75 Jahre Weiße Rose – Was bleibt?

08. - 10. Juni 2018

Inhalt

ES LEBE DIE FREIHEIT!
 
Die letzten Worte von Hans Scholl vor seiner Hinrichtung bezeugen nicht nur den ungebrochenen Geist dieses jungen Widerstandskämpfers, sondern stehen gleichsam als Leitmotiv für das Wirken der Weißen Rose. Ob in Briefen, Tagebuchaufzeichnungen oder den erhaltenen Berichten über die vielen Gesprächsabende des studentischen Widerstandskreises, ihre Gedanken kreisten um die Wiederherstellung von Freiheit und den Schutz von Menschenrechten. Dabei verband die evangelisch, orthodox, katholisch und bekenntnislos aufgewachsenen Protagonisten ein undogmatisches und überkonfessionell gelebtes Christentum.
 
Das Entsetzen über die Verfolgung Andersdenkender und die Kriegsverbrechen an der Ostfront artikulierten Alexander Schmorell und Hans Scholl in den ersten vier Flugblättern im Juni und Juli 1942. Sie klagten das deutsche Volk an, an der verbrecherischen Regierung Deutschlands mitschuldig zu sein und erklärten es zur „sittlichen Pflicht", dieses System zu beseitigen. Besondere Verantwortung sprachen sie der „deutschen Intelligenz" zu, die sie zu Widerstand und Sabotage aufriefen. Zwei weitere Flugblätter folgten Anfang 1943, die nun von einem großen Unterstützerkreis hergestellt und in Deutschland verteilt wurden.
 
Gestapo und NS-Justiz zerschlugen den Widerstandskreis: In fünf Prozessen wurden sieben Todesurteile ausgesprochen und vollstreckt, über 30 Personen erhielten zum Teil lange Haftstrafen. Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell,  Christoph Probst, Willi Graf, Prof. Kurt Huber und Hans Leipelt verloren ihr Leben. Ihre moralische Haltung und ihr Mut sind auch heute, nach 75 Jahren, aufrüttelnd und vorbildhaft.
 
In der Tagung wird nach den Motiven zum Widerstand der einzelnen Protagonisten gefragt, nach dem zeitlichen Kontext des Widerstands und nach den konkreten Aktionen und Zielen der Weißen Rose. Unsere Referierenden richten den Fokus auf die zentralen Akteure und ihr Umfeld sowie auf die Bedingungen für oppositionelles Handeln und Kommunikation in der Diktatur. Zudem geht es auch um die Geschichte der Erinnerung an die Weiße Rose nach 1945: Wie wurde erinnert und hat sich ihr Bild in der Geschichte gewandelt? Was sagt uns die Botschaft der Weißen Rose heute? Darüber reden wir auch mit Zeitzeugen  und Studierenden.
 
Herzliche Einladung in die Evangelische Akademie Tutzing!
 
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Hildegard Kronawitter, Weiße Rose Stiftung, München
Dr. Björn Mensing, Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Tagungs-Programm

Freitag, 08. Juni 2018
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 UhrBeginn der Tagung mit dem Abendessen
19.00 UhrBegrüßung und EinführungDr. Ulrike Haerendel
und
Dr. Hildegard Kronawitter
19.15 UhrDie Weiße Rose im Widerstand: Geschichte und ErinnerungProf. Dr. Hans Günter Hockerts
20.30 Uhr„ohne Christus wäre alles unaushaltbar“ – glauben und zweifelnMusikalisch unterlegte Lesung aus Briefen von Sophie Scholl und Fritz Hartnagel, Hans Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf,Hans Leipelt und Marie-Luise Schultze-Jahn
Lesung mit
Theresa Braun
und
Alexander Klessinger
Marcel Sturm
Gesang:
Sophie Aeckerle
Flügel:
Heike Storm
Textauswahl und Moderation:
Dr. Björn Mensing
21.30 UhrGespräche in den Salons
Samstag, 09. Juni 2018
07.45 UhrMorgenimpuls am See
Dr. Ulrike Haerendel
09.00 UhrFlugblätter als Medium des WiderstandsDr. Christiane Caemmerer
10.00 UhrHans Scholl: „ganz leben oder gar nicht“Pastor Dr. Robert M. Zoske
11.00 UhrKaffeepause
11.30 UhrDie Weiße Rose: von der Adoleszenzkrise zum WiderstandProf. Dr. Miriam Gebhardt
12.30 UhrMittagessen
14.30 UhrFrauenbild, Politik und Widerstand: Sophie Scholl und ihre MitstreiterinnenDr. Maren Gottschalk
15.30 UhrKaffeepause
16.00 Uhr„Der Hamburger Zweig der Weißen Rose“ – Akteure, Verfolgung und Fragen an die ÜberlieferungAngela Bottin
17.00 UhrBegegnung mit Christoph Probst und Alexander SchmorellZeitzeugengespräch mit
Eva Hönigschmid
Moderation:
Dr. Björn Mensing
18.00 UhrAbendessen
19.00 UhrDie Widerständigen – „also machen wir das weiter …“(Deutschland 2015, 87 Min)
Ein Film von Katrin Seybold und Ula Stöckl
Anschließend:
Filmgespräch mit
Ula Stöckl
21.30 UhrGespräche in den Salons
Sonntag, 10. Juni 2018
09.00 UhrGottesdienst in der Schlosskapelle
Dr. Björn Mensing
Theresa Braun
09.45 UhrWegmarken des Erinnerns an die Weiße RoseDr. Hildegard Kronawitter
10.30 UhrPause
11.00 UhrWas bleibt?Ein Generationengespräch zwischen
Walter Joelsen
Dr. Charlotte Knobloch
Dr. Hans-Jochen Vogel
und Studierenden der Geschichte an der LMU München
Moderation:
Dr. Ulrike Haerendel
12.15 UhrAusblick und Kommentare
12.45 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen

