Metamorphosen: Frauen und Religion

Metamorphosen: Frauen und Religion

16. - 18. Oktober 2020

Inhalt

GOTT GIBT NICHT JEDEM MENSCHEN DAS GLEICHE.
Glikl bas Judah Leib, um 1700

Über viele Jahrhunderte blieben die abrahamitischen Religionen dem Grundsatz treu, dass Frauen in Synagogen, Kirchen und Moscheen einen niedrigeren Rang als Männer bekleiden. Das galt für den Ritus genauso wie für das geistliche Amt. Weil auch religiöse Bildung  vorrangig den Männern zugänglich blieb, war es ein Leichtes, dafür unzählige Belege aus Bibel, Talmud und Koran anzuführen. Frauen waren im Allgemeinen weder in der Lage noch willens, diesen Grundsatz auszuhebeln. Zu sehr vermischten sich darin soziale, politische und religiöse Ordnungsvorstellungen, die sich zu einer fast unangreifbaren Gesamtheit fügten.
 
Im Gegensatz zu diesem formellen Ausschluss stand die von jeher starke Bedeutung der Religion für Frauen und der Frauen für die Religion. Sie waren oft diejenigen, die Lehren mit Leben füllten, Wissen und Tradition an ihre Kinder weitergaben, den Glauben „alltäglich“  werden ließen in ihren Familien und die Hauptlast der Dienste in den Gemeinden verrichteten. Bei allen „Metamorphosen“ hat sich daran gar nicht so viel verändert, … oder?
 
Frauen in der Gegenwart, für die der Glauben zu ihrem Leben gehört, geben sich allerdings nicht nur selbstgenügsam mit den überlieferten und zugewiesenen Rollen in ihren Religionsgemeinschaften zufrieden, sondern fordern zum Umdenken auf. Aus dem Feminismus lernen sie gesellschaftskritische Blicke auf Macht, Patriarchat und Unterdrückung, die nicht nur in der profanen Welt anzutreffen sind. Und sie eroberten  sich neue Terrains hinsichtlich Geschlechtergleichstellung, gleichem Zugang zu Ämtern oder Mitspracherechten… Einen starken Ausdruck finden diese Ansprüche in der Maria 2.0-Bewegung, die 2019 begann, die katholische Kirche herauszufordern. Auch bei vielen Männern erfahren religiöse Frauenbewegungen einen starken Widerhall: Sie unterstützen sie und haben den gleichen kritischen Blick auf patriarchale Strukturen.
 
So viel Stoff für ein Wochenende, an dem wir im Austausch zwischen den Geschlechtern und Generationen und in interreligiöser Offenheit von- einander lernen und miteinander diskutieren wollen. Herzliche Einladung in die Evangelische Akademie Tutzing!

Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Renate Jost, Augustana-Hochschule, Neuendettelsau

