Noch erschöpft – oder schon krank?

Noch erschöpft – oder schon krank?

11. - 12. November 2019

Inhalt

„Stell Dich nicht so an!“                       

 – so persiflierte ein wütender Blogger die verharmlosende Darstellung psychischer Leiden in einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung (19.01.2019). Es ist ein harter Satz, der unsere Schwierigkeit im Umgang mit den Stimmungen anderer Mensch zeigt. Für jemanden, der oder die sich hängen lässt und nur einen Anstoß braucht, mag er passen. Einen anderen Menschen, der – vielleicht unerkannt – ernsthaft krank ist, wird er verletzen. Depression ist eine schwere und nicht selten zu wenig beachtete Erkrankung! In Konkurrenz dazu tritt der unschärfere Begriff des „Burnout“ als Sammlung von Symptomen, aber auch als sprachliche Kippfigur. In der unübersichtlichen Gemengelage zwischen Modeerscheinung, mannigfaltig verursachter Verstimmung und psychischer Erkrankung tun Differenzierungen Not!
 
Die Weltgesundheitsorganisation, die schon lange über eine klare Definition von Depression verfügt, arbeitet inzwischen an einer genaueren Klassifikation von Burnout. Zumindest für den Stress im Beruf ist das Phänomen nun genauer charakterisiert. Ob das genügt? Die Erfahrung zeigt, dass die Symptome auch andere Ursachen haben können. Der wissenschaftliche Streit darüber ist noch nicht entschieden. Im Alltag treffen wir auf vielerlei Gründe, die zur Verstimmung, zur tiefen Traurigkeit und Lustlosigkeit und zum “Ausgebrannt-und-leer-Sein“ sein führen können. Davon zu unterscheiden ist die Krankheit Depression mit ihren vielfältigen Ursachen, die im Inneren eines Menschen genauso liegen können, wie in äußeren Umständen.
 
Auch die Diskussion um therapeutische Hilfen im Gegensatz zu eigenen Anstrengungen und einer gesunden Lebensweise ist in vollem Gang. Wirtschaft und Arbeitswelt beklagen die Zunahme an psychischen Krankheiten, an Störungen der Motivation und Arbeitslust sowie am immer häufiger diagnostizierten „Burnout“. Auch in dieser Debatte verwischen die Grenzen zwischen psychischer Krankheit, temporärer Verstimmung oder schlichter Überlastung. Die Begriffe werden unscharf. Dabei ist unbestritten, dass nicht nur die Arbeitswelt großen Einfluss auf die Befindlichkeit von Menschen hat, sondern dass diese Befindlichkeit umgekehrt auch die Fähigkeit und Motivation zu guter und sinngebender Arbeit beeinflusst. Solche Wechselwirkungen werden für alle Beteiligten zu einem Teufelskreis.
 
Die Tagung will die genannten Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten, möglichst zur Begriffsklärung beitragen und Lösungen aufzeigen. Zur Diskussion laden wir herzlich zur vierten Depressionstagung in die Evangelische Akademie Tutzing an den Starnberger See ein.

Dr. med. Joachim Hein
ehem. Vorstandsvorsitzender Münchner Bündnis gegen Depression e.V., München
 
Prof. Dr. Dr. med. Martin E. Keck
Vorstandsvorsitzender,  Münchner Bündnis gegen Depression e.V., München
 
