Medien im Wandel – Medien in der Krise?

15. - 17. Juni 2018

Inhalt

MEDIENKOMPETENZ IM ANGESICHT VON FAKE NEWS
 
Unsere Mediengesellschaft ist mitten in einem sowohl technologischen wie politisch-sozialen Umbruch. Hörfunk, Fernsehen, Printmedien und Internet sind mobil und jederzeit verfügbar. Nie standen den Menschen so viele (Informations-)Medien zur Verfügung wie heute – eine Informationsflut, die von vielen als bedrohlich empfunden wird. Das Informationsverhalten hat sich gewandelt. Internet und soziale Medien sind, vor allem bei den jüngeren Generationen, zum bevorzugten Kommunikations- und Informationsraum geworden. Parallel dazu nutzen politisch engagierte Bürger das Internet, um sich aktiv an der Meinungsbildung zu beteiligen, quasi „bottom-up" (etwa in Form von Bürger- bzw. Graswurzeljournalismus, Blogs und politischen Kommentaren). Die Informationskanäle wurden „deinstitutionalisiert", traditionellere Medien leiden unter Nachfrageverlusten.
 
Der neue Pluralismus in der Informationslandschaft – eine an sich positive Entwicklung – zeigt auch seine Schattenseiten. Nicht nur schüren reflexhaft emotional aufgeladene Meldungen via WhatsApp, Twitter oder Facebook soziale Spannungen. Auch brachte die Digitalisierung der Medien verstärkt solche Phänomene zutage wie Fake News und Filterblasen, aber auch fragwürdige technologische Entwicklungen wie etwa Social Bots – Programme, die in sozialen Netzen menschliche Meinungen simulieren und von diesen kaum zu unterscheiden sind. Zugleich, und möglicherweise nicht ganz unabhängig von dieser Entwicklung, riss der digitale Wandel die traditionellen Medien in die bisher schwerste (Glaubwürdigkeits-)Krise ihrer Geschichte: Journalisten wird unterstellt, nicht mehr wahrheitsgetreu zu informieren oder gar Sprachrohre der Regierenden zu sein. „Lügenpresse", „Mainstream-Medien", „Manipulation" und „Kampagnenjournalismus" sind Reizworte, die ein Klima abnehmenden Medienvertrauens anzeigen, das von den Rändern bis in die Mitte der Gesellschaft reicht.
 
Ist die Krise der Medien nun vor allem eine Strukturkrise oder vor allem eine Glaubwürdigkeitskrise – oder beides zugleich? Was bedeuten die genannten Entwicklungen für die Freiheit der Presse und des Rundfunks als Grundpfeiler unserer Demokratie? Was bedeutet sie für Qualitätsjournalismus? Welchen Beitrag kann/muss die Medienpolitik leisten, auch damit der Journalismus als gesellschaftliches Frühwarnsystem und als kritische Instanz einer demokratischen Gesellschaft Zukunft haben kann. Welcher Strukturen, Organisationsformen, juristischen Regeln bedarf es, um unabhängigem, gutem Journalismus und freien Medien die Zukunft zu sichern? Was ist von den Bürgern als Mediennutzern zu erwarten, was ist ihnen zuzumuten? Was eigentlich heißt Medienkompetenz im Angesicht von Fake News und medialer Unübersichtlichkeit? Diskutieren Sie mit uns bei der Sommertagung des Poltischen Clubs! Wir laden Sie herzlich ein in die Evangelische Akademie Tutzing.
 
Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Dr. Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., Leiter des Politischen Clubs der Evangelischen Akademie Tutzing

