Psychopharmaka

08. - 09. Mai 2018

Inhalt

PSYCHE = SEELE
PHARMAKON = HEILMITTEL; GIFT

Engagiert und leidenschaftlich wird gegenwärtig um das Verschreiben, Einnehmen und Absetzen von Psychopharmaka gerungen. Stärker als in der somatischen Medizin spielen Widerstände, Machtkämpfe und der Drang nach Selbstbestimmung im Ringen um die Rolle von Medikamenten in der Behandlung psychischer Erkrankungen eine Rolle. Alle Akteure meinen es gut – und beharren dabei auf ihren Interessen und ihrer Expertise: Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Patientinnen und Patienten, Angehörige und Freunde.

Seit der Trialog in der Psychiatrie seinen Platz behauptet hat, ist es mit dem schlichten Verordnen eines Medikaments nicht mehr so einfach, wie es in Zeiten einer paternalistischen Medizin noch war. Gleichzeitig bestreiten weder Behandelnde noch Psychiatrieerfahrene, dass in Krisensituationen Psychopharmaka eine wichtige und für manchen segensreiche Rolle spielen können. Doch die Frage der Dosis und der Dauer der Medikation ist Gegenstand heftiger Debatten.

1538 schrieb der Arzt und Philosoph Paracelsus: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ Medikamente können also helfen und schaden. Was muss geschehen, damit Psychopharmaka eine wertvolle Hilfe sind und nicht die Behandlung oder gar den Behandlungserfolg vergiften?

Wir werden bei dieser Tagung auch die wissenschaftliche Diskussion um die Verschreibung, die Einnahme und das Absetzen von Psychopharmaka befragen, wollen aber hauptsächlich Behandelnde, Psychiatrieerfahrene und Angehörige mit ihren Erfahrungen und Einschätzungen ins Gespräch bringen. Ganz im Sinne der Psychiatrietagung: Der Dialog ist immer ein Trialog.

Wir laden Interessierte ganz herzlich zur 15. Psychiatrietagung in die Evangelische Akademie Tutzing ein.

Dr. phil. Dipl. Psych. Heinrich Berger
Bayerische Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V.
Dipl. Sozialpäd. (FH) Margit Klemer 
Bayerische Gesellschaft für psychische Gesundheit e.V.
Pfr. Frank Kittelberger
Evangelische Akademie Tutzing
Chefarzt Dr. med. Herbert Steinböck
Leiter Maßregelvollzug am kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost

Tagungs-Programm

Dienstag, 08. Mai 2018
08.30 UhrAnreise
09.00 UhrMeet & Talk bei Kaffee, Tee & Brez`n
09.40 UhrBegrüßung & Einführung:
Pfr. Frank Kittelberger
10.00 UhrVom Kautabak zum Haldol - zwischen Leistungssteigerung, Hochgefühl und RuhigstellungZur Geschichte, Rolle und Wahrnehmung von bewusstseinsbeeinflussenden Substanzen
Dr. med. Herbert Steinböck
11.00 UhrTrialogische Perspektiven: Leben mit PsychopharmakaModeration:
Dr. phil. Dipl.-Psych. Heinrich Berger
- Leben mit Psychopharmaka - zwischen Widerwillen und NotwendigkeitDipl. Sozialpäd. (FH) Gottfried Wörishofer
- Psychopharmaka - Fluch und Segen für die FamilieRita Wüst M.A.
- Ich verschreibe diese Pillen!OA Dr. med. Friedrich Mohr
12.30 UhrMittagessen
14.00 UhrBlick in die Praxis: Zahlen und Fakten zur Verschreibung von PsychopharmakaProf. Dr. med. Peter Falkai
14.30 UhrVon Kindesbeinen an? Psychopharmaka für Kinder und JugendlicheOA Dr. med. Michael Frey
15.30 UhrKaffeepause
16.00 UhrBis ins hohe Alter? Psychopharmaka in Altersmedizin und GerontopsychiatrieProf. Dr. med. Hans Förstl
17.00 UhrMarkt der Möglichkeiten & Stationen
- Station I: Trialog live - Im Gespräch mit Gottfried Wörishofer, Rita Wüst & Friedrich Mohr
- Station II: Pschopharmaka für Kinder und Jugendlichemit Michael Frey
- Station III: Psychopharmaka für alte und hochbetagte Menschenmit Hans Förstl
- Station IV: Frag den Arzt - Was ich schon immer wissen wolltemit Herbert Steinböck
Moderation: Rainer Speckmaier
- Station V: come & talkmit Heinrich Berger & Margit Klemer
- Station VI: walk & talk am See
18.00 UhrAbendessen
19.30 UhrGedichte & Musik zum Tagesausklang im MusiksaalTexte von umd mit: Dr. Karolina De Valerio, Veronique Dehimi & Peter Bechmann
Musk: Lars David Kellner (Pianist & Arzt)
20.30 UhrBegegnung und Gespräche in den Salons des Schlosses
Mittwoch, 09. Mai 2018
07.45 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
08.00 UhrFrühstück
09.00 UhrWenn das Haus unter Wasser steht, kann es nicht mehr brennen - Zur Diskussion um die jeweils individuell "richtige Dosierung, um Reduce-Strategien und das Absetzen von Psychopharmaka
- Was wir wissen und was wir erforscht habenProf. Dr. med. Stefan Leucht
Dr. med. Maximilian Huhn
- Zur Praxis von Medikamentenreduktion und Genesung bei PsychosenPD Dr. med. Dr. phil. Jann Schlimme M.A.
11.30 UhrErsehnte Hilfe - notwendiges Übel: Wie sinnvoll ist es Medikamente zu nehmen?Podiumsgespräch und Diskussion mit dem Publikum
Mit: Dr. theol. Karolina De Valerio, Prof. Dr. med. Stefan Leucht, PD Dr. med. Dr. phil. Jann Schlimme M.A., Dipl. Psych. Heike Wiesner, Rita Wüst M.A. Moderation: Frank Kittelberger
12.30 UhrMittagessen
13.30 UhrModell Soteria - ein alternativer Ansatz der Psychosen-BehandlungDr. phil. Dipl. Psych. Heinrich Berger & Dipl. Psych. Heike Wiesner
14.30 UhrWer heilt, hat Recht und gut ist, was hilft: Glaube, Spiritualität, Placebos und andere heilsame EffekteDr. phil. Alfred Walter
15.30 UhrSchlussplenum und VerabschiedungPfr. Frank Kittelberger
15.45 UhrKaffee im Foyer & Ende der Tagung

