Marie-Luise-Kaschnitz-Preis für Katerina Poladjan

Die Autorin erhält den Literaturpreis der Evangelischen Akademie Tutzing. Die Verleihung wird Ende Mai 2026 in einer Tagung stattfinden, die sich eigens dem Werk von Katerina Poladjan widmet.

Der Marie-Luise-Kaschnitz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing geht 2026 an die Autorin Katerina Poladjan. Sie wurde in Moskau geboren, wuchs in Rom und Wien auf und lebt in Berlin. Sie schreibt Theatertexte und Essays. Auf ihr Prosadebüt „In einer Nacht, woanders“ folgte „Vielleicht Marseille“. 2021 wurde sie mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Mit „Zukunftsmusik“ stand Katerina Poladjan auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022 und wurde mit dem Rheingau Literatur Preis 2022 ausgezeichnet. 2025 wurde sie mit dem „Großen Preis des Deutschen Literaturfonds“ geehrt und ist Trägerin des Rompreises Villa Massimo. Zuletzt erschien im S. Fischer Verlag ihr Roman „Goldstrand“.

„,Künstlerische Wahrheit ist Treue zu sich selbst und zu seiner Zeit‘ – dieses Diktum von Marie Luise Kaschnitz ist treffend für das bisherige Gesamtwerk von Katerina Poladjan. Ihr 2025 erschienener Roman „Goldstrand“ nimmt Bezug auf einen ehemaligen Sehnsuchtsort am Schwarzen Meer, überzeugt mit einer raffinierten Erzählweise und einer in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur einzigartigen Bildsprache“, heißt es in der Begründung der Jury. Und weiter: „Mittels einer an der Filmkunst geschulten Ästhetik des Schnitts und einer Erzählungsweise der extremen Verknappung entwirft Katerina Poladjan, auch aus dem eigenen Lebenserfahrungsschatz heraus, ein breit gefächertes, europaoffenes Handlungsgeflecht voller Verluste und Aufbrüche in eine Gegenwart, in der Hoffnung und Utopie noch das Sagen haben.“

Zur Jury des Marie-Luise-Kaschnitz-Preises gehören die Verlegerin und Leiterin des Literaturhauses München Tanja Graf, der Schriftsteller und Literaturkritiker Hajo Steinert, der Literaturvermittler und Experte für deutschsprachige Literatur Thomas Geiger sowie die Schriftstellerin Iris Wolff, die 2022 den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis gewann.

Die Evangelische Akademie Tutzing verleiht seit 1984 den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. Bisherige Preisträger waren unter anderem Ilse Aichinger, Pascal Mercier, Sibylle Lewitscharoff, Mirko Bonné, Michael Köhlmeier, Angelika Klüssendorf, Lutz Seiler, Iris Wolff und Anja Kampmann. Der Preis wird im Rahmen einer Literaturtagung vom 29. bis 31. Mai 2026 in der Akademie verliehen. Sponsoren des Preisgelds und des Festakts sind die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg und der Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing.

Bild: Die Autorin Katerina Poladjan (Foto: Francesco Gattoni)

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