Tagungs-Programm

Freitag, 15. Juni 2018
Anreise ab 15.00 Uhr
17.00 UhrBegrüßung und Einführung
Dr. Wolfgang Thierse
und
Pfr. Udo Hahn
17.30 UhrMacht und Verantwortung von Journalismus in politisch-medialen UmbruchzeitenUlrich Wickert
anschließend Diskussion
19.00 UhrAbendessen
20.00 UhrDie Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens in veränderter/verschärfter medialer KonkurrenzStefan Raue
anschließend Diskussion
21.30 UhrGespräche in den Salons
Samstag, 16. Juni 2018
07.30 UhrFrühstück
08.45 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
Pfr. Udo Hahn
09.00 UhrWas ist seriöser Journalismus in hektischer und misstrauischer Zeit?Georg Mascolo
anschließend Diskussion
10.00 UhrKaffeepause
10.30 UhrMuss ich mich ständig belehren lassen?Prof. Dr. Artus Krohn-Grimberghe
anschließend Diskussion
11.30 UhrGlaubwürdigkeitskrise? Qualitätsansprüche an Nachrichtenjournalismus angesichts unsicheren MedienvertrauensDr. Peter Frey
anschließend Diskussion
12.30 UhrMittagessen
14.00 UhrHass und fake news im Internet – wie können/sollen Journalisten und Nutzer damit umgehen?Christian Feld
anschließend Diskussion
15.30 UhrKaffeepause
16.00 UhrAlles anders im Online-Journalismus?Julia Bönisch
anschließend Diskussion
17.00 UhrWelche Zukunft hat die Zeitung?Alexandra Holland
anschließend Diskussion
18.00 UhrAbendessen
20.00 UhrDie Erosion traditioneller Kommunikation – Welche Rolle haben künftig Journalisten? Christian Nitsche
anschließend Diskussion
21.30 UhrBegegnungen und Gespräche in den Salons
Sonntag, 17. Juni 2018
07.30 UhrFrühstück
08.30 UhrGottesdienst in der Schlosskapelle
Pfr. Udo Hahn
09.00 UhrAufgaben der Politik zur Zukunftssicherung von Medienfreiheit, Medienvielfalt und demokratischer KommunikationskulturMarkus Blume MdL
Tabea Rößner MdB
anschließend Diskussion
10.30 UhrPause
10.45 UhrVergröberung der kommunikativen Sitten? Die Verantwortung der Bürger für die Kommunikationskultur unserer GesellschaftProf. Dr. Carsten Reinemann
anschließend Diskussion
12.15 UhrSchlusswortDr. Wolfgang Thierse
12.30 UhrMittagessen und Ende der Tagung

Referierende

Julia Bönisch, Journalistin, Chefredakteurin von sueddeutsche.de, München
Markus Blume MdL, Generalsekretär der CSU, München
Dr. Peter Frey, Journalist, Chefredakteur des ZDF, Berlin
Christian Feld, ehem. WDR-Korrespondent im Studio Brüssel, Fellow der Nieman Foundation for Journalism at Harvard University, Köln
Alexandra Holland, Herausgeberin der Augsburger Allgemeinen, Augsburg
Prof. Dr. Artus Krohn-Grimberghe, Professor an der Universität Paderborn, Leiter des Bereichs Analytische Informationssysteme & Business Intelligence, Paderborn
Georg Mascolo, Journalist, Leiter des Rechercheverbundes des NDR, des WDR und der Süddeutschen Zeitung, Hamburg
Christian Nitsche, Chefredakteur und Programmbereichsleiter „Aktuelles" des Bayerischen Rundfunks, München
Heike Raab, Politikerin (SPD), Staatssekretärin und Bevollmächtigte beim Bund und in Europa für Medien und Digitales, Mainz
Stefan Raue, Journalist, Intendant des Deutschlandradios, Köln
Prof. Dr. Carsten Reinemann, Professor für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt politische Kommunikation an der Ludwig-Maximilians-Universität, München
Tabea Rößner MdB, Journalistin und Politikerin, Sprecherin für Netzpolitik und Verbraucherschutz der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Berlin
Ulrich Wickert, Journalist und Autor, Hamburg

Preise & Informationen

Tagungsleitung
Pfr. Udo Hahn / Dr. Anna Wolf, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D.
 
Anmeldung
Isabelle Holzmann, Telefon: 08158 251-121, Telefax: 08158 251-110, E-Mail: holzmann@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Ihre Anmeldung erbitten wir schriftlich oder direkt über unsere Website. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich.
Anmeldeschluss ist der 6. Juni 2018
 
Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens zum 8. Juni 2018 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, am Tag des Tagungsbeginns 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.
 
Preise
für die gesamte Tagungsdauer:

Teilnahmebeitrag                                              85.–

Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)  49.–

Vollpension
– im Einzelzimmer                                          166.–
– im Zweibettzimmer                                      122.–
– im Zweibett- als Einzelzimmer                     182.–
Kurzzeitzuschlag für eine Übernachtung          10.–
 
Aufpreis für Sonderkost (s.u.)                           10.–
 
Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.

Gerne bietet unsere Küche gegen einen Aufpreis von 10 € pro Person & Veranstaltung bei streng veganem Essen, Unverträglichkeiten oder Allergien die Zubereitung einer Sonderkost an. Eine vorherige Anmeldung hierfür ist erforderlich.
 
Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitslose erhalten eine Ermäßigung von 50 %. JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu.

Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.