Migration verändert die kirchliche Landschaft in Deutschland. Von den rund 20,8 Millionen Menschen in Deutschland, die einen sogenannten „Migrationshintergrund“ haben, sind mehr als die Hälfte (55 %), also knapp 11 Millionen, Christen. Die Zahl der orthodoxen Christen in Deutschland liegt heute nach jüngsten Schätzungen zwischen drei und vier Millionen. Dennoch sind Migrationskirchen in der Theologie eher ein Randthema.
Der Freundeskreis PHILOXENIA wurde 1966 gegründet, um die mit den sogenannten „Gastarbeitern“ vermehrt nach Deutschland kommenden orthodoxen Christen willkommen zu heißen und das gegenseitige Verständnis zwischen orthodoxen, evangelischen und katholischen Christinnen und Christen zu fördern.
Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens dieses Freundeskreises laden die Katholische Akademie in Bayern und die Evangelische Akademie Tutzing zu einer Ökumenischen Studientagung ein.
Die Tagung will dazu beitragen, die Herausforderungen, aber auch die Chancen, die aus der Begegnung mit Christinnen und Christen aus anderen Traditionen und Kulturen erwachsen, zu thematisieren. Zu den Chancen der Begegnung mit den orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen zählt die Entdeckung einer innerchristlichen Vielfalt, die dazu beitragen kann, ein in Deutschland immer noch verbreitetes Denken in konfessionellen „Schubladen“ zu überwinden. Viele orthodoxe Gemeinden, aber auch die orthodoxen Diözesen und die 2010 gegründete „Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland“ sind ein Beispiel für gelungene Integration. Die Tagung wird danach fragen, welche Faktoren dazu beigetragen haben und was daraus für in Zukunft anstehende Integrationsprozesse gelernt werden kann.





