Willkommenskultur konkret

17. Februar 2017

Inhalt

DIE BESTE INTEGRATION SIND SPRACHE, AUSBILDUNG UND ARBEIT
                                             Sigmar Gabriel, Bundeswirtschaftsminister
 
In einer beispiellosen Welle der Hilfsbereitschaft haben sich seit 2014 zahllose Helferkreise gebildet – um Zufluchtsuchende und AsylbewerberInnen zu unterstützen beim Zurechtfinden in einer ihnen fremden Gesellschaft, beim Erlernen der Sprache, in allen Fragen ihren Aufenthaltsstatus betreffend und eventuell auch bei der Suche nach Arbeit. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger verzahnt sich mit der  Tätigkeit der Behörden und Sozialverbände, die die Neuankömmlinge mit Kleidung ausstatten, für Essen und Unterkunft sorgen, ihnen soziale und gesundheitliche Fürsorge zuteil werden lassen. Besonderer Fürsorge bedürfen die Unbegleiteten Minderjährigen, die auf der Flucht vor Hunger, Gewalt und fehlenden Zukunftsperspektiven sich selbst überlassen waren und viel aufzuholen haben: Spracherwerb, Schulbildung, aber auch Kompensation für den Verlust von familiären und sozialen Bindungen.
 
Es gibt viele Geschichten zu erzählen von der Anstrengungsbereitschaft der Neuankömmlinge, von der Mitmenschlichkeit der Helfenden, von den Leistungen des Sozialstaats, des Bildungssystems und der Wirtschaft. Es gibt aber auch Geschichten von Frustrationen, von fehlenden Möglichkeiten wirklicher Integration, von scheinbar unüberwindbaren Barrieren und Unverständnis. Solche „Grenzerfahrungen" gibt es nicht nur zwischen Helfenden und Zufluchtsuchenden, sondern auch zwischen Ehrenamt und Profession.
 
Der Studientag soll beitragen, die politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen der Integration zu klären und Verständnis zu wecken für die jeweils andere Seite. Darüber hinaus sollen Fragen beantwortet werden, die sich den Helfenden – vor allem den ehrenamtlichen – stellen: Was kann ich, darf ich, soll ich tun – und wo nehme ich mich zurück, auch zu meinem eigenen Schutz? Wie kann der Bildungs- und Spracherwerb sinnvoll unterstützt werden? Was bedeutet es, Pate zu werden; welche Verantwortung übernehme ich da? Dürfen meine Schützlinge überhaupt arbeiten und wie unterstütze ich sie bei der Jobsuche?
 
Bestimmt haben Sie weitere, detailliertere Fragen. Nach Ihrer Anmeldung zum Studientag erhalten Sie die Möglichkeit, online bereits im Vorfeld der Tagung Fragen an unsere ExpertInnen zu richten, auf die wir dann während der Tagung besonders eingehen.
 
Wir laden Sie herzlich in die Evangelische Akademie Tutzing ein und freuen uns auf einen regen Austausch!
 
Michael Bammessel, Diakonie Bayern
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Jürgen Kruse, Evangelische Hochschule Nürnberg
Prof. Dr. Doris Rosenkranz, Technische Hochschule Nürnberg
 

Tagungs-Programm

Freitag, 17. Februar 2017
Anreise ab 10.00 Uhr
10.30 UhrBeginn der Tagung mit Kaffee und Tee
11.00 UhrBegrüßung und EinführungDr. Ulrike Haerendel & Prof. Dr. Doris Rosenkranz
11.15 UhrHerausforderungen für Staat und GesellschaftMichael Bammessel / Dr. Stephan Dünnwald / Dr. Uli Glaser (angefragt) / Dr. Maria Grienberger- Zingerle
Moderation: Prof. Dr. Doris Rosenkranz
12.30 UhrMittagessen
13.30 UhrSchule, Weiterbildung und AusbildungImpulsvortrag: Dr. Fritz Schäffer
Best Practice:
1) SchlaU-Schule / Verena Kratzer
2) Joblinge Kompass / Sevim Schmid-Coºkun
15.00 UhrKaffeepause
15.15 UhrIntegration in den Arbeitsmarkt:
Expertengespräch mit Roland Fürst / Stephan Schiele / Yvonne Wetsch
Moderation: Dr. Ulrike Haerendel
16.15 UhrEhrenamt in der Praxis der Arbeit mit ZufluchtsuchendenMarina Lessig
17.00 UhrFeedback-Runde
17.15 UhrEnde der Veranstaltung
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TAGUNGSANKÜNDIGUNG:
Von der Flucht zur Bleibe10. - 12. März 2017
Näheres: www.ev-akademie-tutzing.de

Referierende

Michael Bammessel, Pfarrer, Präsident der Diakonie Bayern, Nürnberg
Dr. Stephan Dünnwald, Migrationsforscher, Sprecher im Bayerischen Flüchtlingsrat, München
Dr. Maria Grienberger-Zingerle, Juristin, Koordinierungsfragen der Integrationspolitik, Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, München
Verena Kratzer, SchlaU – Werkstatt für Migrationspädagogik,gem. UG, München
Marina Lessig, Philosophin M.A., Koordinatorin Bürgerschaftliches Engagement Helferkreise und Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe, Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V.
Roland Fürst, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit, Augsburg
Dr. Fritz Schäffer, Seminarlehrer für Geschichte, Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik beim Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), Schweitenkirchen
Stephan Schiele, Koordination MigraNet, Geschäftsführung, Tür an Tür – Integrations-projekte gGmbh, Augsburg
Sevim Schmid-Coskun, Projektkoordinatorin JOBLINGE Kompass, JOBLINGE Dachorganisation, München
Yvonne Wetsch, Sozialökonomin B.A., Netzwerkkoordinatorin „Allianz pro Fachkräfte" und Willkommenslotsin, IHK Nürnberg für Mittelfranken

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.