Leben und sterben, wo ich wohne

09. - 11. Januar 2018

Inhalt

ICH HALTE DAFÜR, DASS DAS EINZIGE ZIEL DER WISSENSCHAFT DARIN BESTEHT, DIE MÜHSELIGKEIT MENSCHLICHER EXISTENZ ZU ERLEICHTERN. 

                                                                                                                                                                                                                 Bertolt Brecht, Leben des Galilei, geschrieben 1938/39

Wie und wo wollen wir zukünftig leben? Wie werden wir dann füreinander sorgen? Die Dichte in den Städten nimmt zu, die Urbanisierung ist (auch weltweit) unaufhaltsam: Alles drängt in die Großstadt. Eine gegenteilige Entwicklung sehen wir auf dem Lande, wo Ausdünnung und Wegzug soziale Strukturen bedrohen. Beide Entwicklungen stellen die Gesellschaft vor neue Aufgaben. Familiäre Bindungen und Muster verändern sich und nachbarschaftliche Strukturen müssen sich selbst neu erfinden. Es wächst der Bedarf an Nähe, Sorge und Versorgung.

Was heißt Gemeinschaft (lateinisch: communio) morgen? Wie sieht der Sozialraum der Zukunft aus, in dem wir leben werden? Wer pflegt wen? Wer kann bleiben und wohnen, wo er hingehört – auch bis zum Schluss, wenn er oder sie es wünscht? Welche Rolle spielen Kirchen und Verbände der freien Wohlfahrtspflege in diesem Spannungsfeld aus Wünschen, Bedürfnissen, Widrigkeiten und Möglichkeiten?

Es gibt viele Ideen und Ansätze, um die Gemeinschaft von morgen stabil und lebenswert zu gestalten. Mehrgenerationenhäuser, vernetzte und vernetzende Hilfedienste, flexible Wohn- und Arbeitsquartiere, ehrenamtliche Begleitung und neue Formen der Nachbarschaftshilfe sowie innovative städtebauliche Entwürfe sollen diese drängenden Zukunftsfragen beantworten helfen.

Auf der Tagung, die wir in Kooperation mit der Diakonie veranstalten, werden Themen aus der zukünftigen Entwicklung des Zusammenlebens unserer Gesellschaft in wissenschaftlichen Beiträgen erörtert und auch aus ethischem Blickwinkel diskutiert. Modelle und Beispiele aus der Praxis ergänzen die Beiträge. Verantwortliche aus Politik, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen und Kirchen werden das Gespräch mit einer interessierten Öffentlichkeit führen. Wir laden dazu herzlich in die Evangelische Akademie Tutzing ein.

 

Pfr. Frank Kittelberger
Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care, Evangelische Akademie Tutzing

Dr. Barbara Erxleben
Referentin mit Schwerpunkt Hospiz, Gemeinwesenorientierte Altenarbeit und Familienpflege, Diakonisches Werk Bayern e.V., Nürnberg

