Mit Armut spielt man nicht!

Mit Armut spielt man nicht!

09. - 10. November 2018

Inhalt

MIT ARMUT SPIELT MAN NICHT!
 
Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf – gerade in  einer Stadt wie München ist das deutlich zu spüren. Schaut man in den Bereich der Kultur ist diese Diskrepanz am Beispiel des Theaters besonders gut nachvollziehbar: Hier trifft ein meist eher gut betuchtes Publikum auf SchauspielerInnen, die oft in prekären Verhältnissen leben. Auch der Spielplan an vielen Häusern richtet sich eher an den (vermeintlich?) vorherrschenden Wünschen nach Klassikern und Altbewährtem aus, es bleibt wenig Platz für Mutiges und Neues.
 
Gleichzeitig wächst angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen der Anspruch an das Theater wieder, sich dezidiert politisch oder sozial zu engagieren und inhaltlich auf die in Politik und Gesellschaft aufgeworfenen Fragen zu antworten. Theater soll intervenieren, Veränderungsprozesse initiieren und begleiten – und selbst politischer Raum sein. Themen wie Reichtum, Armut und soziale Ungerechtigkeit bieten sich als Verhandlungsgegenstand an.
 
Eingebettet in zwei Aufführungen des Festivals „Politik im Freien Theater“, das vom 1. bis 11. November 2018 unter dem Stichwort „REICH“ in München stattfi ndet, nähern wir uns diesem Themenkomplex an und fragen: Wie wurden in der Geschichte des Theaters Themen wie Armut und Reichtum aufgegriffen? Wie lassen sie sich heute auf die Bühne bringen? Gibt es Unterschiede in der Art, wie diese Themen in der freien Szene und an festen Häusern verhandelt werden? Kann Theater durch die Auseinandersetzung mit Armut und sozialer Ungerechtigkeit gesellschaftlich etwas bewirken? Muss es das überhaupt? Und welche Rolle spielt es für  die KünstlerInnen, sich auf der Bühne mit etwas zu beschä- igen, das sie oft genug selbst betrifft?
 
Wir laden Sie herzlich ein, an den Schnittstellen von Kunst und Politik mit TheaterexpertInnen, KünstlerInnen, VertreterInnen von Kulturförderung und Wissenscha- diesen Fragen nachzugehen und zwei besondere Theateraufführungen zum Thema zu besuchen: ein Kulturereignis in Tutzing und München!
 
Judith Stumptner, Studienleiterin für Kunst, Kultur, Bildung und Digitale Themen
Dr. Ulrike Haerendel, Studienleiterin für Soziales, Familie und Generationen, Geschlechter- und Gleichstellungsfragen, Geschichte
Evangelische Akademie Tutzing
 
 
Das 10. Festival „Politik im Freien Theater“ ist eine Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung mit den Münchner Kammerspielen und dem Spielmotor München e.V. Das Festival wird gefördert durch die Landeshauptstadt München.

