Ricarda Huch – Ein unangepasstes Frauenleben?

19. - 21. September 2014

Inhalt

"DAS LEBEN IST VOLL VON WIDERSPRÜCHEN, UND VON JEDER WAHRHEIT IST AUCH DAS GEGENTEIL WAHR."
                                                                                                     Ricarda Huch

Ricarda Huch hat als Schriftstellerin, Historikerin und Dichterin die großen Umbrüche des zwanzigsten Jahrhunderts miterlebt und dazu auch in einigen ihrer Veröffentlichungen Stellung genommen. Nach Studium und Promotion in Zürich wechselte sie ihre Wohnorte häufig: Bremen, Wien, Triest und München. Der Erste Weltkrieg war für die Fünfzigjährige voller Widersprüche, aber auch der Anlass, für zwei Jahre wieder in der Schweiz zu leben. In der Weimarer Republik und in den ersten Jahren des Nationalsozialismus wurden München, Berlin, Heidelberg und Freiburg „ihre“ Wohnorte. Ab 1936 verbrachte sie in Jena schwierige Jahre als Unangepasste im Dritten Reich. Sie war schon 80 Jahre alt, als sie sich nach dem Krieg auch politisch in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands engagierte. Kurz nach dem Umzug von Jena zu ihrer Tochter starb sie am 17. November 1947 in Schönberg bei Frankfurt.

Aus diesem wechselvollen Lebenslauf werden für die Tagung einige Schwerpunkte ausgewählt und mit Hilfe biographischer, literatur- und zeitgeschichtlicher Forschung beleuchtet. Da die Würdigung des mit etwa 50 Büchern sehr umfangreichen Werks von Ricarda Huch in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht annähernd zu bewältigen sein wird, müssen auch hier Schwerpunkte gesetzt, die zum Teil vorher geplant werden, sich aber auch spontan in Diskussion und Austausch ergeben können.

Zur Tagung werden Schülerinnen und Schüler als Vertreter der etwa ein Dutzend Ricarda-Huch-Schulen in Deutschland eingeladen. In intergenerationellen Gesprächen werden wir über Typisches und Untypisches dieser Frauenbiografie in schwierigen Zeitläuften sprechen und uns mit der Bedeutung Ricarda Huchs als Schriftstellerin und Historikerin befassen. Was bleibt von ihr außer einigen Schulen, die ihren Namen tragen?

Hartmut Hautzel, Köln
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing

Tagungs-Programm

Freitag, 19. September 2014
Anreise der Schülerinnen und Schüler ab 12.00 Uhr
13.45 UhrMittagsimbiss der Schülerinnen und Schüler im Foyer
14.30 UhrBegrüßung der Schülerinnen und SchülerDr. Ulrike Haerendel / Hartmut Hautzel
14.45 UhrVorstellung und Austausch: Ricarda-Huch-Aktivitäten im Gedenkjahr an den Schulen
Anreise der Teilnehmenden ab 15.00 Uhr
16.00 UhrBeginn der Tagung mit Stehkaffee/-tee
16.30 UhrTagungsbeginn/BegrüßungDr. Ulrike Haerendel
Hartmut Hautzel
16.45 UhrDie Summe des Ganzen - Leben und Werk Ricarda HuchsKatrin Lemke
17.45 UhrErinnerungsorte und Erinnerungsgelegenheiten - Ricarda Huch in Zeiten des InternetsHartmut Hautzel
18.30 UhrAbendessen
19.30 UhrFilmvorführung "Der Fall Deruga" (104 Min.)anschließend Diskussion
21.00 UhrAusklang in den Salons
Samstag, 20. September 2014
08.00 UhrMorgenimpuls am See
Dr. Ulrike Haerendel
09.00 UhrDie Unzeitgemäße. Ricarda Huch – eine Schriftstellerin der Grenzüberschreitungen: ebensgeschichtlich, poetisch, wissenschaftlich, politisch.Dr. Hiltrud Häntzschel
09.30 UhrImpressionen aus den Ricarda-Huch-Schulen: Historie und Gegenwart des Schulnamens; Ergebnisse des WettbewerbsSchülerinnen und Schüler
10.45 UhrKaffeepause
11.00 UhrRicarda Huch und die Schweiz. - Eine Spurensuche im Nachlass des Marbacher LiteraturarchivsDorit Krusche
11.45 UhrRicarda Huchs Vertraute und Freundinnen – BriefwechselEva Jobst
12.30 UhrMittagessen
14.00 UhrVorstellung der Workshops
Beginn der Arbeit in Gruppen
(Die folgenden Workshops sind Vorschläge und Angebote, die noch ergänzt oder verändert werden können)
14.15 Uhr1. Das "Kinder-Tagebuch" und Tagebuchschreiben heuteInput:
Eva Jobst
2. Ricarda Huchs Haltung zum Ersten Weltkrieg und zur RepublikInput:
Dr. Hiltrud Häntzschel
3. Sich etwas von der Seele schreiben - Konfliktbewältigung im literarischen Text: die frühe Novelle "Das Kätzchen" und ausgewählte GedichteInput:
Katrin Lemke
4. Ausgewählte Texte und Gedichte wie "Zuversicht", "Die Lebensalter" und "Nicht alle Schmerzen sind heilbar…"Input:
Prof.em. Dr. Günter Häntzschel
5. Die Erzählung "Tag von Jena" und ihre Lesung "Der Fliegerangriff (Jena im Frühjahr 1945)" im Radio BeromünsterInput:
Prof.em. Dr. Volker Wahl
6. Der Briefroman "Der letzte Sommer". Ein großer Erfolg - auch als Feldpostausgabe (1942)?Input:
Prof. em. Dr. Gerhard Schaumann
7. Erinnern und Vergessen - am Beispiel von Ricarda HuchInput:
Hartmut Hautzel
15.30 UhrKaffeepause
16.00 UhrFortsetzung der Arbeit in Gruppen
17.00 UhrPräsentation der Arbeit aus den Gruppen
18.00 UhrAbendessen
20.00 UhrRicarda Huchs Gedichtsammlung "Herbstfeuer" (1944/1955). Politisierung poetischer Bildlichkeit in schwierigen ZeitenProf.em. Dr. Günter Häntzschel
21.30 UhrGespräche in den Salons
Sonntag, 21. September 2014
08.40 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
Dr. Ulrike Haerendel
09.00 UhrRicarda Huch in Jena (1936-1947) und "Von den Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit im Jahr 1982"Prof.em. Dr. Volker Wahl
10.00 UhrZwischen Kriegsende und Neubeginn: Ricarda Huchs Aufenthalt in Tautenburg (März bis Mai 1945)Prof. em. Dr. Gerhard Schaumann
10.30 UhrPause
11.00 UhrPodiumsdiskussion mit den Referentinnen und Referenten:Was bleibt von Ricarda Huch?Dr. Ulrike Haerendel
12.15 UhrFeedback der Teilnehmenden
12.30 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen

