Ethische Themen im Krankenhaus (2. Fachtag Medizinethik)

18. Juli 2017

Inhalt

ETHIK BRAUCHT WISSEN UND DIALOG
 
Medizin und Pflege sind heute interdisziplinär und auf Dialog angelegt. Der Dialog unter den Beteiligten und der Dialog mit den Betroffenen bedürfen jedoch großer Sprach- und noch größerer Zuhörfähigkeit. Die unterschiedlichen Modelle des Verstehens der Disziplinen (ihre Hermeneutik) und das unterschiedliche Deuten von Lebenssituationen Betroffener und Beteiligter erfordern ein hohes Maß an Empathie und Offenheit. In der Ethik geht es nicht darum, Recht zu haben, sondern miteinander zurecht zu kommen.
 
Ethik ist eine dialogische Aufgabe, die sich in modernen Kliniken und Krankenhäusern nicht selten in Ethikkomitees oder ethischen Konsultationen manifestiert. Dabei spielen SeelsorgerInnen oft eine wichtige oder gar zentrale Rolle. Ihnen traut man Dialogfähigkeit ebenso zu, wie moralische Standfestigkeit. Doch genau da droht auch der o.g. Widerspruch zwischen Ethik und Moral. Medizinethik ist nicht automatisch identisch mit dem Handwerkszeug klassischer kirchlicher und theologischer Ethik. Es gilt zu lernen und zu üben.
 
Dazu haben wir einen „Fachtag Medizinethik“ etabliert, zu dem wir regelmäßig einladen. Unter dem Titel „Ethische Themen im Krankenhaus“ sind in diesem Jahr eingeladen: Haupt- und ehrenamtliche Seelsorger und Seelsorgerinnen aus Krankenhäusern, Kliniken (auch Reha) und Ambulanzen; besonders angesprochen: Mitglieder von Ethikkomitees. Inhaltlich geht es um einen Blick auf gegenwärtig anstehende ethische Themen in Krankenhäusern, Rehakliniken und stationäre Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe. Praktische Übungen werden einen
Schwerpunkt dieses Tages bilden, theoretische Einführungen und Grundsatzüberlegungen den anderen.
 
Pfr. Frank Kittelberger
Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke
FEAG; Evangelische Hochschule Nürnberg

Tagungs-Programm

Dienstag, 18. Juli 2017
09.00 UhrAnkommen:meet & talk
09.40 UhrBegrüßung und Einführung Pfr. Frank Kittelberger
10.00 UhrDie gegenwärtige medizin- und gesundheitsethische LandschaftProf. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke
11.00 UhrGegenwärtig im Gespräch: Behandlung im Vorausplanen (Advance Care Planning)Prof. Dr. med. Georg Marckmann
12.00 UhrDiskussion
12.30 UhrMittagspause
13.30 UhrGespräche in moderierten Kleingruppen
14.30 UhrPause
15.00 UhrSozialphilosophische Impulse für die medizinethische DiskussionDr. phil. Galia Assadi
16.00 UhrSchlussplenum, Ausblick und Verabschiedung
16.30 UhrEnde des Fachtages

Referierende

TAGUNGSTEAM
 
Dr. phil. Galia Assadi, Evangelische Hochschule Nürnberg
 
Frank Kittelberger
Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care an der Evangelischen Akademie Tutzing
 
Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke
Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen am Institut Technik Theologie Naturwissenschaften; Professur für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg; Forschungsdirektor des Zentrums für Wirtschaftsethik (ZfW), Berlin mit dem Arbeitsschwerpunkt „Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen“
 
Prof. Dr. med. Georg Marckmann, MPH
Professor für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin und Vorstand des gleichnamigen Instituts an der LMU München; Präsident der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM)

Preise & Informationen

KOOPERATIONSPARTNER
Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der ELKB (FEAG)
 
TAGUNGSORT
Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der LMU München
Lessingstr. 2 / 80336 München
 
ORGANISATION
Cornelia Spehr, Tel.: 08158 / 251-125; Fax: 0 81 58 99 64 25, E-mail: spehr@ev-akademie-tutzing.de
 
Anmeldung
erbitten wir bis zum 7. Juli 2017 per E-mail. Danach erfolgt die Bestätigung und Rechnungstellung.
Bei Erreichen der max. Teilnehmerzahl führen wir eine Warteliste.
 
Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir Sie um schriftliche Benachrichtigung.
 
 
Teilnehmer
Haupt- und ehrenamtliche SeelsorgerInnen aus Krankenhäusern, Kliniken und Ambulanzen; besonders auch Mitglieder in Ethikkomitees; maximal 30 TeilnehmerInnen (in Reihenfolge der
Anmeldungen).
 
Kosten
Es werden 15.– € Tagungsgebühr für Kopien und Getränke vorab erhoben. Weitere Verpflegung in Eigenregie.
 
Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.
 
Eine Teilnahmebescheinigung wird ausgegeben.

Ort & Anreise

Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, Medizinische Fakultät, LMU München
Lessingstr. 2, 80336 München
 
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
U-Bahn: U1/U2 bis Haltestelle Sendlinger Tor, dann zu Fuß die Nußbaumstraße stadtauswärts gehen (500m), an der Kreuzung halbrechts in die Lessingstraße einbiegen;
oder U3/U6 bis Haltestelle Goetheplatz, dann zu Fuß die Goethestraße stadteinwärts (in nördlicher Richtung) ca. 400 m gehen,
bei der Kreuzung halblinks in die Lessingstraße einbiegen.

Bus: Direkt vor dem Institut ist die Haltestelle des Bus 58 (Haltestelle „Beethovenplatz“)