Tagungs-Programm

Freitag, 09. November 2018
14.30 UhrAnkommen in den 'Kammerspielen' in München
15.00 UhrBegrüßung und Einführung in die TagungsthematikJudith Stumptner
&
Dr. Ulrike Haerendel
15.15 UhrEine Geschichte von Armut und Reichtum auf der BühneRainer Karlitschek
16.15 UhrTheater interveniert? - Von der moralischen Anstalt zur Verhandlung des Hier und JetztDr. Henning Fülle
17.15 UhrFahrt zum Café Neuhauser Schwabing
17.45 UhrAbendessen
19.30 UhrBesuch einer Aufführung in der Schauburg:
Oratorium, Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten GeheimnisVon She She Pop
22.00 UhrGemeinsame Fahrt nach Tutzing
14.30 Uhr
Ankommen in den 'Kammerspielen' in München
15.00 Uhr
Begrüßung und Einführung in die TagungsthematikJudith Stumptner
&
Dr. Ulrike Haerendel
15.15 Uhr
Eine Geschichte von Armut und Reichtum auf der BühneRainer Karlitschek
16.15 Uhr
Theater interveniert? - Von der moralischen Anstalt zur Verhandlung des Hier und JetztDr. Henning Fülle
17.15 Uhr
Fahrt zum Café Neuhauser Schwabing
17.45 Uhr
Abendessen
19.30 Uhr
Besuch einer Aufführung in der Schauburg:
Oratorium, Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten GeheimnisVon She She Pop
22.00 Uhr
Gemeinsame Fahrt nach Tutzing
Samstag, 10. November 2018
08.45 UhrAndacht in der Schlosskapelle
08.00 UhrFrühstück
09.00 UhrWer ist reich in Deutschland? - Vom "Millionaire Next Door" bis zu "Bill Gates"Prof. Dr. Wolfgang Lauterbach
09.30 UhrVermögendSzenische Lesung aus dem Dokumentartheaterstück von Gesine Schmidt (2018)
mit
Michael Haake
und
Stephanie Junge
10.00 UhrEigentum verpflichtet?!Gespräch mit
Stephanie Junge
und
Prof. Dr. Wolfgang Lauterbach
10.30 UhrKaffeepause
11.00 UhrArmut und Reichtum im, am und ums TheaterImpulse & Gespräch mit
Dr. Henning Fülle
Marc Gegenfurtner
12.30 UhrMittagessen
14.00 UhrDie Verhandlung von Haben und Nichthaben im Freien TheaterChristine Milz
15.00 UhrKaffeepause
15.30 UhrBusfahrt nach München
17.00 UhrBesuch einer Aufführung im Schweren Reiter:
The End Of The World As We Know ItVon Corinne Maier
18.30 UhrRückblick, Ausblick und Verabschiedung
19.00 UhrEnde der Tagung in München
08.45 Uhr
Andacht in der Schlosskapelle
08.00 Uhr
Frühstück
09.00 Uhr
Wer ist reich in Deutschland? - Vom "Millionaire Next Door" bis zu "Bill Gates"Prof. Dr. Wolfgang Lauterbach
09.30 Uhr
VermögendSzenische Lesung aus dem Dokumentartheaterstück von Gesine Schmidt (2018)
mit
Michael Haake
und
Stephanie Junge
10.00 Uhr
Eigentum verpflichtet?!Gespräch mit
Stephanie Junge
und
Prof. Dr. Wolfgang Lauterbach
10.30 Uhr
Kaffeepause
11.00 Uhr
Armut und Reichtum im, am und ums TheaterImpulse & Gespräch mit
Dr. Henning Fülle
Marc Gegenfurtner
12.30 Uhr
Mittagessen
14.00 Uhr
Die Verhandlung von Haben und Nichthaben im Freien TheaterChristine Milz
15.00 Uhr
Kaffeepause
15.30 Uhr
Busfahrt nach München
17.00 Uhr
Besuch einer Aufführung im Schweren Reiter:
The End Of The World As We Know ItVon Corinne Maier
18.30 Uhr
Rückblick, Ausblick und Verabschiedung
19.00 Uhr
Ende der Tagung in München

Mehr zum Thema

Oratorium.
Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis
Von She She Pop
 
Die in „Oratorium" aufgeworfenen Fragen zielen, so die Auffassung der Jury, mitten ins Herz der Themen, mit denen sich die diesjährige Ausgabe von „Politik im Freien Theater" beschäftigt. Der konzeptuell äußerst kohärente Abend geht der zunehmenden Spaltung des Bürgertums nach und zeigt in Fabeln, Liedern oder auch theatertheoretischen Kommentaren die Unterschiede zwischen Haben und Nichthaben auf. Inspiriert von Bertolts Brechts Lehrstücken umkreist „Oratorium" den Zusammenhang von Privateigentum, bürgerlicher Öffentlichkeit und demokratischer Partizipation auf so unterhaltsame wie (selbst-) ironische Art und Weise. An jedem Spielort wird die Produktion an die lokalen Umstände angepasst, so dass die ungleiche Verteilung ökonomischer Ressourcen in der jeweiligen Stadtgesellschaft sichtbar bzw. für die Dauer der Vorstellung hörbar wird. Utopien der Umverteilung werden allerdings keine entworfen – denken und handeln muss das Publikum schon selbst.
 
 
 
The End Of The World As We Know It
Von Corinne Maier
 
Jacob Burckhardt, ein renommierter Basler Kulturhistoriker, dessen Konterfei den 1000-Franken-Schein in der Schweiz ziert, feiert in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag. Corinne Maier und ihre PerformerInnen haben die Herausforderung angenommen und eine Auftragsarbeit akzeptiert, die sich kritisch mit seinem Leben und Werk auseinandersetzen soll. Mit großer Eloquenz und viel Sprachwitz debattieren sie nun über Sinn und Unsinn ihres Auftrags. Welche Annäherungen lassen sich in Zeiten von Gender- und Diversity-Debatten an einen Wissenschaftler finden, der trotz bedeutungsvoller Werke nachweislich Antisemit war und menschenverachtende, kriegstreiberische Thesen vertrat? Während dieser Diskussion entspinnt sich eine humorvolle wie kluge Reflexion über das Theatermachen selbst, über den Systemunterschied zwischen Freiem und Stadttheater und die Sachzwänge, denen freie TheatermacherInnen unterliegen, wenn es darum geht, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und Drittmittel für die nächste Produktion aufzutreiben, selbst wenn sie das Thema nur wenig interessiert. Eine virtuos gebaute und ästhetisch beeindruckende Performance.
 
