Die Rente ist eben nicht sicher!

07. - 09. Dezember 2018

Inhalt

KINDER BEKOMMEN DIE LEUTE IMMER
 
Mit diesem einfachen Rezept, das Konrad Adenauer zugeschrieben wird, lässt sich die gesetzliche Rente in der Form des Generationenvertrags nicht mehr fortschreiben, wir wissen es längst. Der demografische Wandel, aber auch die Aufweichung des Ernährermodells, unstete Arbeits- und Familienverhältnisse stellen das tradierte Modell der Rentenversicherung vor Herausforderungen. Versuche, diesen zu begegnen, wurden vor allem zu Beginn des Jahrtausends unternommen: durch die Einführung eines Altersvorsorgefaktors (auch Riesterfaktor genannt) und eines Nachhaltigkeitsfaktors bei der Rentenanpassung, die Förderung privater Vor-sorge und die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters. Das hat die Gefahr unzureichender Altersbezüge für viele Menschen nicht beseitigt, im Gegenteil. „Meine Rente ist eben nicht sicher", so empfinden es viele.
 
Jedenfalls ist sie nur sicher, wenn sie sicher gemacht wird. Die Politik reagiert deshalb mit immer neuen Reformen. Sie sind nicht selten widersprüchlich. Erst werden Niveau und Bezugsdauer der gesetzlichen Rente zurückgefahren, dann erhalten aktuelle Rentner durch die Ausweitung der Mütterrente und die abschlagsfreie Rente mit 63 Verbesserungen. Über 2030 hinausschauen soll vor allem eine Rentenkommission und Vorschläge machen, wie auch künftige Generationen eine ausreichende Rente erhalten können.
 
Die Diskussion um Rentenniveau und Haltelinien, um Beitragssätze und Anpassungsformeln wird für Laien immer schwerer durchschaubar. Deshalb wollen wir die Diskussion mit Expertinnen und Experten auf-nehmen, die uns die Grundlagen und den jetzigen Stand unseres Systems, seine Schwierigkeiten und seine Veränderungsnotwendigkeiten bzw. -möglichkeiten erläutern. Dass wir etwas tun müssen, ist wohl unbestritten, aber: Welche Reformwege sollen wir einschlagen? Welche konkurrierenden Vorschläge gibt es und wie sind sie zu bewerten? Wie können wir sozialer Gerechtigkeit in der existenziellen Frage der Altersversorgung näher kommen, ohne die Generationengerechtigkeit aus dem Auge zu verlieren?
 
Herzliche Einladung zu einer Tagung über die Zukunft des Sozialstaats in der Evangelischen Akademie Tutzing!
 
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Ulrich Becker, Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, München

Tagungs-Programm

Freitag, 07. Dezember 2018
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 UhrAbendessen
19.00 UhrBegrüßung und historische EinführungDr. Ulrike Haerendel
19.30 UhrVon Adenauers großer Rentenreform zu Riester: eine Geschichte in ZäsurenProf. Dr. Hans Günter Hockerts
21.00 UhrGespräche in den Salons
Samstag, 08. Dezember 2018
07.45 UhrMorgenimpuls in der Schlosskapelle
09.00 UhrZum aktuellen Stand und zu den Reformpotenzialen der gesetzlichen RentenversicherungDr. Tim Köhler-Rama
10.00 UhrVom Lohngefälle zum Rentengefälle: Männer und Frauen in der gesetzlichen RentenversicherungProf. Dr. jur. Margarete Schuler-Harms
11.00 UhrKaffeepause
11.30 UhrArbeitsmarkt, demografischer Wandel und RentenentwicklungDr. Rudolf Zwiener
12.30 UhrMittagessen
14.15 UhrDie Rente im Sog des demografischen Wandels: Fakten, Folgen, VorschlägeProf. Dr. sc. pol. Eckart Bomsdorf
15.00 UhrGenerationengerechtigkeit fühlbar umsetzen!Wolfgang Gründinger
15.45 UhrKaffeepause
16.15 UhrGute Ergänzung statt schlechter Ersatz: private Vorsorge nach schwedischem ModellUdo Philipp, MPA
17.00 UhrReformvorschläge in der DiskussionProf. Dr. Eckart Bomsdorf, Dr. Wolfgang Gründinger, Udo Philipp und Prof. Dr. Franz Ruland
Moderation:
Prof. Dr. Ulrich Becker
18.30 UhrAbendessen
20.00 UhrBest Exotic Marigold Hotel 2(GB 2015, 122 Min.)
Filmangebot in der Rotunde
21.30 UhrBegegnungen und Gespräche in den Salons
Sonntag, 09. Dezember 2018
07.45 UhrAndacht zum 2. Advent in der Schlosskapelle
09.00 UhrWas können wir von anderen lernen?Reformbeispiele aus Europa
Prof. Dr. Ulrich Becker
10.00 UhrWenn die Rente nicht zum Leben reicht – ein Vorschlag zur Reform der GrundsicherungMartin Staiger
10.45 UhrPause
11.00 UhrWieviel Reform braucht die Rente?Abschlussdiskussion mit den Referierenden
12.30 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen

