Neue Männer – Alte Zeiten?

11. - 12. März 2016

Inhalt

MEHR LEBEN INS MÄNNERLEBEN
 
zu bringen, ist die Männerforschung und -bewegung vor einigen Jahren angetreten (Volz/Zulehner, Männer in Bewegung, 2009)*. Tatsächlich ist in der Wissenschaft, in den Medien und anderen Öffentlichkeiten vielfach vom „neuen Mann“ die Rede. Es geht dabei vor allem um die veränderte Familienrolle des Mannes. Nicht erst seit Einführung der „Vätermonate“ übernehmen Männer mehr Verantwortung für die Betreuung und Erziehung der Kinder. Auch in der Psychologie und Bindungsforschung wurde die Rolle des Vaters neu bewertet. Eine partnerschaftliche Aufteilung der Haus- und Familienarbeit liegt nicht nur im Interesse der Frauen, die eigene Berufskarrieren verfolgen, sondern bereichert auch das Männerleben um Dimensionen jenseits der Berufstätigkeit.
 
Wenngleich also der „neue Mann“ schon vielfach den alten „Ernährer“- Typus abgelöst hat, gibt es in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft noch viele Widerstände: Schon im Kindesalter stellt sich die Frage, ob Jungen im Erziehungs- und Bildungssystem zu ihrem Recht kommen. In vielen Betrieben werden engagierte Väter misstrauisch betrachtet und als „nicht
karrieretauglich“ angesehen. In Betreuungseinrichtungen und bei Freizeitangeboten fühlen sich Väter unter lauter Müttern oft nicht richtig angenommen. Und auch Paare scheitern daran, eine wirklich partnerschaftliche Aufteilung der Aufgaben in die Praxis umzusetzen.
 
In der Tagung werden auch Scheidungen, die häufig die Trennung vom Alltag der Kinder bedeuten, angesprochen, denn sie belasten das Väterleben deutlich. Und eine besondere Aufgabe und Herausforderung für den Vater – und die ganze Familie – ist es auch, ein Kind mit Behinderungen zu erziehen.
 
Doch nicht nur unter Sonderbedingungen, auch im ganz normalen Alltag steht „der neue Mann“ vor der Herausforderung, seinen vielfältiger gewordenen Rollen und Funktionen gerecht zu werden: in den Augen der Partnerin, der Kinder, des Arbeitgebers und nicht zuletzt in seinen eigenen Erwartungen. Nicht immer ganz leicht und in jedem Fall ein lohnenswerter Diskussionsstoff für eine Tagung, zu der wir Sie herzlich an die Evangelische Akademie Tutzing einladen!
 
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Luise Behringer, Katholische Stiftungsfachhochschule München, Abt. Benediktbeuern
 
 
* Studie auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums (www.bmfsfj.de) verfügbar.
 
Bei der Tagung wird Kinderbetreuung angeboten. Bitten melden Sie Ihren Bedarf ggf. schriftlich an.

Tagungs-Programm

Freitag, 11. März 2016
15.30 UhrBeginn der Tagung mit Stehkaffee und Kuchen
16.00 UhrBegrüßung
Dr. Ulrike Haerendel
16.15 UhrMänner, Familie, PolitikProf. Dr. Irene Gerlach
Väter 2015 - Eine aktuelle Studie des DJIDr. Claudia Zerle-Elsäßer
18.15 Uhr
19.30 UhrJungen besser verstehen und begleitenAlexander Bentheim
20.30 UhrGespräche in den Salons
Samstag, 12. März 2016
07.45 UhrAndacht in der SchlosskapelleDr. Ulrike Haerendel
08.00 UhrZeit zum Frühstücken
09.00 UhrVäter und/oder Karriere?Dr. Thomas Gesterkamp
10.00 UhrBurn-out! Krise als Chance?Dr. Thomas Lukowski
11.00 UhrKaffeepause
11.30 UhrVäter von Kindern mit BehinderungProf. Dr. Luise Behringer
12.30 UhrMittagessen
14.00 UhrVäter im ScheidungsrechtDr. Jürgen Schmid
15.00 UhrKaffeepause
15.30 UhrMännerarbeit mit TrennungsväternMartin Rosowski
16.30 UhrAbschlussrunde
17.00 UhrEnde der Tagung

Referierende

Prof. Dr. Luise Behringer, Psychologie in der Sozialen Arbeit, Katholische Stiftungsfachhochschule München, Abt. Benediktbeuern
Alexander Bentheim, Dipl.-Pädagoge, Genderberater, Projektentwickler, agentur männerwege, Leiter „Soziale Jungs Hamburg“
Prof. Dr. Irene Gerlach, Dipl.-Soziologin, Professorin für Politikwissenschaft, Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum, Wiss. Leiterin des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Dr. Thomas Gesterkamp, Journalist und Buchautor, Mitbegründer des Väter-Experten-Netzwerks, Köln
Dr. Thomas Lukowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (VT/TP), Vertrauensarzt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, München
Martin Rosowski, Theologe und Historiker, Geschäftsführer der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland und Vorstand des Bundesforums Männer, Hannover
Dr. Jürgen Schmid, Familienrichter, Amtsgericht München
Dr. Claudia Zerle-Elsäßer, Dipl.-Soz., Komm. Leiterin der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung von Familien“, Deutsches Jugendinstitut (DJI), München

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.
Downloads

Bitte geben Sie für den Download der Tagungsunterlagen das Kennwort ein:

Kennwort