Digitalcourage

01. - 03. März 2019

Inhalt

"DENN NICHTS IST SCHWERER UND NICHT ERFORDERT MEHR CHARAKTER, ALS SICH IN OFFENEM GEGENSATZ ZU SEINER ZEIT ZU BEFINDEN UND LAUT ZU SAGEN: NEIN. "
                                                                                                                         Kurt Tucholsky
 
Die Digitalisierung hat massiven Einfluss auf fast jeden Lebensbereich, ohne sie ist die Zukunft nicht  mehr denkbar. In den letzten Jahren haben wir beobachtet: Sie verändert unsere Arbeitswelt, was wir lernen und die Art, wie wir uns bilden. Sie hat großen Einfluss auf unsere Kultur, darauf, wie wir kommunizieren und unser Miteinander gestalten. Das Verständnis von Freiheit und Demokratie wandelt sich genauso wie das Bild von Mensch und Welt. Der Rohstoff „Daten“ führt zu neuen Machtverhältnissen, Diskriminierungen und Gefahren. Oft genug bleiben Grundrechte wie das Recht auf Privatsphäre, freie Meinungsäußerung und Freiheit auf der Strecke.
 
Die Veränderungen sind rasant, sie lassen viele zurück.  In jedem Fall lassen sie wenig Zeit zum Verstehen und Reflektieren. Viele Menschen reagieren mit Resignation, Abwehr oder fahrlässiger Gleichgültigkeit. Dabei geht es alle an, was geschieht. Doch wie gelingt es, Bewusstsein dafür zu wecken, dass es gerade jetzt wichtig ist, innezuhalten und sich darüber zu verständigen, wie wir leben wollen? Dass es wichtig ist, aktiv zu werden und Rahmenbedingungen für die Zukunft selbst zu gestalten?
 
2019 wird das deutsche Grundgesetz 70 Jahre alt. Dass sich die Bundesrepublik Deutschland zu dem Staat entwickeln konnte, der sie heute ist, verdankt sie auch einer gewachsenen und starken Zivilgesellschaft. Bilder des bürgerlichen Engagements für Frieden und Abrüstung, gegen Atomkraft und Hass haben sich in das öffentliche Gedächtnis Deutschlands
eingebrannt. In jüngerer Zeit beherrschten Berichte über Proteste gegen Überwachung, Vorratsdatenspeicherung oder das neue Polizeiaufgabengesetz die Nachrichten. Organisiert wurden diese von VertreterInnen einer sich ausdifferenzierenden Landschaft der digitalen Zivilgesellschaft. Sie besteht aus Initiativen und Organisationen, die sich mit Themen wie Datenschutz, Informationsfreiheit und Überwachung beschäftigen, mit ihrem Engagement auf Probleme aufmerksam machen und sich für eine faire Gestaltung der digitalen Transformation einsetzen.
 
In der Tagung soll es darum gehen, einen Überblick über Werte, Strukturen und Herausforderungen der digitalen Zivilgesellschaft zu bekommen, bestehende Initiativen kennenzulernen und Anregungen für das eigene Verhalten zu erhalten. In Vorträgen, Gesprächen und Diskussionen möchten wir herausarbeiten, welche Weichenstellungen für die Zukunft wichtig sind. Eine Tagung für mehr Digitalcourage – herzliche Einladung nach Tutzing !
 
Judith Stumptner, Studienleiterin für Kunst, Kultur, Bildung und Digitales, Evangelische Akademie Tutzing

Tagungs-Programm

Freitag, 01. März 2019
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 UhrAbendessen
19.00 UhrBegrüßungJudith Stumptner
19.15 UhrDigitalcourage!Sichtweisen von
Hartmut Goebel
und
Dieter Janecek MdB
20.45 UhrGespräche in den Salons
Samstag, 02. März 2019
08.00 UhrFrühstück
09.00 UhrDigitale Zivilgesellschaft: Organisation, Arbeitsweise, ReflexionDr. Maximilian Heimstädt
10.00 UhrOhne geht es nicht! Die Rolle der digitalen Zivilgesellschaft für die Zukunftsgesellschaft Dr. Martin Modlinger
11.00 UhrKaffeepause
11.30 UhrWas kann ich selbst tun? Erste Schritte zur digitalen SelbstbehauptungDr. Robert Helling
12.30 UhrMittagessen
14.30 UhrAGORA:
Begegnung mit VertreterInnen und Initiativen der digitalen ZivilgesellschaftU.a. mit: Stiftung Erneuerbare Freiheit, Open Knowledge Foundation, Digitale Gesellschaft, Chaos Computer Club, #ichbinhier
15.30 UhrKaffeepause
16.00 UhrAGORA - Teil 2
17.00 UhrWhistleblowing in der digitalen ZivilgesellschaftDipl.-Pol. Annegret Falter
18.00 UhrAbendessen
19.30 UhrÜberleben in Freiräumen: Reflexionen digital und analogImpuls und Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Schmale, Prof. Dr. Marie-Theres Tinnefeld, Loni Liebermann und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
21.00 UhrGespräche in den Salons
Sonntag, 03. März 2019
07.45 UhrMorgenandacht in der SchlosskapelleJudith Stumptner
08.00 UhrFrühstück
09.00 UhrIm Rausch der DatenFilmvorführung in der Rotunde
10.45 UhrPause
11.00 UhrWirkung verstetigenGespräch mit Laura-Kristine Krause, Dr. Elke Steven und Frank Herrmann
Moderation:
Jannis Brühl
12.30 Uhr"Vorprogrammiert"Ausstellungseröffnung mit Künstler Sebastian Hertrich
13.00 UhrEnde der Tagung mit einem Empfang

