Was soll und darf Forschung?

14. - 15. November 2018

Inhalt

Was immer du tust, tu es klug und bedenke die Folgen
                                                                            quidquid agis, prudenter agas et respice finem 
                                                                            (aus Fabel 45 des Äsop, 6. Jh v.Chr.)

Medizinische Forschung ist ein Segen, weil sie immer wieder Unglaubliches leistet. In Diagnostik, Therapie und Prävention sind in den vergangenen Jahrzehnten Fortschritte erzielt worden, die kurz davor noch als Science-Fiction gegolten hätten. Viele Krankheiten können heute vermieden und andere geheilt werden. Viele Menschen, die früher an einer Krankheit gestorben wären, verdanken der medizinischen Forschung ihr Leben.

Gleichzeitig geht solche Forschung mit Risiken einher, die ethisch und moralisch bedacht werden müssten, bevor sie Praxis werden. Gerade dort, wo Grundlagenforschung und Anwendung kaum noch zu trennen sind, befürchten Kritiker, dass zu schnell und sorglos die Büchse der Pandora geöffnet wird. Die Fortschritte in Gentechnik, Digitalisierung und Nanomechanik ermöglichen Diagnoseverfahren und Therapieformen, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar waren. Diese rasante Entwicklung erschreckt manche Menschen, wenngleich sie von allen Betroffenen und Beteiligten ersehnt werden.

So geraten Medizinerinnen und Mediziner, Forscherinnen und Forscher sowie Verantwortliche in Politik, Wissenschaft und Gesundheitswesen zunehmend unter Druck, Forschung und Innovationen voranzutreiben. Dabei sollen sie die ethische Debatte – samt sorgfältiger ethischer Begleitforschung – im Blick behalten. Die medizinischen und gesundheitswissenschaftlichen Forschungsfelder stehen somit permanent unter Beobachtung. Dies mag nicht unbedingt ein Nachteil sein, muss aber immer wieder reflektiert und kreativ beantwortet werden.

Zur Diskussion dieser Entwicklung und zu anregenden Begegnungen laden wir zusammen mit dem Gesundheitsforum der Süddeutschen Zeitung in die Evangelische Akademie Tutzing an den Starnberger See ein.

Pfarrer Frank Kittelberger
Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Gernot Sittner
Vorsitzender SZ-Gesundheitsforum
Prof. Dr. Otto-Albrecht Müller
Ärztlicher Direktor i.R. am Rot-Kreuz-Krankenhaus München, freier Mitarbeiter am MVZ Allach

Tagungs-Programm

Mittwoch, 14. November 2018
Anreise ab 8.30 Uhr
09.30 UhrKaffee, Tee & Brezen im Foyer
10.15 UhrBegrüßung und EinführungPfr. Frank Kittelberger
&
Dr. Gernot Sittner
Forschung damals und heutePlenarsession 1 / Chair:
Prof. Dr. med. Otto-Albrecht Müller
10.30 UhrWie arbeitet Forschung heute? Wie war das früher? Wie sieht die Zukunft aus?Prof. Dr. Horst Domdey
11.30 UhrSchmerz und Mathematik - kreative Wege in der medizinischen ForschungProf. Dr. Christoph Stein
12.30 UhrMittagessen
Präimplantationsdiagnostik: State of the Art und DilemmataPlenarsession 2 / Chair:
Prof. Dr. Sven Mahner
14.00 UhrPID in der Praxis: State of the ArtProf. Dr. Dr. h.c. Thomas Strowitzki
14.45 UhrHatten wir damit gerechnet? Erfahrungen aus der PID-EthikkomissionProf. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke
15.30 UhrKaffeepause
Forschung an nicht einwilligungsfähigen ProbandenPlenarsession 3 / Chair:
Prof. Dr. Constanze Giese
16.00 UhrForschung mit nicht einwillungsfähigen DemenzkrankenProf. Dr. Hanfried Helmchen
16.45 UhrDemenzforschung zwischen Instrumentalisierung und Forschungs-Verwaisung - ein ethischer DiskursDr. Michael Wunder
Ethik der ForschungPlenarsession 4 / Chair:
Prof. Dr. med. Otto-Albrecht Müller
17.30 UhrMedizinische Forschung im Grenzbereich - Perspektiven des RechtsProf. Dr. Hans-Georg Dederer
18.15 UhrAbendessen
19.30 UhrWarum Forschung und Gesellschaft einander benötigenKritische Deutungen eines komplexen Verhältnisses vor dem Hintergrund aktueller Stellungnahmen des Deutschen Ethikrats
Prof. Dr. theol. Peter Dabrock, Lehrstuhl für Systematische Theologie (Ethik), Universität Erlangen-Nürnberg und Vorsitzender des deutschen Ethikrates
20.30 UhrGespräche und Begegnungen in den Salons des SchlossesGespräche und Begegnungen in den Salons des Schlosses
Donnerstag, 15. November 2018
07.45 UhrAndacht in der Schlosskapelle
Pfr. Frank Kittelberger
09.00 UhrEthik und Anthropologie in Medizin & PflegeDr. phil. Galia Assadi
10.00 UhrKaffeepause
Ein Shootingstar medizinischer ForschungPlenarsession 5 / Chair:
Prof. Dr. med. Otto-Albrecht Müller
10.30 UhrImmunkologie 2018 - Chancen und HerausforderungenProf. Dr. Michael von Bergwelt
Rahmenfragen medizinischer ForschungPlenarsession 6 / Chair:
Pfr. Frank Kittelberger
11.30 UhrPolitik, ökonomische Interessen und ethische FragenProf. Dr. med. Georg Marckmann, MPH
12.30 UhrMittagessen
13.30 UhrWas ist und was nützt ehtische Begleitforschung?Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke
14.15 UhrWas soll und darf Forschung?Generaldebatte & Schlussplenum, Moderation:
Dr. Gernot Sittner
&
Pfr. Frank Kittelberger
15.00 UhrTagungsausklang und VerabschiedungDr. Gernot Sittner
&
Pfr. Frank Kittelberger
15.15 UhrKaffee und Kuchen im Foyer & Tagungsende

