„Edmund Stoiber“ verleiht Phönix 2016 an Szilard Huszank

Es war eine Preisverleihung der besonderen Art. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und sein Vor-Vorgänger im Amt, Edmund Stoiber, befanden sich unter den Gratulanten, die dem Preisträger Szilard Huszank Dank aussprachen zum Erhalt des Phoenix-Kunstpreises.

Doch halt. Natürlich waren Seehofer und Stoiber nicht persönlich anwesend. Vielmehr wurden die beiden Landesväter hervorragend parodiert von dem Kabarettisten Wolfgang Krebs, der die Laudatio auf den Maler Huszank hielt. Der „Ersatz Landesvater“ ist ein waschechter Bayer und begeistert schon seit über 20 Jahren als Festredner die Menschen. Mit seinen einzigartigen Paradefiguren, bester Politparodie und enormer Wortgewalt begeisterte er das Publikum im Musiksaal der Akademie und trieb den Gästen die Tränen in die Augen.

Akademiedirektor Udo Hahn wies in seinen Begrüßungsworten bereits darauf hin, dass Wolfgang Krebs „als Wortakrobat brilliert“ und die Gäste sich auf eine besondere Laudatio einstellen sollten. Und so kam es dann auch. Im Wechsel zwischen den Figuren Seehofer und Stoiber hob Wolfgang Krebs die rauschhaften Farbkompositionen und die bestechende Technik der Lanschaftscollagen von Szilard Huszank hervor, die den Betrachter förmlich in die Landschaften hineinzögen. Damit schloss er sich dem Urteil der Jury an:

„Szilard Huszank verbindet bei  seiner Landschaftsmalerei die altmeisterlichen Techniken des schichtweisen Farbauftrags mit dem Erfahrungsschatz des abstrakten Expressionismus. Der Betrachter wird mit der Verheißung illusionistischer Malerei in die Tiefe der Wälder und Felder gelockt, um dort bei genauerer Betrachtung freien Kompositionen zu begegnen. In diesem Spannungsfeld zwischen realistischer Wiederabgabe und offener Komposition öffnen sich Spielräume, die mit Phantasie gefüllt werden möchten.“

Der Phoenix wurde am gestrigen Abend zum zehnten Mal verliehen, zum zweiten Mal in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Tutzing. „Wir würdigen gemeinsam mit dem Unternehmen eurobuch.com einen Künstler. Mit dieser Kooperation und der Verleihung eines Kunstpreises haben wir einen neuen Weg beschritten“, erklärte Hahn und bedankte sich zugleich dafür, „dass das Preisgeld vom Stifter eurobuch.com eingebracht wird.“

Freiherr Richard von Rheinbaben wies in seinen Begrüßungsworten darauf hin, dass der Phoenix vielen Nachwuchskünstlern in ihrer beruflichen Karriere geholfen habe. Als Beispiele benannte er etwa Wilhelm Neußer, der heute in Cambridge Massachusetts (USA) arbeitet, als auch auf Simon Schubert, der mit seinen Papierarbeiten, die durch einen komplexen Prozess des Faltens entstehen, größere Bekanntheit erlangte. Nicht zu vergessen Ulrike Heydenreich, die ihre Gemälde heute in Ausstellungen in den USA, Belgien und Österreich präsentiert. Der im Jahr 2014 prämierte Maler Stefan Schiek beschrieb die Phoenix-Auszeichnung mit den Worten: „Die meiner künstlerischen Arbeit zuteil gewordene Aufmerksamkeit und Wertschätzung bestärkt und beflügelt mich in meinem weiteren Schaffen.“

Kürzer beschrieb es der diesjährige Preisträger Szilard Huszank. Er bedankte sich für das Preisgeld bei dem Stifter eurobuch.com und bei der Evangelischen Akademie Tutzing. Seinen besonderen Dank statte er jedoch seiner Frau ab: „Ohne meine Frau hätte ich die Zeit zum Malen nicht gehabt. Sie erzieht unsere drei Jungs.“ Dafür gab es einen kräftigen Applaus vom Publikum.

Ja, es war ein gelungener Abend, zu dessen musikalischer Umrahmung Thomas Bouterwek (Saxophon), Anja Baldauf (Akkordeon) und Louis Gabler (Kontrabass) beigetragen hatten. Mit Tango, ungarisch anmutenden Weisen und altbekannten Melodien – etwa „Bei mir bis tu schejn“, ein Swingstück, das 1938 durch die Andrews Sisters bekannt gemacht wurde – begeisterte das Trio die anwesenden Gäste, die sich mit einem großen Applaus bedankten.

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