Laudatio für die Tutzinger Nachrichten

Seit 37 Jahren erscheint in Tutzing monatlich eine Zeitschrift von und für Tutzinger: die Tutzinger Nachrichten. Gestern wurde das ehrenamtliche Redaktionsteam mit dem Wilhelm-Hausenstein-Kulturpreis der Gemeinde Tutzing ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing.

Im Rathaus der Gemeinde hatten sich viele Gratulanten, Freunde und Wegbegleiter versammelt. Bürgermeisterin Marlene Greinwald begrüßte die Gäste und würdigte die Preisträger. Sie ging auch auf den Namensgeber des Preises ein, der nun zum ersten Mal in der Kategorie Schrifttum vergeben wurde. Wilhelm Hausenstein war Journalist und Schriftsteller. Lange Jahre lebte er in Tutzing. Er setzte sich zur Zeit des Dritten Reichs gegen Antisemitismus und Nationalsozialismus ein. Das blieb nicht ohne Folgen: Hausenstein wurde 1935 von seinem Arbeitgeber, den Münchner Neuesten Nachrichten, entlassen. Noch eine weitere Stelle sollte er durch die Nazis verlieren – außerdem wurde er aus der Reichsschrifttumskammer und der Reichspressekammer ausgeschlossen.

In seiner Laudatio ging Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, ebenfalls auf Hausenstein ein. Er stehe für „Zivilcourage, für Unabhängigkeit, für Selberdenken“. Diese drei Eigenschaften brauche es in einer Demokratie, sagte Hahn. Damit das Zusammenleben in einer immer heterogener werdenden Gesellschaft funktioniere, sei jeder Mensch gefordert, zu einem funktionierenden Zusammenleben beizutragen. In Tutzing gelinge dies in einer eindrucksvollen Art und Weise, was etwa Beispiele wie die Lichterkette für den Frieden oder der Klimatag belegten.

Dass die Jury in ihrer Begründung die Tutzinger Nachrichten als „Vorzeigebeispiel für zivilgesellschaftliches Engagement“ lobe, sei „keineswegs übertrieben“. Hahn zitierte den früheren deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler. Er hatte bei der Verleihung des Deutschen Preises für Lokaljournalismus im Jahr 2009 gesagt: „Guter Lokaljournalismus lädt die Menschen ein, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen.“ Dafür, so Hahn, seien die Tutzinger Nachrichten ein „exzellentes Beispiel“.

dgr

Die vollständige Laudatio können Sie hier nachlesen.

Bild: Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Redaktionsleiterin Elke Schmitz und Udo Hahn – umgeben von der Redaktion. (Foto: eat archiv)

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