusammen mit dem Auftrag zur Berichterstattung vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu.

Weitere Informationen zu Schlosseuro / Datenschutz / AGB / E-Mobilität und umweltfreundlicher Anreise finden Sie unter dem Titel der Tagung auf unserer Homepage: www.ev-akademie-tutzing.de

Bildnachweis: © Adobe Stockfacebook

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Hier finden Sie Informationen zu den aktuellen Umbaumaßnahmen im Ort.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee, Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 60.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing. Im Ort wird die Hauptstraße bis Ende 2023 umgebaut, was mit Beeinträchtigungen im Straßenverkehr verbunden ist.

E-MOBILITÄT
Die E-Ladesäulen der Akademie befinden sich auf dem Parkplatz P2.
Die Karten dafür erhalten Sie an der Rezeption.