Sterben wollen – Sterben lassen

Sterben wollen – Sterben lassen

18. März 2014

Inhalt

... NEITHER TO HASTEN ... DEATH                      
                                            aus der WHO-Definition von Palliative Care (2002)

Zu den Grundwerten der modernen Hospizbewegung gehört die  Überzeugung: Es ist nicht unsere Aufgabe, den Tod zu beschleunigen oder zu verzögern. So formuliert es auch die Weltgesundheitsorganisation in ihrer bis heute geltenden Definition: „Palliative care affirms life and regards dying as a normal process, and intends neither to hasten nor to prolong death“.

Diese galt lange als Bollwerk gegen jede Form der Sterbehilfe. Freilich lag der Fokus bisher eher auf dem zweiten Teil der Aussage: Die unnötige Verlängerung von Leiden, das künstliche Aufhalten von natürlichen Sterbeprozessen und Auswüchse der Apparatemedizin wurden kritisiert. Somit konnte die Hospizbewegung in der Abwehr der aktiven Sterbehilfe und im Einsatz für ein würdevolles Sterbenlassen segensreich wirken: Wer gut begleitet wird, stirbt gelassen und zu seiner Zeit!

Doch der Frieden trügt. Zunehmend bitten Menschen darum, dass ihnen beim Sterben geholfen wird. Gerade in gut versorgten und begleiteten Situationen taucht diese Bitte auf. Sie wird geäußert und dabei scheinbar ermutigt von Helfern, die anbieten, „alles mitzutragen“ und „für jede Not und Sorge ein offenes Ohr zu haben“. Also bitten Menschen um Hilfe, wenn sie sterben wollen. Sie verstehen nicht, dass dann plötzlich eine „rote Linie“ aufscheint, die das Hospiz oder der Palliativpflegedienst nicht überschreiten kann und will. Auch in Pflegeheimen, die nach dem Hospizgedanken arbeiten, werden diese Wünsche immer öfter vorgetragen. Es gibt Menschen, die trotz bester Betreuung sterben wollen. Und sie sagen das auch.

Ist dies schon in der „normalen“ Pflege und Medizin eine ethische Herausforderung, so stellt es haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende in der Hospizbewegung vor ein enormes Dilemma. In der endof-life-care sollen Menschen gemäß ihren Bedürfnissen und Wünschen vorurteilsfrei und schier bedingungslos zugewandt begleitet werden (radikale Patientenzentrierung) – und dann verschließt der Wunsch nach Beihilfe zum Suizid scheinbar plötzlich alle Türen.
Das Thema brennt auf den Nägeln. Wir wollen es mit Experten aus der Praxis diskutieren.

Dazu lädt die Evangelische Akademie in Kooperation mit der Bayerischen Stiftung Hospiz zum zweiten Mal zu einem Fachtag nach Tutzing ein.

Dr. Thomas Binsack, Bayerische Stiftung Hospiz
Pfr. Frank Kittelberger, Evangelische Akademie Tutzing

Tagungs-Programm

Dienstag, 18. März 2014
09.30 UhrAnkommen & Kaffee
10.00 UhrBegrüßung
Pfr. Frank Kittelberger
10.15 UhrEinführung
Dr. Thomas Binsack
10.30 UhrAuf der PalliativstationBericht aus der Praxis
PD Dr. med. Marcus Schlemmer
11.00 UhrIm stationären HospizBericht aus der Praxis
Sabine Ritter
11.30 UhrIm ambulanten HospizBericht aus der Praxis
Dipl. theol. Dipl. Soz.Päd. Sepp Raischl
12.00 UhrAussprache
12.30 UhrMittagessen und Gespräche am See
14.00 UhrIm palliativkompetenten PflegeheimBericht aus der Praxis
Pfrin. Dorothea Bergmann
14.30 UhrSuizid und GlaubeVortrag
Pfr. Frank Kittelberger
15.00 UhrKaffeepause
15.30 UhrSchlussplenumMit Aussprache und VerabschiedungModeration:
Dr. Thomas Binsack
Pfr. Frank Kittelberger
16.00 UhrEnde der Veranstaltung
09.30 Uhr
Ankommen & Kaffee
10.00 Uhr
Begrüßung
Pfr. Frank Kittelberger
10.15 Uhr
Einführung
Dr. Thomas Binsack
10.30 Uhr
Auf der PalliativstationBericht aus der Praxis
PD Dr. med. Marcus Schlemmer
11.00 Uhr
Im stationären HospizBericht aus der Praxis
Sabine Ritter
11.30 Uhr
Im ambulanten HospizBericht aus der Praxis
Dipl. theol. Dipl. Soz.Päd. Sepp Raischl
12.00 Uhr
Aussprache
12.30 Uhr
Mittagessen und Gespräche am See
14.00 Uhr
Im palliativkompetenten PflegeheimBericht aus der Praxis
Pfrin. Dorothea Bergmann
14.30 Uhr
Suizid und GlaubeVortrag
Pfr. Frank Kittelberger
15.00 Uhr
Kaffeepause
15.30 Uhr
SchlussplenumMit Aussprache und VerabschiedungModeration:
Dr. Thomas Binsack
Pfr. Frank Kittelberger
16.00 Uhr
Ende der Veranstaltung

Referierende

Dorothea Bergmann, Pfarrerin, Pastoralpsychologische Pfarrstelle SPES Spiritualität - Palliative Care - Ethik - Seelsorge der Hife im Alter, München
Dr. med. Thomas Binsack, Vorsitzender, Stiftungsrat der Bayerischen Stiftung Hospiz
Pfr. Frank Kittelberger, Stellvertretender Vorsitzender, Bayerischer Hospiz- und Palliativverband, Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing
Dipl. Soz.Päd. Dipl. Theol. Sepp Raischl, Fachlicher Leiter, Christophorus-Haus, Christophorus Hospiz Verein e.V. München
Sabine Ritter, Leiterin, Caritas-Hospiz Xenia, Nürnberg
PD Dr. med. Marcus Schlemmer, Leiter, Palliativstation „St. Johannes von Gott“, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
München

Diesen Fachtag führt die Evangelische Akademie Tutzing in Kooperation mit der Bayerischen Stiftung Hospiz durch.
Informationen: http://www.bayerische-stiftung-hospiz.de

Preise & Informationen

Anmeldung / Organisation

Christina von Dawans, Tel.: 08158 251-125, Fax: 08158 99 64 25,
Email: dawans@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre
Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag
von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

Bitte melden Sie sich schriftlich (Online oder direkt per Email an
die Tagungsassistenz) bis zum 11. März 2014 an.
Wenn Sie keine Absage unsererseits erhalten, gelten Sie als
angemeldet.

Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir
bis spätestens zum 11. März 2014 um entsprechende schriftliche
Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen
Preises, mit Tagungsbeginn 100 % der von Ihnen bestellten
Leistungen in Rechnung gestellt.

Für die Teilnahme an diesem Fachtag sind bei Ankunft in der
Akademie 25.– € für die Tagesverpflegung zu entrichten ( 2 x
Kaffee mit Gebäck; 1 x Mittagessen)

Die Tagung wird aus Kirchensteuermitteln und aus einem
Zuschuss der Bayerischen Stiftung Hospiz finanziert.

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:

 


 
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.