Referierende

 
Referierende
Jannis Brühl, Ressortleiter Digital, Süddeutsche Zeitung, München
Dipl.-Pol. Annegret Falter, Vorsitzende, Whistleblower-Netzwerk e.V., Berlin
Hartmut Goebel, Experte für Information Security, Digitalcourage e.V., Bielefeld
Dr. Maximilian Heimstädt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft Reinhard-Mohn-Institut für Unternehmensführung, Universität Witten/Herdecke
Dr. Robert Helling, Physiker, Chaos Computer Club München
Sebastian Hertrich, Holzbildhauer und Diplomkünstler, Erlangen
Frank Herrmann, Netzpolitiker, Datenschutzbeauftragter und Landesvorsitzender NRW, Piratenpartei, Düsseldorf
Dieter Janecek MdB, Netzpolitiker, Bündnis 90/Die Grünen, Berlin/München
Laura-Kristine Krause, Co-Vorsitzende, D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V., Berlin
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin der Justiz a.D., Feldafing
Loni Liebermann, Fotografin, Künstlerin, Autorin, Herzogenrath
Dr. Martin Modlinger, Stiftung Erneuerbare Freiheit, Ingolstadt
Lea Pfau, Politikwissenschaftlerin, Projektmitarbeiterin FragDen-Staat.de, Open Knowledge Foundation Deutschland e.V., Berlin
Prof. Dr. Wolfgang Schmale, Institut für Geschichte, Universität Wien
Stephanie Schmitz, #ichbinhier, Hamburg
Dr. Elke Steven, Geschäftsführerin, Digitale Gesellschaft, Berlin
Prof. Dr. Marie-Theres Tinnefeld, Juristin und Publizistin mit Schwerpunkt Datenschutz und Informationsfreiheit, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München
 

Preise & Informationen

Tagungsleitung
Judith Stumptner, Evangelische Akademie Tutzing
 
Tagungsorganisation
Rita Niedermaier, Telefon: 08158 251-128, Telefax: 08158 99 64 28,
E-Mail: niedermaier@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.
 
Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir schriftlich oder direkt online. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich.
Anmeldeschluss ist der 15. Februar 2019.
 
Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens 22. Februar 2019 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, mit Tagungsbeginn 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schrift liche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.
 
Preise für die gesamte Tagungsdauer:
Teilnahmebeitrag                                                                80.– €
 
Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)                   51.– €
 
Vollpension
– im Einzelzimmer                                                           168.– €
– im Zweibettzimmer                                                       124.– €
– im Zweibett- als Einzelzimmer                                     184.– €
 
Kurzzeitzuschlag für eine Übernachtung                           10.– €
 
In den Pausen werden Kaff ee/Tee/Kuchen angeboten und auch bei Teilnahme ohne Verpflegung berechnet à 4.– €
 
Sonderkost
Gerne bietet unsere Küche gegen einen Aufpreis von 10.– € pro Person & Veranstaltung bei streng veganem Essen, Unverträglichkeiten oder Allergien die Zubereitung einer Sonderkost an – unter Sonstiges.
 
Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.
 
Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitsuchende erhalten eine Ermäßigung von 50 %. JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation sowie der Auft rag zur Berichterstattung vorliegt. Bei Inanspruchnahme einer Ermäßigung schicken Sie uns bitte eine Kopie Ihres Ausweises mit Ihrer Anmeldung zu.
 
In Kooperation mit Digitalcourage e.V.
 
Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.
 
Stiftung Schloss Tutzing
Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing“ Sorge zu tragen. Möchten Sie der Stiftung einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.
 
Bildnachweis: Salomé , Sebastian Hertrich, 2018, 176 x 50 x 65 cm,
Plexiglas geschnitzt, Computerplatinen auf Epoxidharz
Foto: Anna Franke
Tagungsnummer: 0382019

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.