Pfr. Frank Kittelberger
Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing

Tagungs-Programm

Montag, 11. November 2019
Anreise ab 08:30 Uhr
09.30 UhrWillkommenskaffee im Foyer
10.00 UhrBegrüßung
Pfr. Frank Kittelberger
&
Dr. med. Joachim Hein
10.15 UhrBeflügelt oder beschwert – wie wir leben und arbeitenEine thematische Einführung in die Tagung
Prof. Dr. Dr. med. Martin E. Keck
10.40 UhrVolkskrankheit Depression – aktueller WissensstandDr. med. Götz Berberich
11.30 UhrBurnout: Gibt es das überhaupt? Was ist das? Und was unterscheidet Burnout und Depression? Prof. Dr. med. Dr. phil. Andreas Hillert
12.20 UhrZwischenbilanz & Organisatorisches
12.30 UhrMittagessen
13.50 UhrGibt es ein Leben nach dem Burnout? Ein Betroffener erzählt
Edgar Rodehack
14.40 UhrDer Einfluss psychologischer Charakteristika auf den Verlauf von Burnout Dr. med. Barbara Hochstrasser
15.30 UhrKaffeepause
16.00 UhrRefelxionsgruppen
18.00 UhrAbendessen
19.00 UhrProjekte, Tipps, Modelle und Erfahrungen – garniert mit Musik zur „blue hour“ Moderation:
Pfr. Frank Kittelberger
&
Dr. med. Joachim Hein
Musik: „Blue Jazz by Bouterweck, Haas & Hess”
----------------------------------------------------------------------
Kurzpräsentationen:
• Initiative für mentale Gesundheit im Gesundheitswesen
Eva Kuhn von "Blaupause"
• Ex in – Möglichkeit zurück ins Berufsleben
Dr. theol. Karolina De Valerio
21.00 UhrGespräche & Begegnungen in den Salons des Schlosses
Anreise ab 08:30 Uhr
09.30 Uhr
Willkommenskaffee im Foyer
10.00 Uhr
Begrüßung
Pfr. Frank Kittelberger
&
Dr. med. Joachim Hein
10.15 Uhr
Beflügelt oder beschwert – wie wir leben und arbeitenEine thematische Einführung in die Tagung
Prof. Dr. Dr. med. Martin E. Keck
10.40 Uhr
Volkskrankheit Depression – aktueller WissensstandDr. med. Götz Berberich
11.30 Uhr
Burnout: Gibt es das überhaupt? Was ist das? Und was unterscheidet Burnout und Depression? Prof. Dr. med. Dr. phil. Andreas Hillert
12.20 Uhr
Zwischenbilanz & Organisatorisches
12.30 Uhr
Mittagessen
13.50 Uhr
Gibt es ein Leben nach dem Burnout? Ein Betroffener erzählt
Edgar Rodehack
14.40 Uhr
Der Einfluss psychologischer Charakteristika auf den Verlauf von Burnout Dr. med. Barbara Hochstrasser
15.30 Uhr
Kaffeepause
16.00 Uhr
Refelxionsgruppen
18.00 Uhr
Abendessen
19.00 Uhr
Projekte, Tipps, Modelle und Erfahrungen – garniert mit Musik zur „blue hour“ Moderation:
Pfr. Frank Kittelberger
&
Dr. med. Joachim Hein
Musik: „Blue Jazz by Bouterweck, Haas & Hess”
----------------------------------------------------------------------
Kurzpräsentationen:
• Initiative für mentale Gesundheit im Gesundheitswesen
Eva Kuhn von "Blaupause"
• Ex in – Möglichkeit zurück ins Berufsleben
Dr. theol. Karolina De Valerio
21.00 Uhr
Gespräche & Begegnungen in den Salons des Schlosses
Dienstag, 12. November 2019
07.30 UhrFrühstück
08.45 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
09.15 UhrBreaking The Silence – Destigmatisierung psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz Dr. Ulrich Birner
10.00 UhrUnd wenn ich wieder gesund bin? Reintegration am Arbeitsplatz
Dr. rer. med. Beate Schulze
10.45 UhrKaffeepause
11.15 Uhr Erschöpft im Garten des Herrn – Kirchliche Mitarbeiter zwischen Totalrolle und Arbeitsverdichtung Ottmar Polnau
12.00 UhrZwischenbilanz im Plenum
12.30 UhrMittagessen
14.00 UhrUnd nochmals: Lebensführung gegen Depression – Ein ermutigendes Fazit Prof. Dr. Dr. med. Martin E. Keck
15.00 UhrSchlussplenum & VerabschiedungPfr. Frank Kittelberger
15.45 UhrAusklang & Kaffee im Foyer
07.30 Uhr
Frühstück
08.45 Uhr
Morgenandacht in der Schlosskapelle
09.15 Uhr
Breaking The Silence – Destigmatisierung psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz Dr. Ulrich Birner
10.00 Uhr
Und wenn ich wieder gesund bin? Reintegration am Arbeitsplatz
Dr. rer. med. Beate Schulze
10.45 Uhr
Kaffeepause
11.15 Uhr
Erschöpft im Garten des Herrn – Kirchliche Mitarbeiter zwischen Totalrolle und Arbeitsverdichtung Ottmar Polnau
12.00 Uhr
Zwischenbilanz im Plenum
12.30 Uhr
Mittagessen
14.00 Uhr
Und nochmals: Lebensführung gegen Depression – Ein ermutigendes Fazit Prof. Dr. Dr. med. Martin E. Keck
15.00 Uhr
Schlussplenum & VerabschiedungPfr. Frank Kittelberger
15.45 Uhr
Ausklang & Kaffee im Foyer

