Theodor Fontane: Ein weites Feld – TUTZINGER SALON

04. Juni 2019

Inhalt

LIEBE FREUNDINNEN UND FREUNDE DES TUTZINGER SALONS,
 
2019 jährt sich der Geburtstag des Schriftstellers Theodor Fontane zum 200. Mal. Seine Heimat war zunächst die Mark Brandenburg, deren Bild er bis heute prägt. Später, in der Zeit größter preußischer Machtausdehnung, lebte er in Berlin. Doch auch hier und heute hat uns der große Romancier viel zu sagen: Über Hierarchien und Konventionen und wie man dagegen hält oder auch über Geschlechterbeziehungen und die Schwierigkeiten, emanzipatorische Träume zu verwirklichen. Fontane blickte scharfsinnig und nie um ein Bonmot verlegen auf die Gesellschaft seiner Zeit. Er gibt uns noch heute zu bedenken, was eigentlich wichtig und was nur wichtigtuerisch ist.

Besonders Fontanes Frauengestalten haften im Gedächtnis: Jenny Treibel, Effi Briest, Melusine und Armgard etwa. Wenn sie im aktuellen Live-Hörspiel von der Schauspielerin Cornelia Bernoulli zum Leben erweckt werden, steht das auch in der Tradition des Tutzinger Salons, der über viele Jahre „Damensalon“ war.

Im Live-Hörspiel „Ein weites Feld“ führen die beiden Schauspieler Cornelia Bernoulli und E. Matthias Friedrich angeregt und ohne akademischen Ernst  an die Gesellschaftsromane des Autors heran. Gemeinsam loten sie die Dynamik und die Rollenzuweisungen zwischen Fontanes Romanpaaren aus.

Wir laden Sie herzlich zu einer historisch-literarisch inspirierten und doch ganz zeitgemäßen Geburtstagsfeier ein!

Dr. Ulrike Haerendel
Studienleiterin

Tagungs-Programm

Dienstag, 04. Juni 2019
19.30 UhrTheodor Fontane: Ein weites FeldLive-Hörspiel mit
Cornelia Bernoulli
und
Ernst Matthias Friedrich
Cornelia Bernoulli – Idee, Textauswahl, Konzeption, Spiel – und Ernst Matthias Friedrich – Komposition, Sounds, Spiel – Eine MOBILE Produktion München 2019
Zum Inhalt:
Inszenierung und Phantasie machen das Unmögliche möglich: Eine neugierige Moderatorin der Gegenwart und der berühmte Schriftsteller, Dichter, Journalist und Theaterkritiker Theodor Fontane kommen mit- einander ins Gespräch. Ein Live-Hörspiel als Radioshow.
Zu seinem 200. Geburtstag umkreisen zwei Theatermenschen verspielt das Thema Paare. Fontanes originale Aussprüche und Ausdrücke sowie berühmte und weniger berühmt gewordene literarische Figuren aus seinen Gesellschaftsromanen werden in Dialogszenen lebendig. Wer ist stark und wer ist schwach in einer Beziehung? Die Klischees von weib- lich und männlich wirbelt Fontane durcheinander. Die Konventionen des 19. Jahrhunderts brechen auf. Es tauchen aufopferungsvolle und verwöhnte Frauen auf, karriereorientierte und empfindsame Männer. Es finden sich bemerkenswerte Paare mit selbstbewussten Frauen und sentimentalen Männern. Ein Dialogstreifzug von „Effi Briest“, „Frau Jenny Treibel“, „Unwiederbringlich“ und „L‘Adultera“ über „Irrungen, Wirrungen“ und „Mathilde Möhring“ bis hin zu „Der Stechlin“.
Keine „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, aber Wanderungen durch die weit gefächerten Fontaneschen Seelenlandschaften. Intime, überraschende, komische Einblicke in seine Beziehungswelten. Ein Spiel voller Andeutungen, Ironie, feinem Humor und tiefen Abgründen.
Das Stück wurde anlässlich Theodor Fontanes 200. Geburtstag entwickelt. Am 30. Dezember 1819 in Neuruppin als Sohn eines Apothekers geboren, arbeitete der spätere Literat zunächst im „ererbten“ Beruf. Als 30-Jähriger wagte er in Berlin den Absprung in die Schriftstellerei, musste aber seinen Lebensunterhalt als Journalist verdienen. Diese Tätigkeit führte ihn als Korrespondent für die preußische Regierung auch für einige Jahre nach London.
In den 1850er Jahren gebar seine Frau Emilie mehrere Kinder, von denen drei gleich nach der Geburt starben. Seine bekanntesten Gesellschaftsromane schrieb Theodor Fontane erst spät im Leben – in den 1880er und 90er Jahren. Sein letztes Werk ist „Der Stechlin“. Er starb am 20. September 1898 in Berlin.

