SOS an Europas Grenzen

08. November 2018

Inhalt

RETTUNG AUS SEENOT IST RECHTLICHE UND MORALISCHE PFLICHT
 
Nach dieser Maxime handeln private Seenotrettungsorganisationen, die in den internationalen Gewässern vor der libyschen Küste Menschen vor dem Ertrinken retten. In den europäischen Anrainerstaaten, vor allem Italien, treffen sie allerdings auf ganz andere Einstellungen. Mehrfach ist privaten Seenotrettungsschiffen und neuerdings sogar Schiffen der
eigenen Küstenwache verwehrt worden, italienische Häfen anzulaufen und die Menschen von Bord zu lassen. In Malta werden sie am Wiederauslaufen gehindert, dem Kapitän der „Lifeline“ wird dort der Prozess gemacht, weil er ein nicht ordnungsgemäß registriertes Schiff in maltesische Gewässer gesteuert habe. Dem Rettungsschiff „Aquarius“
wird der Entzug der panamaischen Flagge angedroht.
 
Dieser völker- und menschenrechtswidrige Umgang mit den Rettungsschiffen  empört viele Menschen in Europa. Die Not der Geflüchteten, die sich trotz der drohenden Gefahren auf den Weg über das Mittelmeer machen, ist unübersehbar. Viele Personen und Organisationen, darunter auch die Evangelische Kirche in Deutschland, unterstützen die Seenotrettung, weil sie nicht einfach zuschauen wollen, wie Kinder, Frauen, Männer im Mittelmeer ertrinken. 2018 waren es trotz der Anstrengungen der Helfenden bereits mehr als 1.500 Menschen, Tausende auch in den Jahren davor. Nicht auszudenken, wie viele es wären, wenn es keine humanitären Rettungseinsätze gäbe. Die Helfenden tun ihr Bestes, um die Menschen medizinisch und mit Nahrung zu versorgen. Sie versuchen außerdem Empathie und Unterstützung für diese Menschen in den Aufnahmeländern zu wecken.
 
Seit der Initiierung der italienischen Mission „Mare Nostrum“ werden Initiativen zur Seenotrettung aber auch schon kritisiert. Sie würden die Menschen erst recht dazu bewegen, sich auf untaugliche Boote über das Mittelmeer zu begeben. Gerade richten sich solcherlei Vorwürfe vor allem gegen zivile Seenotrettungsinitiativen. Auch in Deutschland mehren sich
Stimmen, die die von den Rettern praktizierte Humanität in Frage stellen. Als sei das humanitäre Dilemma nicht schon genug, kann sich Europa auf keinen gemeinsamen Kurs in der Migrationsfrage einigen. Und so lange die politischen Lösungen nicht vorankommen, finden auch die praktischen Fragen keine Lösung und die Geflüchteten unter Umständen keinen sicheren Hafen.
 
Wir haben Experten eingeladen, die die Seenotrettung aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, miteinander diskutieren und nach gemeinsamen Strategien suchen werden, die es politisch zu verfolgen gilt.
 
Sie sind herzlich eingeladen, an dieser Diskussion teilzuhaben!
 
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
Juliane Tetzlaff, SOS MEDITERRANEE Deutschland e.V.

Tagungs-Programm

Donnerstag, 08. November 2018
19.00 UhrEinlass 19.00 Uhr
19.30 UhrBegrüßungDr. Ulrike Haerendel
„SOS an Europas Grenzen“
Flucht übers Mittelmeer und zivile SeenotrettungPodiumsdiskussion mit:
Christopher Hein
Franz Maget
Verena Papke
Manfred Rekowski
Moderation:
Dr. Ulrike Haerendel
21.30 UhrBegegnungen in den Salons
----------------------------------
Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung wird gebeten.

Referierende

Prof. Christopher Hein, Dozent für Asyl-und Migrationsrecht an der Universität LUISS sowie Mitglied im Vorstand des Italienischen Flüchtlingsrates, Rom
 
Franz Maget, Politiker (SPD), Mitglied des Bayerischen Landtags von 1990-2013, Sozialreferent an der Deutschen Botschaft in Tunis 2016-2018, München
 
Verena Papke, General Director, SOS Mediterranee Deutschland e.V., Berlin
 
Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Vorsitzender der EKD-Kammer für Migration und Integration, Düsseldorf

Preise & Informationen

Kooperationspartner
SOS MEDITERRANEE Deutschland e.V.
Die Veranstaltung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.
 
Leitung
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
 
Organisation & Anmeldung
Rita Niedermaier, Telefon: 08158 251-128, Telefax: 08158 99 64 28,
E-Mail: niedermaier@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.
Wir bitten um Ihre Anmeldung bis 5. November 2018.
 
Stiftung Schloss Tutzing
Die Stift ung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing“ Sorge zu tragen. Möchten Sie der Stift ung einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.
 
Verkehrsverbindungen
Für die Planung Ihrer Anreise nutzen Sie bitte das Portal Greenmobility auf unserer Homepage.
Die Akademie verfügt über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen.
Wir empfehlen die Anreise mit öff entlichen Verkehrsmitteln.
 
Ab München Hbf: S6 (Tiefgeschoss) bis Tutzing oder Regionalbahn Richtung Garmisch bzw. Kochel.
Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: 10 Minuten.
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis Starnberg, dann auf der B2 bis Traubing, dort links nach Tutzing.
 
Bildnachweis: © Rubber boat is waiting for a rescue, Yann Lev
Tagungsnummer: 0142019
 
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing
www.ev-akademie-tutzing.de
Blog: web.ev-akademie-tutzing.de/rotunde

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.