Referierende

BETEILIGTE

Peter Bechmann, Journalist, München
Dr. phil. Dipl. Psych. Heinrich Berger, Psychologischer Psychotherapeut; Sozialpsychiatrischer Dienst München-Giesing;  RPK München – Rehabilitationseinrichtung für psychisch erkrankte Menschen; Vorstandsmitglied Bayerische Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V., München
Veronique Dehimi, Autorin, Erding
Dr. theol. Karolina De Valerio, EX-IN-Genesungsbegleiterin; Mitarbeiterin im Münchner Bündnis gegen Depression, München
Prof. Dr. med. Peter Falkai, Ärztlicher Direktor, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München
OA Dr. med. Michael Frey,  Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der LMU München
Prof. Dr. med. Hans Förstl, Leitung Privatstation J3a für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar der TU München
Dr. med. Maximilian Huhn, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar der TU München
Lars David Kellner, Pianist & Arzt, München
Pfr. Frank Kittelberger, Pastoralpsychologe, Lehrsupervisor; Gruppenanalytiker; Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care an der Evangelischen Akademie Tutzing
Dipl. Sozialpäd. (FH) Margit Klemer, Sozialpädagogin; geschäftsführender Vorstand Bayerische Gesellschaft für psychische Gesundheit e.V., München
Prof. Dr. med. Stefan Leucht, Stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar der TU München
OA Dr. med. Friedrich Mohr, Stationsleitung Maßregelvollzug (Forensik) kbo-Isar-Amper-Klinikum, Klinikum München-Ost
PD Dr. med. Dr. phil. Jann Schlimme M.A., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Berlin; Privatdozent für Psychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Berlin
Dipl. Sozialpäd. (FH) Rainer Speckmaier, Bayerische Gesellschaft für psychische Gesundheit e.V. München; Leiter Jugendwohngruppe Gauting
Dr. med. Herbert Steinböck, Chefarzt und Leiter Maßregelvollzug am kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost
Dr. phil. Alfred Walter, Psychoanalytiker für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Gruppenanalytiker, Paar- und Familientherapeut, niedergelassen in Augsburg
Dipl. Sozialpäd. (FH) Gottfried Wörishofer, Sozialpädagoge; Geschäftsführer Münchner Psychiatrie-Erfahrene (MüPE); Unabhängige Beschwerdestelle Psychiatrie (UBPM) e.V. München
Dipl. Psych. Heike Wiesner, Diplompsychologin; Psychologische Psychotherapeutin, Therapeuthische Stationsleitung von SOTERIA-Zwiefalten
Rita Wüst M.A., Kommunikationswissenschaftlerin; Vorstand Aktionsgemeinschaft der Angehörigen psychisch Kranker, ihrer Freunde und Förderer (ApK) e.V. München

Preise & Informationen

Tagunsleitung
Pfr. Frank Kittelberger, Chefarzt Dr. med. Herbert Steinböck, Dipl. Soz.-Päd. Margit Klemer, Dr. phil. Dipl. Psych. Heinrich Berger


Tagungsorganisation
Cornelia Spehr,  Telefon: 08158 251-125, Telefax: 08158 99 64 25, E-Mail: spehr@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.


Anmeldung
bitte schriftlich per Post, E-mail (Tagungsorganisation) oder direkt online. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich. 
Anmeldeschluss ist der 30. April 2018.


Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens zum 30. April 2018  um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, ab dem Tag des Tagungsbeginns 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung.  Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.


Preise                 
für die gesamte Tagungsdauer: €


Teilnahmebeitrag                                                  55.–
Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)      48.50
Vollpension 
– im Einzelzimmer                                              107.–
– im Zweibettzimmer                                            85.–
– im Zweibettzimmer als Einzelzimmer             115.–

Kaffee/Tee/Kuchen werden in den Vortragspausen angeboten und bei Teilnahme ohne Verpflegung berechnet (à 4.– €).


Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.


Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen und Arbeitslose erhalten eine Ermäßigung von 50 %. JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu.

Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.

Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.
Fortbildungspunkte der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) sind beantragt.


Stiftung Schloss Tutzing
Der Tagungsbeitrag beinhaltet einen Anteil, der der Stiftung zugute kommt. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing“ Sorge zu tragen. Möchten Sie der Stiftung darüber hinaus einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Bildnachweis: Angelika Mrozek-Abraham
Tagungsnummer: 0512018

 

Diese Tagung ist nach dem BzGBW als Bildungszeit geeignet

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.