Referierende

Prof. em. Dr. Günter Häntzschel, Deutsche Philologie, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Hiltrud Häntzschel, Autorin, Lehrbeauftragte für Germanistik, Ludwig-Maximilians-Universität München
Hartmut Hautzel, Seniorstudierender, Universität zu Köln
Eva Jobst, Studiendirektorin i.R., Gießen
Dorit Krusche, M.A., Literaturarchivarin, Deutsches Literaturarchiv Marbach
Katrin Lemke, Studienrätin i.R., Jena
Prof. em. Dr. Gerhard Schaumann, Institut für Slawistik, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Prof. em. Dr. Volker Wahl, Direktor a.D. , Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar

Preise & Informationen

Tagungsleitung
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing

Tagungsorganisation
Rita Niedermaier, Telefon: 08158 251-128, Telefax: 08158 99 64 28
Email: niedermaier@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre
Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von
9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

Anmeldung
bitte schriftlich mit anhängender Karte, per E-mail (Tagungsorganisation) oder direkt online. Ihre Anmeldung ist verbindlich, sollten Sie von uns nicht spätestens eine Woche vor Tagungsbeginn eine Absage wegen Überbelegung erhalten. Eine Anmeldebestätigung erfolgt nur auf Wunsch. Anmeldeschluss ist der 5. September 2014.

Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens zum 12. September 2014 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, mit Tagungsbeginn 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.

Preise für die gesamte Tagungsdauer:
Teilnahmebeitrag 70.– €
Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück) 50.– €
Vollpension
– im Einzelzimmer 160.– €
– im Zweibettzimmer 118.– €
– im Zweibett- als Einzelzimmer 172.– €
Kurzzeitzuschlag für eine Übernachtung 10.– €

Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen
können nicht rückvergütet werden.

Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitslose erhalten eine Ermäßigung von 50 %. JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu.

Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €

Schulwettbewerb Ricarda Huch
Um mit jungen Leuten in den Dialog über Ricarda Huch zu treten, schreiben wir einen Wettbewerb an den Schulen ihres Namens und an ihren wichtigsten Lebensstationen aus. Die teilnehmenden SchülerInnen erhalten mehrere Aufgaben, die sich auf Leben und Werk Ricarda Huchs beziehen. Diese lassen sich mit Hilfe des Ricarda-Huch-Portals www.ricarda-huch.com sowie anderer Internet-Angebote und/oder der Schulbibliotheken lösen. Hauptgewinne dieses Wettbewerbs soll eine kostenlose Teilnahme an der Tutzinger Tagung sein (für 2 SchülerInnen pro Schule). Für jeden Schüler/jede Schülerin kostet die Teilnahme an der Tutzinger Tagung 100.– Euro. Wenn Sie unser Ziel unterstützen wollen, freuen wir uns über eine Spende auf das Konto der Evangelischen Akademie Tutzing, Stichwort „Ricarda-Huch-Wettbewerb“, Evang. Kreditgenossenschaft eG Kassel, IBAN: DE54 5206 0410 0001 0305 31 mit Angabe Ihrer Anschrift. Gerne stellen wir eine Zuwendungsbescheinigung aus.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat für diese Tagung einen Zuschuss in Aussicht gestellt.

Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:

 


 
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.