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Referierende

REFERIERENDE

Dr. med. Götz Berberich, Chefarzt Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychosomatische Klinik Windach
Dr. Ulrich Birner, Head of Psychosocial Health and Well-Being; Siemens AG, München
Dr. theol. Karolina De Valerio, Mitarbeiterin EX-IN sowie Münchner Bündnis gegen Depression e.V., München
Franko Göbel, Bachelor of Arts Sportwissenschaften und Master of Arts Prävention- und Gesundheitsmanagement, Mitarbeiter Akademie und psychotherapeutisches  Gesundheitszentrum Frauenchiemsee
Prof. Dr. med. Dr. phil. Andreas Hillert, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Chefarzt – Psychosomatik und Psychotherapie, Schön Klinik Roseneck
Dr. med. Barbara Hochstrasser, Präsidentin Swiss Expert Network on Burnout, Chefärztin Psychiatrie und Psychotherapie Privatklinik Meiringen / Schweiz
Eva Kuhn, Vorstandsmitglied, Blaupause – Initiative für mentale Gesundheit im Gesundheitswesen, TU München
Prof. Dr. Undine Lang, Ordinaria für Psychiatrie der Universität Basel; Klinikdirektorin der Klinik für Erwachsene und Privatklinik Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel / Schweiz
Ottmar Polnau, Religionslehrer i.R., Lehrsupervisor, Seelsorger, Berater, Freiburg
Dr. med. Herbert Reisinger, Facharzt für Arbeitsmedizin, Bezirksklinikum Mainkofen
Edgar Rodehack, Organisationsberater, Teamentwickler, Lean & Agile Coach, München
Franziska Stiegler, Referentin psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) im BKK Dachverband e.V., Abteilung Gesundheitsförderung, Pflege und Rehabilitation, Berlin
Dr. rer. med. Beate Schulze, Vizepräsidentin des Schweizer Expertennetzwerks für Burnout; Gastwissenschaftlerin am Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health  an der Universität Leipzig; Lehrbeauftragte an der Universität Zürich und der Kaleidos Fachhochschule für Wirtschaft in Zürich; Inhaberin Schulze Resource Consulting, Genf / Schweiz

TAGUNGSLEITUNG 

Dr. med. Joachim Hein, Arzt; ehem. Vorstandsvorsitzender Münchner Bündnis gegen Depression e.V., München
Prof. Dr. Dr. med. Martin E. Keck, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie, Facharzt für Nervenheilkunde, Facharzt für Allgemeinmedizin; Akademie und Gesundheitszentrum Kloster Frauenchiemsee, Vorstandsvorsitzender des Münchner Bündnis gegen Depression e.V., München (www.martinkeck.info)
Pfr. Frank Kittelberger, Pastoralpsychologe, Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care an der Evangelischen Akademie Tutzing

MUSIK
Trio – Thomas Bouterwek (Sax), Alex Haas (Bass) und Bernd Hess (Gitarre), Tutzing & Umgebung
 
 

Preise & Informationen

Tagungsleitung
Pfr. Frank Kittelberger

Tagungsorganisation
Cornelia Spehr, Telefon: 08158 251-125, Telefax: 08158 99 64 24 E-Mail: spehr@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.
 
Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir schriftlich, mit anhängender Karte oder direkt online. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich. Anmeldeschluss ist der 4. November 2019.

Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens zum 4. November 2019 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, ab dem Tag des Tagungsbeginns 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.

Preise  für die gesamte Tagungsdauer:    €
Teilnahmebeitrag                                                                        70.–

Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)                        48.50
Vollpension im Einzelzimmer                                                   107.–
Vollpension im Doppelzimmer                                                   85.–
Vollpension im Doppelzimmer als Einzelzimmer                    115.–
Kurzzeitzuschlag   10.–
 
In den Pausen werden Kaffee/Tee/Kuchen angeboten
und auch bei Teilnahme ohne Verpflegung berechnet              à 4.–
 
Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.

Sonderkost
Gerne bietet unsere Küche gegen einen Aufpreis von 10.– € pro Person & Veranstaltung bei streng veganem Essen, Unverträglichkeiten oder Allergien die Zubereitung einer Sonderkost an – s. Anmeldekarte.

Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen und Arbeitsuchende erhalten eine Ermäßigung von 50 %.
JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation zusammen mit dem Auftrag zur Berichterstattung vorliegt. 
Bei Inanspruchnahme einer Ermäßigung schicken Sie uns bitte eine Kopie Ihres Ausweises mit Ihrer Anmeldung zu.
 
Kooperation
Punkte für das „Fortbildungzertifikat“ der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) sind beantragt. Fortbildungspunkte für Pflegende (RbP) sind beantragt.

Stiftung Schloss Tutzing
Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing“ Sorge zu tragen. Möchten Sie der Stiftung einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.
Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.
 
Bildnachweis: Adobe Stock
Tagungsnummer: 0152020
 
 

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.

Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.