Tagungs-Programm

Dienstag, 09. Januar 2018
11.30 UhrAnreise ab
12.30 UhrTagungsbeginn mit dem Mittagessen
13.30 UhrBegrüßung und Einführung in die Tagung
14.00 UhrSelbstverantwortung und Mitverantwortung in der Gesellschaft von morgenProf. Dr. phil. Dr. h.c. Andreas Kruse
15.00 UhrDiakonie im sozialen NahraumSandra Schuhmann
15.45 UhrKaffeepause
16.15 UhrDie Rolle von außerfamiliären Hilfebeziehungen bei alleinlebenden Menschen für ein Sterben zu HauseMA Paulina Wosko
17.00 UhrSorgende Gemeinschaften - tragfähiges Leitbild für die Quartiersentwicklung?Debatten und Diskurse
Prof. Dr. habil. Thomas Klie
18.00 UhrAbendessen
19.15 UhrMitten im Leben vom Leben im Quartier umgeben: Kirche findet Stadt - ein ökumenischer Ansatz von Caritas und DiakonieRainer Hub
Rainer Hub
anschließend Begegnungen in den Salons des Schlosses
Mittwoch, 10. Januar 2018
07.45 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
09.00 UhrGemeinwesenorientierte AltenarbeitDr. Barbara Erxleben
10.00 UhrPflegeentwicklung in Quartier, Gemeinde und NachbarschaftCornelia Coenen-Marx
11.15 UhrWas es schon gibt und was man so plant: Modelle, Projekte, ErfahrungenEinführung in die Foren durch
Pfr. Frank Kittelberger
11.30 UhrForen(erster von zwei identischen Durchgängen)
- Die Nürnberger Seniorennetzwerke - ein Beispiel für quartiersorientierte Altenhilfe
Karin Gallert
- Barrierefreier Wohnungsraum plus Versorgungssicherheit
Michael Schrauth
- Sterben, wo ich gelebt habe
Barbara Mallmann
- Sozialraumorientierung und Gemeindepsychiatrie - zur Rolle der sozial- und gerontopsychiatrischen Dienste (Sabine Wolf & Dieter Winklhofer)
- PROFIX - ein Bürger-Profi-Mix für die Pflege im ländlichen Raums aus Sicht der Profis
Carmen Heymann (M.Sc.)
- fördern-initiativ werden-teilhaben: Einblick in die gemeinsame Initiative f.i.t. von Landeskirche und Diakonie in Bayern (KR Reiner Schübel & Joachim Wenzel)
- Quartiersentwicklung in der Rheinischen Diakonie
Christiane Grabe
- SoNaTe - Soziale Nachbarschaft & Technik
Prof. Dr. habil. Thomas Klie
12.30 UhrMittagessen
14.00 UhrForen(zweiter Durchgang - s.o.)
15.00 UhrKaffeepause
15.30 UhrBlick über die Grenze: In Vorarlberg haben wir ein Zukunftsbüro!Dr. Kriemhild Büchel-Kapeller
16.30 UhrSozialer Nahraum und sorgende Volkskirche als kirchlich-diakonisches Anliegen auf dem Weg zu Profil und KonzentrationKR Reiner Schübel
18.00 UhrAbendessen
19.15 UhrMitten im Alter vom Leben umgeben!Ausschnitte aus dem Theaterstück "Don´t forget to die"
anschl. Begegnungen in den Salons des Schlosses
Donnerstag, 11. Januar 2018
07.45 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
09.00 UhrSelbstbestimmung und Würde am Lebensende in einer älter werdenden Gesellschaft - Überlegungen zu einme tragfähigem Mix aus professioneller Unterstützung und zivilgesellschaftlicher VerantwortungUlrich Lilie
10.15 UhrKaffeepause
10.45 UhrKommunale Strategien für gelingendes Leben vor OrtProf. Dr. Thomas Klie & Prof. Dr. Martina Wegner
11.45 UhrRésumé, Schlussplenum & VerabschiedungModeration:
Pfr. Frank Kittelberger
12.30 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen

Referierende

Dr. Kriemhild Büchel-Kapeller, Kulturwissenschaftlerin, Kulturanthropologin, Büro für Zukunftsfragen Vorarlberg, Bregenz
Cornelia Coenen-Marx,  Pastorin und Autorin, Garbsen
Dr. Barbara Erxleben, Referentin mit Schwerpunkt Hospiz, Gemeinwesenorientierte Altenarbeit und Familienpflege im Diakonischen Werk Bayern e.V., Nürnberg
Karin Gallert, Fachbereich Seniorennetzwerke und Quartiersentwicklung der Stadt Nürnberg
Christiane Grabe, Referentin für inklusive Quartiersentwicklung, Diakonisches Werk Rheinland-Westphalen-Lippe e.V., Düsseldorf
Carmen Heymann (M.Sc.), wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "PROFIX" am Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management der Hochschule Neubrandenburg
Prof. Dr. habil. Thomas Klie, Rechts- und Verwaltungswissenschaften, Gerontologie, Evangelische Hochschule Freiburg, Institutsleitung AGP und ZZE im FIVE e.V., Freiburg
Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Dipl. Psych. Andreas Kruse, stellv. Vorsitzender Deutscher Ethikrat, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg
Präsident Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, Berlin
Barbara Mallmann, Krankenschwester, medizinisch-pflegerische Palliative Care Fachkraft, Vorstandsmitglied Bayerischer Hospiz- und Palliativerband, München
KR Reiner Schübel, Referat für Diakonie im Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, München
Michael Schrauth, Projektentwicklung/Bereichsleitung Wohnen im Viertel, AGAPLESION Ev. Pflegedienst gGmbH, München
Sandra Schuhmann, Fachvorständin der Diakonie in Bayern, Diakonisches Werk Bayern e.V., Nürnberg
Prof. Dr. Martina Wegner, Organisationen von Zukunftsdiskursen, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München, BMFSFJ, Beraterin Demographiewerkstatt, Berlin
Joachim Wenzel, Referent Verbandliche Diakonie; Diakonisches Werk Bayern e.V., Nürnberg
Dieter Winklhofer, Leitung Sozialpsychiatrischer Dienst München-West, gemeinnützige GmbH des Projektevereins, München
Sabine Wolf, Leitung Gerontopsychiatrischer Dienst München-West gemeinnützige GmbH des Projektevereins, München
Mag. Paulina Wosko, Pflegewissenschaftlerin, Wien

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.