Referierende

Referierende
 
Angela Bottin, Referentin in der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg, Autorin und Kuratorin, Hamburg
Dr. Christiane Caemmerer, Literaturwissenschaftlerin, Referatsleiterin in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin
Prof. Dr. Miriam Gebhardt, Historikerin, Journalistin und Autorin, München
Dr. Maren Gottschalk, Historikerin, Journalistin und Autorin, Leverkusen
Dr. Ulrike Haerendel, Historikerin, Studienleiterin, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Hans Günter Hockerts, Historiker, emer. Lehrstuhlinhaber für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität, München
Eva Hönigschmid, Zeitzeugin, Studentin an der LMU 1939/40,  Bergkirchen
Walter Joelsen, Zeitzeuge, wegen der jüdischen Herkunft seines Vaters verfolgt, Pfarrer und Fernsehredakteur i.R., München
Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Zeitzeugin, hat als verstecktes jüdisches Kind überlebt, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, ehem. Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, München
Dr. Hildegard Kronawitter, Volkswirtin und Historikerin, MdL (1998-2008), Vorsitzende und Geschäftsführerin der Weiße Rose Stiftung e.V., München
Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker, Kirchenrat, Landeskirchlicher Beauftragter für evang. Gedenkstättenarbeit, Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Ula Stöckl, Filmemacherin, Regisseurin, Autorin und Schauspielerin, Florida
Dr. Hans-Jochen Vogel, Zeitzeuge, Student an der LMU 1943, Unteroffizier der Wehrmacht, Bundesminister a.D., Oberbürgermeister der Stadt München von 1960 bis 1972, Mitbegründer des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, Stellv. Kuratoriumsvorsitzender beim NS-Dokumentationszentrum München
Dr. Robert M. Zoske, evangelischer Theologe und Autor, Hamburg
 
 
Mitwirkende Künstlerinnen und Künstler
 
Sophie Aeckerle, Theresa Braun, Alexander Klessinger, Heike Storm und Marcel Sturm

Preise & Informationen

Tagungsleitung
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
 
Tagungsorganisation
Rita Niedermaier, Telefon: 08158 251-128, Telefax: 08158 99 64 28
E-Mail: niedermaier@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.
 
Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir schriftlich, mit anhängender Karte, per E-Mail (Tagungsorganisation) oder direkt online. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich. Anmeldeschluss ist der 25. Mai 2018.
 
Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens zum 1. Juni 2018 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, mit Tagungsbeginn 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.
 
Preise für die gesamte Tagungsdauer:
 
Teilnahmebeitrag                                                                                 70.– €
Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)                                     49.– €
Vollpension
– im Einzelzimmer                                                                             166.– €
– im Zweibettzimmer                                                                         122.– €
– im Zweibettzimmer als Einzelzimmer                                             182.– €
Kurzzeitzuschlag für eine Übernachtung                                            10.– €
 
Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzel-leistungen können nicht rückvergütet werden.
 
Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen und andere Personen mit geringem Einkommen können an der gesamten Tagung zum Preis von 30 Euro (alle Leistungen inklusive im Zweibettzimmer) teilnehmen. Die Anzahl dieser Plätze ist begrenzt; bitte beachten Sie unsere Abmeldebedingungen.
 
JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presse-ausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu.
 
Diese Tagung ist nach dem BzGBW als Bildungszeit geeignet.
 
Kooperationspartner
Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Weiße Rose Stiftung e.V.
 
Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.
 
Stiftung Schloss Tutzing
Der Tagungsbeitrag beinhaltet einen Anteil, der der Stiftung zugute kommt. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing" Sorge zu tragen. Möchten Sie der Stiftung darüber hinaus einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.
 
Verkehrsverbindungen
Für die Planung Ihrer Anreise nutzen Sie das Portal Greenmobility auf unserer Homepage.
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Park-plätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
 
Bildnachweis: Hans und Sophie Scholl mit Christoph Probst am 23. Juli 1942;
Foto: George (Jürgen) Wittenstein / © akg-images
Tagungsnummer: 0572018

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.