Ethikkomitees im Klinikalltag – 3.Fachtag Medizinethik

24. Juli 2018

Inhalt

UND WENN ICH NICHT MEHR WEITER WEISS...
                                                                                (Anfang einer vielfältig fortsetzbaren Redewendung)

„... dann gründ � ich einen Arbeitskreis!“ So oder ähnlich wird manchmal ironisch über die Angewohnheit von Institutionen gesprochen, komplexe Probleme in Arbeitsgruppen zu verlagern, statt sie durch eine klare Entscheidung einer dafür zuständigen Person oder Stelle zu lösen. Doch dies hat seinen Grund, denn manche Probleme lassen sich nicht durch Entscheidungen lösen. Gerade in Medizin und Gesundheitswesen tauchen nahezu alltäglich ethische Dilemmata auf, die sich einer einfachen Entscheidung genauso entziehen, wie einer simplen Lösung. Ethikkonzile, ethische Fallbesprechungen, Intervention durch Ethikteams und Ethikkommissionen sind in vielen Krankenhäusern heute die Regel. Auch in anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens – und jüngst auch in der stationären Pflege – werden solche Kommissionen und Gremien vorbereitet oder sind schon aktiv.

Nicht selten werden Seelsorgerinnen und Seelsorger um Mitarbeit oder gar Leitung und/oder Gründung von klinischen Ethikkomitees oder Ethikbeiräten gebeten. Medizin und Pflege sind heute zunehmend interdisziplinär orientiert und somit auf Dialog angelegt. Dies ein Gewinn, denn in der Ethik geht es nicht darum, Recht zu haben, sondern miteinander zurecht zu kommen. Dabei spielen Seelsorger und Seelsorgerinnen oft eine wichtige Rolle: Ihnen traut man Dialogfähigkeit ebenso zu, wie moralische Standfestigkeit und die Fähigkeit, Ergebnisse solcher Beratungen den Betroffenen und Beteiligten zu vermitteln.

Worauf kommt es dabei an? Was kann und soll Kirche beitragen bzw. was wird von ihr erwartet? 2016 etablierten wir den „Fachtag Medizinethik“, zu dem wir inzwischen regelmäßig einladen. 2018 sind somit zum dritten Mal eingeladen: Haupt- und ehrenamtliche Seelsorger und Seelsorgerinnen aus Krankenhäusern, Kliniken (auch Reha) und Einrichtungen
der Pflege. Besonders angesprochen sind in diesem Jahr: Mitglieder in Ethikkomitees. Wir freuen uns auf gute Gespräche und lehrreiche Stunden als Gäste im Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der LMU in München.

Pfr. Frank Kittelberger, Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care an der Evangelischen Akademie Tutzing
Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke, Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der ELKB, Professor für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg; Forschungsdirektor des Zentrums für Wirtschaftsethik (ZfW), Berlin

Tagungs-Programm

Dienstag, 24. Juli 2018
09.00 UhrAnkommen: meet & talk bei Snacks & Getränk
09.30 UhrBegrüßung und Einführung
Pfr. Frank Kittelberger
09.45 UhrHauptvortrag mit DiskussionDas Ethikkomitee in der Klinik Prof. Dr. med. Georg Marckmann, MPH
10.45 UhrErfahrungsberichte unterschiedlicher Settings
(Co)Leitung eines Ethikkomitees an einem KrankenhausPfarrer Richard Schuster
Ethikbeirat und Ethikberatung der Hilfe im Alter der Inneren Mission MünchenPfrin. Dorothea Bergmann
Mitarbeit in der Bayerischen Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik(angefragt)
Dr. med. Dr. phil. Orsolya Friedrich
12.30 UhrMittagspause
13.30 UhrErzählungen & Berichte aus Ethikkomitees oder ähnlichen Gremien – Erfahrungen, Erkenntnisse, DesiderateGespräche in Kleingruppen
14.30 UhrKaffeepause
14.45 UhrKurzberichte aus den Kleingruppen
15.00 UhrSeelsorge und Ethikberatung – wo decken oder unterscheiden sich Aufgabe und Rolle?Diskussion im Plenum
Pfr. Frank Kittelberger
15.45 UhrSchlussplenum, Ausblick und Verabschiedung
16.00 UhrEnde des Fachtages

Referierende

HAUPTREFERENT & GASTGEBER AM INSTITUT
Prof. Dr. med. Georg Marckmann, MPH, Professor für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin und Vorstand des gleichnamigen Instituts an der LMU München; Präsident
der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM)

WEITERE REFERENTINNEN & REFERENTEN
Pfarrerin Dorothea Bergmann, Pfarrerin, Supervisorin (DGSv/DGfP), Trainerin für Ethikberatung (AEM), Gestalttherapeutin; Pastoralpsychologische Pfarrstelle SPES
(Spiritualiät • Palliative Care • Ethik • Seelsorge ) der Hilfe im Alter der Inneren Mission München, Leitung Ethikbeirat der Hilfe im Alter, München
Dr. med. Dr. phil. Orsolya Friedrich, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der LMU München, Leitung des
Arbeitsbereichs Philosophische Grundlagen der Medizinethik; Mitglied der PiD-Ethik-Kommission Bayern, München (angefragt)
Pfr. Richard Schuster, Krankenhauspfarrer am Klinikum Nürnberg, Co-Leitung des Ethikkomitees; Mitarbeit im Ethikforum und der Zentralen Mobile Ethikberatung am Klinikum Nürnberg

TAGUNGSLEITUNG
Frank Kittelberger, Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care an der Evangelischen Akademie
Tutzing

Preise & Informationen

Teilnehmer
Haupt- und ehrenamtliche Seelsorger und Seelsorgerinnen aus Krankenhäusern, Kliniken und Ambulanzen, Einrichtungen der stationären Pflege; besonders auch Mitglieder in Ethikkomitees oder Ethik(bei)räten; max. 25 TN (in Reihenfolge der Anmeldungen)

Kosten
Es werden 15.– € Tagungsgebühr für Kopien und Getränke vorab erhoben. Weitere Verpflegung (Mittagspause) in Eigenregie. Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.

Eine Teilnahmebescheinigung wird ausgegeben.
 
KOOPERATIONSPARTNER
Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der ELKB (FEAG)

TAGUNGSORT
Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der LMU München, Lessingstr. 2 / 80336 München

ORGANISATION
Cornelia Spehr, Tel.: 08158 / 251-125; Fax: 0 81 58 99 64 25, E-Mail: spehr@ev-akademie-tutzing.de

Anmeldung
erbitten wir bis zum 12. Juli 2018  per E-Mail. Bitte nur an die Evangelische Akademie Tutzing. 
Danach erfolgt die Bestätigung und Rechnungstellung. Bei Erreichen der max. Teilnehmerzahl führen wir eine Warteliste.

Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir Sie um schriftliche Benachrichtigung.

Tagungsnummer: 0632018

Ort & Anreise

Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, Medizinische Fakultät, LMU München
Lessingstr. 2, 80336 München
 
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
U-Bahn: U1/U2 bis Haltestelle Sendlinger Tor, dann zu Fuß die Nußbaumstraße stadtauswärts gehen (500m), an der Kreuzung halbrechts in die Lessingstraße einbiegen;
oder U3/U6 bis Haltestelle Goetheplatz, dann zu Fuß die Goethestraße stadteinwärts (in nördlicher Richtung) ca. 400 m gehen,
bei der Kreuzung halblinks in die Lessingstraße einbiegen.

Bus: Direkt vor dem Institut ist die Haltestelle des Bus 58 (Haltestelle „Beethovenplatz“)