Tagungs-Programm

Freitag, 16. Oktober 2020
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 UhrBeginn der Tagung mit dem Abendessen
19.00 UhrBegrüßungDr. Ulrike Haerendel
und
Prof. Dr. Renate Jost
19.15 UhrI. Panel: Schwestern im Geist
Zwischen Emanzipation und Unterwerfung – Katholische Frauenkongregationen im 19. und 20. Jahrhundert Prof. Dr. Gisela Muschiol
„Ich habe immer gefunden, dass der unterste Weg der sicherste ist.“ Diakonissenleben zwischen Selbstverleugnung und Selbstbehauptung
Prof. Dr. Ute Gause
21.00 UhrGespräche in den Salons des Schlosses
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 Uhr
Beginn der Tagung mit dem Abendessen
19.00 Uhr
BegrüßungDr. Ulrike Haerendel
und
Prof. Dr. Renate Jost
19.15 Uhr
I. Panel: Schwestern im Geist
Zwischen Emanzipation und Unterwerfung – Katholische Frauenkongregationen im 19. und 20. Jahrhundert Prof. Dr. Gisela Muschiol
„Ich habe immer gefunden, dass der unterste Weg der sicherste ist.“ Diakonissenleben zwischen Selbstverleugnung und Selbstbehauptung
Prof. Dr. Ute Gause
21.00 Uhr
Gespräche in den Salons des Schlosses
Samstag, 17. Oktober 2020
07.45 UhrAndacht in der Schlosskapelle
09.00 UhrII. Panel: Christentum und Geschlechterordnung
Frauen und Ämter im frühen Christentum PD Dr. Heidrun Mader
Die Reformation: Triebfeder der Frauenemanzipation oder patriarchaler Dominanz?Sr. PD Dr. Nicole Grochowina
11.00 UhrKaffeepause
11.30 UhrDas Ringen um die FrauenordinationDr. Cornelia Schlarb
12.30 UhrMittagessen
14.30 UhrIII. Panel: Frauenbilder in den Religionen
Eva oder Maria? Bilder der Weiblichkeit in Bibel und christlicher Tradition Prof. Dr. Margit Eckholt
15.30 UhrKaffeepause
16.00 UhrDas göttliche Mädchen – weibliche Christ-Bilder Prof. Dr. Renate Jost
17.00 UhrFrauen und Religion: Beispiele aus dem frühen und dem gegenwärtigen Islam Dr. Doris Decker
18.00 UhrAbendessen
19.00 UhrRegina (Film Ungarn 2013, 63 Min.)
Filmgespräch mit
Hartmut G. Bomhoff, M.A.
21.00 UhrGespräche in den Salons des Schlosses
07.45 Uhr
Andacht in der Schlosskapelle
09.00 Uhr
II. Panel: Christentum und Geschlechterordnung
Frauen und Ämter im frühen Christentum PD Dr. Heidrun Mader
Die Reformation: Triebfeder der Frauenemanzipation oder patriarchaler Dominanz?Sr. PD Dr. Nicole Grochowina
11.00 Uhr
Kaffeepause
11.30 Uhr
Das Ringen um die FrauenordinationDr. Cornelia Schlarb
12.30 Uhr
Mittagessen
14.30 Uhr
III. Panel: Frauenbilder in den Religionen
Eva oder Maria? Bilder der Weiblichkeit in Bibel und christlicher Tradition Prof. Dr. Margit Eckholt
15.30 Uhr
Kaffeepause
16.00 Uhr
Das göttliche Mädchen – weibliche Christ-Bilder Prof. Dr. Renate Jost
17.00 Uhr
Frauen und Religion: Beispiele aus dem frühen und dem gegenwärtigen Islam Dr. Doris Decker
18.00 Uhr
Abendessen
19.00 Uhr
Regina (Film Ungarn 2013, 63 Min.)
Filmgespräch mit
Hartmut G. Bomhoff, M.A.
21.00 Uhr
Gespräche in den Salons des Schlosses
Sonntag, 18. Oktober 2020
08.45 UhrAndacht in der Schlosskapelle
09.15 UhrFrauen und Ämter in den WeltreligionenImpulsreferat von
Hartmut G. Bomhoff, M.A.
Anschließende Podiumsdiskussion mit Hartmut Bomhoff, Dr. Doris Decker, Prof. Dr. Margit Eckholt, Prof. Dr. Renate Jost
Moderation:
Dr. Ulrike Haerendel
10.45 UhrPause
11.15 UhrBeobachtungen, Reflexionen, Kommentare (Fishbowl)
12.30 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen
08.45 Uhr
Andacht in der Schlosskapelle
09.15 Uhr
Frauen und Ämter in den WeltreligionenImpulsreferat von
Hartmut G. Bomhoff, M.A.
Anschließende Podiumsdiskussion mit Hartmut Bomhoff, Dr. Doris Decker, Prof. Dr. Margit Eckholt, Prof. Dr. Renate Jost
Moderation:
Dr. Ulrike Haerendel
10.45 Uhr
Pause
11.15 Uhr
Beobachtungen, Reflexionen, Kommentare (Fishbowl)
12.30 Uhr
Ende der Tagung mit dem Mittagessen

