"Geschichts- und Erinnerungsorte" - Tagung in Tutzing

“Geschichts- und Erinnerungsorte” standen im Mittelpunkt einer Tagung, die die Akademie zusammen mit der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, dem Institut für Neuere Geschichte der Universität Trier und dem Geschichtsforum Pullach Anfang April veranstaltete. Pullach bzw. die dort an der historischen Aufarbeitung Interessierten hatten den Anstoß zur Tagung gegeben: Mit dem BND-Gelände, dessen Zukunft auch noch ungewiss ist, gibt es dort einen in hohem Maße von der Vergangenheit belasteten Ort, denn hier wurde im Dritten Reich eine Siedlung für die örtliche Parteiprominenz errichtet. Bauherr und prominentester Bewohner war der “Sekretär Hitlers”, Martin Bormann, und als die amerikanischen Streitkräfte das Gelände 1945 in Beschlag nahmen, sprachen sie nur von der Bormann-Siedlung. So berichtete es bei der Tagung Hedy Epstein: Als Kind hatte sie 1939 Deutschland in einem Kindertransport nach England verlassen, während ihre Eltern deportiert und ermordet wurden. Nach dem Krieg war sie für ein Jahr bei der US Civil Censorship Division tätig und wohnte in dieser Zeit in der Pullacher Siedlung. Ihr eindrucksvoller Zeitzeugenbericht ergänzte die beiden Referate von Susanne Meinl (NS-Zeit) und Bodo Hechelhammer (Bundesrepublik) zu Pullach, war aber darüber hinaus ein berührender Einblick in das Leben einer verfolgten und emigrierten Jüdin, der keinen im Tagungssaal kalt ließ.

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