Referierende

REFERIERENDE UND BETEILIGTE

Dr. Galia Assadi, Philosophin; wissenschaftliche Mitarbeiterin, Evangelische Hochschule Nürnberg
Prof. Dr. Dr. Michael von Bergwelt, Direktor Medizinische Klinik und Poliklinik III (Hämatologie und Onkologie); Klinikum der LMU München
Prof. Dr. Peter Dabrock, Professor für Systematische Theologie (Ethik) am Fachbereich Theologie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg; Vorsitzender des Deutschen Ethikrats, Berlin
Prof. Dr. Hans-Georg Dederer, Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, Völkerrecht, Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht, Juristische Fakultät der Universität Passau
Prof. Dr. Horst Domdey, Managing Director BioM Biotech Cluster Development GmbH, Martinsried
Prof. Dr. Constanze Giese, Dekanin im Fachbereich Pflege, Katholische Stiftungsfachhochschule München
Prof. Dr. Hanfried Helmchen, Emeritierter Professor und geschäftsführender Direktor der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der Freien Universität Charité - Universitätsmedizin Berlin
Prof. Dr. Sven Mahner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der LMU München
Prof. Dr. Arne Manzeschke, Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB); Professor für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg
Prof. Dr. Georg Marckmann, MPH, Professor für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin und Vorstand des gleichnamigen Instituts an der LMU München
Prof. Dr. Otto-Albrecht Müller, Ärztlicher Direktor i.R. am Rot-Kreuz-Krankenhaus München; freier Mitarbeiter am MVZ Allach
Dr. Gernot Sittner, Ehem. Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung (SZ); Vorsitzender des SZ-Gesundheitsforums, Neuried
Prof. Dr. Christoph Stein, Direktor Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin, Berlin
Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Strowitzki, Abt. Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen an der UniversitätsFrauenklinik Heidelberg
Dr. Michael Wunder, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut, Leiter des Beratungszentrums der Evangelischen Stiftung Alsterdorf

Preise & Informationen

Tagungsleitung
Pfr. Frank Kittelberger / Dr. Gernot Sittner / Prof. Dr. med. Klaus Peter

Tagungsorganisation
Cornelia Spehr, Telefon: 08158 251-125, Telefax: 08158 99 64 24, E-Mail: spehr@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir schriftlich, mit anhängender Karte oder direkt online. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich.
Anmeldeschluss ist der 7. November 2018.

Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens zum 7. November 2018  um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, ab dem Tag des Tagungsbeginns 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.

Preise                 
für die gesamte Tagungsdauer:                                       €

Teilnahmebeitrag                                                            55.–

Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)              48.50

Vollpension im Einzelzimmer                                      107.–
Vollpension im Doppelzimmer                                       85.–
Vollpension im Doppelzimmer als Einzelzimmer      115.–

In den Pausen werden Kaffee/Tee/Kuchen angeboten und auch  bei Teilnahme ohne Verpflegung berechnet (à 4.– €).

Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.

Sonderkost
Gerne bietet unsere Küche gegen einen Aufpreis von 10.– € pro Person & Veranstaltung bei streng veganem Essen, Unverträglichkeiten oder Allergien die Zubereitung einer Sonderkost an – s. Anmeldekarte.

Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen und Arbeitslose erhalten eine Ermäßigung von 50 %. JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation vorliegt. Bei Inanspruchnahme einer Ermäßigung schicken Sie uns bitte eine Kopie Ihres Ausweises mit Ihrer Anmeldung zu.

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.