Referierende

Cornelia Bernoulli
Nach Matura und Primarlehrerdiplom in Basel erhielt Cornelia Bernoulli ihre Ausbildung zur Schauspielerin an der Folkwang Hochschule in Essen. Sie hatte anschließend feste Theaterengagements in Göttingen, Hildesheim und Kaiserslautern.

Seit 1985 lebt und arbeitet die Schweizerin als freischaffende Schauspielerin, Sprecherin und Autorin überwiegend in München. Von ihr stammen Idee und Konzept für „THEODOR FONTANE: EIN WEITES FELD“. Die Theaterfrau recherchiert und entwickelt szenische Programme. In den letzten Jahren entstanden Theatercollagen, Live-Hörspiele,
Lesungen sowie literarisch-musikalische Porträts. Bernoulli erhielt in Bayern den Zonta Fünf-Seen-Land Medienpreis 2017 („als Würdigung für die bemerkenswerte Darstellung frauenrelevanter Themen in den von ihr verfassten Theaterstücken“). Mit den szenischen Programmen tourt Bernoulli zusammen mit ihren jeweiligen Kollegen quer durch die deutschsprachige Kulturlandschaft: „Luthers Lust und Liebe“, „Humor ist, wenn man trotzdem lacht – Otto Julius Bierbaum“, „Lulu und die anderen – Frank Wedekinds Frauen und die Bohème“ und viele andere Produktionen. Die Schauspielerin spricht auch Hörbücher ein.
www.cornelia-bernoulli.eu
 
 
 
Ernst Matthias Friedrich
wurde in Berlin geboren und ist am Starnberger See aufgewachsen. Nach dem Abitur in München besuchte er die Neue Münchner Schauspielschule und absolvierte später eine Gesangsausbildung.

Seine Laufbahn begann er 1978 mit mehrjährigen festen Engagements am Pfalztheater Kaiserslautern, am Ulmer Theater und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seit 1988 arbeitet Matthias Friedrich als freier Schauspieler für Bühne und Fernsehen sowie als Musical-Sänger. Er spielte und spielt an verschiedenen Münchner Bühnen wie z.B. in „The Black
Rider“ am Metropoltheater, an der Schauburg, am Volkstheater, am Teamtheater.

Bei Gastengagements in verschiedenen Städten, mit seinen Bandauftritten und bei Lesungen zeigt der Künstler seine vielseitigen Talente im Umgang mit Musik, Gesang und Texten von Heinrich Heine („Heinrich & der Blues“) bis Erich Kästner („Dr. E. Kästners Lyrische Hausapotheke“), von Wilhelm Busch („Man ist ja von Natur kein Engel“) über Ringelnatz bis zu Morgenstern. Mehrfach trat der Schauspieler auch in Programmen mit Cornelia Bernoulli zusammen auf. Matthias Friedrich unterrichtet an der Akademie für Darstellende Kunst Bayern.
www.emfriedrich.com

Preise & Informationen

DIENSTAG, 4. JUNI 2019 19:30 UHR
 
im Musiksaal der Evangelischen Akademie Tutzing
 
Eintritt 8.– € / erm. 4.– € / Abendkasse
Anmeldung nicht erforderlich

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:

 


 
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.