 
 
Politik im Freien Theater
Die 10. Ausgabe von „Politik im Freien Theater" findet vom 01. bis 11. November 2018 in München statt – und damit erstmals in Bayern. Das Festival ist ein Spiegel der politischen und gesellschaftlichen Lage und bietet zugleich einen Überblick über aktuelle Theaterästhetiken. Die Münchner Ausgabe steht unter dem Motto „REICH". Sie fragt nach wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Ungleichheiten. 14 Gastspiele und ein umfangreiches Begleitprogramm sind an Veranstaltungsorten überall in München zu erleben.
Quelle: https://www.politikimfreientheater.de/

Referierende

Dr. Henning Fülle, Dramaturg und Kulturforscher in Berlin; Dozent am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und freier Mitarbeiter am Projekt „Archive des Freien Theaters“
Marc Gegenfurtner, Leiter des Bereichs Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Film, Literatur, Musik, Stadtgeschichte, Wissenschaft , Kulturreferat der Landeshauptstadt München
Michael Haake, Schauspieler, Theater Regensburg
Lisa Jopt, erste Vorsitzende, Ensemble Netzwerk, Berlin
Stephanie Junge, Freie Dramaturgin, Haan
Rainer Karlitschek, Dramaturg, Bayerische Staatsoper, München
Prof. Dr. Wolfgang Lauterbach, Soziologe, Sozialwissenschaftliche Bildungsforschung an der Universität Potsdam mit Schwerpunkten in der Sozialstruktur-, Ungleichheits- und Reichtumsforschung
Anne-Cathrin Lessel, Stellv. Vorsitzende des Bundesverbands Freie Darstellende Künste e.V.
Christine Milz, Studium der Politikwissenschaften, VWL, Literaturwissenschaft, Dramaturgie und Fine Arts u.a. an der Zürcher Hochschule der Künste, designierte Ko-Intendantin am Theater Neumarkt Zürich, Jurorin beim Festival „Politik im Freien Theater“
Nils Strunk, Schauspieler, Residenztheater, München

Preise & Informationen

Tagungsleitung
Judith Stumptner & Dr. Ulrike Haerendel
 
Tagungsorganisation
Rita Niedermaier, Telefon: 08158 251-128, Telefax: 08158 99 64 28, E-Mail: niedermaier@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.
 
Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir schriftlich oder direkt online. Wegen der Reservierung der Theaterkarten ist der Anmeldeschluss der 7. Oktober 2018. Danach können wir keine Karten mehr garantieren. Eine Anmeldung für die anderen Tagungsteile ist länger möglich. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich. Die Teilnahme an der Tagung ist auch ohne Theaterbesuch möglich.
 
Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens 26. Oktober 2018 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, am Tag des Tagungsbeginns 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Die Theaterkarten müssen wir mit 100 % berechnen. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.
 
Preise für die gesamte Tagungsdauer
 
Teilnahmebeitrag / Vorträge                                                                   55.– €
Theaterkarten Freitag / Samstag                                                          je 15.– €
 
Verpflegung (Stehkaffee/Mittagessen)                                                   20.– €
 
Übernachtung (mit Frühstück / Mittagessen / Stehkaffee)
– im Einzelzimmer                                                                                78.50 €
– im Zweibettzimmer                                                                            56.50 €
– im Zweibettzimmer als EZ                                                                 86.50 €
 
Das Abendessen am Freitag geht auf eigene Rechnung.
 
Sonderkost
Gerne bietet unsere Küche gegen einen Aufpreis von 10.– € pro Person & Veranstaltung bei streng veganem Essen, Unverträglichkeiten oder Allergien die Zubereitung einer Sonderkost an.
 
Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.
 
Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitslose erhalten eine Ermäßigung von 50 %. JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation zusammen mit dem Auftrag zur Berichterstattung vorliegt. Bei Inanspruchnahme einer Ermäßigung schicken Sie uns bitte eine Kopie Ihres Ausweises mit Ihrer Anmeldung zu. Keine Ermäßigung auf die Theaterkarten möglich.
 
Kooperationspartner
Das 10. Festival „Politik im Freien Theater“ ist eine Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung mit den Münchner Kammerspielen und dem Spielmotor München e.V. Das Festival wird gefördert durch die Landeshauptstadt München.
Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.
 
Verkehrsverbindungen
Für die Planung Ihrer Anreise nutzen Sie bitte das Portal
Greenmobility auf unserer Homepage.
Bitte planen Sie handliches Gepäck ein.
 
TAGUNGSORTE
Kammerspiele: Maximilianstraße 26, 80539 München, Tram 19, Kammerspiele, U3, U6 Marienplatz, Bus 52 Marienplatz, https://www.muenchner-kammerspiele.de
Schauburg: Franz-Joseph-Straße 47, 80801 München, Tram 27, 28, Elisabethplatz, U2, U8 Josephsplatz, U3, U6 Giselastraße, https://www.schauburg.net 
Schwere Reiter: Dachauer Straße 114, 80636 München, Tram 12, 20, 21, Bus 53, Leonrodplatz, http://www.schwerereiter.de
Café Neuhauser Schwabing: Belgradstraße 1, 80796 München,  Tram 12, 27, 28 Kurfürstenplatz, https://cafeneuhauser.de/schwabing
 
 
Bildnachweis: She She Pop ORATORIUM. Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis, © Benjamin Krieg
Tagungsnummer: 0152019

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.