Referierende

Hartmut G. Bomhoff, M.A., wiss. Mitarbeiter, Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam
Dr. Doris Decker, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DFG-Projekt, Fachgebiet Religionswissenschaft, Philipps-Universität Marburg
Prof. Dr. Margit Eckholt, Professur für Dogmatik und Fundamentaltheologie, FB Katholische Theologie, Universität Osnabrück
Prof. Dr. Ute Gause, Lehrstuhl für Kirchengeschichte (Reformationsgeschichte & Neuere Kirchengeschichte), Evangelisch-Theologische Fakultät, Ruhr-Universität Bochum
Sr. PD Dr. Nicole Grochowina, wiss. Mitarbeiterin, Lehrstuhl Neuere Kirchengeschichte II, Friedrich Alexander Universität Nürnberg/Erlangen
Dr. Ulrike Haerendel, Historikerin, Studienleiterin, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Renate Jost, Professur für Feministische Theologie und Gender Studies, Augustana – Theologische Hochschule der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Neuendettelsau
PD Dr. Heidrun Mader, Privatdozentin für Neues Testament, Theologische Fakultät, Universität Heidelberg
Prof. Dr. Gisela Muschiol, Professorin für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und Leiterin der Arbeitsstelle für Theologische Genderforschung an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Bonn
Dr. Cornelia Schlarb, Koordinatorin des Studiengangs „Intercultural Theology“ an der Georg-August-Universität Göttingen

Preise & Informationen

Tagungsleitung
Dr. Ulrike Haerendel & Prof. Dr. Renate Jost

Tagungsorganisation
Rita Niedermaier, Telefon: 08158 251-128, Telefax: 08158 99 64 28, E-Mail: niedermaier@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir schriftlich, mit anhängender Karte oder direkt online. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich. Anmeldeschluss ist 2. Oktober 2020.

Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens 9. Oktober 2020 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, am Tag des Tagungsbeginns 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.

Preise
pro Person für die gesamte Tagungsdauer (in €):                                                                   erm.
 
Vortragsgebühr                                                                                                   40.–             20.–
(zzgl. Kaffee/Tee/Kuchen auch bei Teilnahme ohne Verpflegung à 4.– €)

Vollpension
– im Einzelzimmer                                                                                           166.–             83.–
– im Zweibettzimmer                                                                                       122.–             61.–
– im Zweibettzimmer als EZ                                                                            182.–             91.–
Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)                                                   49.–             24.50
 
Kurzzeitzuschlag für eine Übernachtung 10.–

STUDIERENDENTICKET (gesamte Tagung & Vollpension im DZ)                                   81.–

Sonderkost
Gerne bietet unsere Küche gegen einen Aufpreis von 10.– € pro Person & Veranstaltung bei streng veganem Essen, Unverträglichkeiten oder Allergien die Zubereitung einer Sonderkost an – unter Sonstiges.

Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.

Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitsuchende erhalten eine Ermäßigung von 50 %. JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu.
 
Kooperationspartnerin
Professur für Feministische Theologie und Gender Studies an der Augustana – Theologische Hochschule der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.

Stiftung Schloss Tutzing / Schlosseuro
Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing“ Sorge zu tragen. Mit dem Schlosseuro (bereits in der Vortragsgebühr enthalten) unterstützen Sie deren Projekte. Möchten Sie der Stiftung darüber hinaus einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Hygienekonzept
Über das aktuell geltende Hygienekonzept zur Vermeidung der Ausbreitung des Corona-Virus können Sie sich auf unserer Homepage informieren: https://www.ev-akademie-tutzing.de/downloads/agbs/

Verkehrsverbindungen
Für die Planung Ihrer klimaneutralen Anreise nutzen Sie bitte das Portal Greenmobility auf unserer Homepage. Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.

Bildnachweis: Mirjams Tanz. Miniatur aus dem bulgarischen Tomic-Psalter um 1360. © Tarnovo literary and art school – Scan: Atanas Boschkov, Julian Tomanov (Aufnahmen): Die bulgarische Malerei: von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert, Recklinghausen: Bongers, 1969, ISBN 3-7647-2060-3, S.159
Tagungsnummer: 0122021

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:

 


 
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.