Referierende

Prof. Dr. jur. Ulrich Becker, Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik, München
Prof. Dr. sc. pol. Eckart Bomsdorf, emer., Institut für Ökonome-trie und Statistik, Wirtschafts- und Sozialwiss. Fakultät der Universität zu Köln
Dr. Wolfgang Gründinger, Demokratieforscher, Autor und Aktivist, Botschafter der Stiftung Generationengerechtigkeit, Referent für Digitale Transformation beim Bundesverband Digitale Wirtschaft, Berlin
Prof. Dr. Hans Günter Hockerts, Historiker, emer., Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Tim Köhler-Rama, Dozent für Volkswirtschaftslehre, Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Sozialversicherung, Berlin
Udo Philipp, MPA, Volkswirt, Politologe, Vorstand des Instituts für Finanzdienstleistungen e.V., Hamburg; München
Prof. Dr. jur. Franz Ruland, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger 1992-2005, Vorsitzender des Sozialbeirats 2009-2013, München
Prof. Dr. jur. Margarete Schuler-Harms, Professur für Öffentliches Recht, insbesondere Öffentliches Wirtschafts- und Umweltrecht, an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Martin Staiger, Dipl.-Sozialarbeiter, Dipl.-Theol., Dozent für Sozialpolitik, Esslingen
Dr. Rudolf Zwiener, Dipl.-Volkswirt, Referatsleiter im Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Preise & Informationen

Tagungsleitung
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
 
Tagungsorganisation
Rita Niedermaier, Telefon: 08158 251-128, Telefax: 08158 99 64 28,
E-Mail: niedermaier@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.
 
Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir schriftlich, mit anhängender Karte oder direkt online. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich.
Anmeldeschluss ist der 23. November 2018.
 
Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens 30. November 2018 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, am Tag des Tagungsbeginns 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.
 
Preise für die gesamte Tagungsdauer
 
Teilnahmebeitrag                                                         70.– €
 
Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)             49.– €  
Vollpension
– im Einzelzimmer                                                     166.– €
– im Zweibettzimmer                                                 122.– €
– im Zweibettzimmer als EZ                                      182.– €
 
Kurzzeitzuschlag                                                          10.– €
 
In den Pausen werden Kaffee/Tee/Kuchen angeboten und auch bei Teilnahme ohne Verpflegung
berechnet à 4.–
 
Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitslose erhalten eine Ermäßigung von 50 %. JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation und der Auftrag zur Berichterstattung vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu.
 
Stipendien
Studierende der Rechts- und Sozialwissenschaften können an der gesamten Tagung mit Übernachtung und Verpflegung zum Pauschalpreis von 50.– € teilnehmen.
Bewerbungen bitte an: haerendel@ev-akademie-tutzing.de
 
Sonderkost
Gerne bietet unsere Küche gegen einen Aufpreis von 10.– € pro Person & Veranstaltung bei streng veganem Essen, Unverträglichkeiten oder Allergien die Zubereitung einer Sonderkost an – unter Sonstiges.
 
Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden
 
Kooperationspartner
In Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik
Die Evangelische Akademie Tutzing ist Mitglied der Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD) e.V., Berlin.
Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.
 
Stiftung Schloss Tutzing
Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing" Sorge zu tragen. Möchten Sie der Stiftung einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.
 
Verkehrsverbindungen
Für die Planung Ihrer Anreise nutzen Sie bitte das Portal Greenmobility auf unserer Homepage.
Die Akademie verfügt über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen.
Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.
 
Bildnachweis: © fotolia.com
Tagungsnummer: 0242019

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.