Wieviel Reform braucht die Rente?

01. - 03. November 2017

Inhalt

TENDENZ FALLEND

–  so kann man das allgemeine Rentenniveau im Blick auf kommende Generationen beschreiben. Heute gestattet es vielen noch ein sorgenfreies Leben im Alter. Aber der demografische Wandel und die Veränderungen der Arbeitswelt machen es immer schwieriger, die Renten nach dem Generationenvertrag zu finanzieren. Das wirft die Frage auf, ob die für die Rentenversicherung kennzeichnende „Pfadabhängigkeit“ nicht längst auf einen Irrweg führt und eine Abkehr vom bisherigen System überfällig ist?

Die Rentenversicherung wurde in der Bismarckzeit als „Arbeiterversicherung“ begonnen. Sie stellte die – männliche – Arbeiterschaft in den Mittelpunkt und sollte zunächst nur eine Verelendung im Alter verhindern. Mit der dynamischen Rente von 1957 kam das Ziel der Lebensstandardsicherung hinzu, das immer noch unsere Erwartungshaltung an die gesetzliche Rentenversicherung prägt. Aber kann sie, soll sie das noch leisten? Und wie müsste sie reformiert werden, um auch noch durch die Verrentung der Babyboomerjahrgänge, die schon in wenigen Jahren beginnt, zu tragen? Wie kann verhindert werden, dass  immer mehr Frauen, prekär Beschäftigte, Niedriglohnbeziehende, Grundsicherungsempfänger_innen zu einem Altersproletariat ähnlich wie zu Bismarcks Zeiten werden?  Kann es Lösungen im System der gesetzlichen Rentenversicherung geben? Ist diese Säule des Sozialstaats noch zu retten?

Das Ziel, die weitere Ausbreitung von Altersarmut zu verhindern, ist gleich, die Antworten, die unsere Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Politik, aus Verbänden und Instituten geben, sind unterschiedlich. Am Ende ist die Politik  um Stellungnahme gefragt, denn auch in der neuen Legislaturperiode muss die Reformagenda für die Rentenversicherung wieder auf den Tisch. Wir blicken außerdem ins europäische Ausland und fangen unterschiedliche generationelle Perspektiven ein. Neben allen politischen Diskussionen soll bei der Tagung auch Thema sein, wie das Alter als Lebensphase sich historisch entwickelt hat und gegenwärtig von Alt und Jung empfunden wird. Nicht nur die materielle Absicherung, sondern erst die Möglichkeit zur Teilhabe macht das Alter in unserer  Gesellschaft lebenswert.

Herzliche Einladung in die Evangelische Akademie Tutzing!

Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
Martin Staiger,  Esslingen

Tagungs-Programm

Mittwoch, 01. November 2017
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 UhrBeginn der Tagung mit dem Abendessen
19.00 UhrBegrüßungDr. Ulrike Haerendel
EinführungMartin Staiger
19.30 UhrDie "Entdeckung des Alters" im 19. JahrhundertDr. Ulrike Haerendel
21.00 UhrAbendgebet in der Kapelle
21.15 UhrGespräche in den Salons
Donnerstag, 02. November 2017
10.00 Uhr60 Jahre nach der großen Rentenreform, 6 Wochen nach der Bundestagswahl: Herausforderungen der RentenpolitikProf. Dr. rer. pol. Winfried Schmähl
anschließend
Podiumsdiskussionzwischen
René Bohn
Prof. Dr. jur. Franz Ruland
und
Prof. Dr. rer. pol. Winfried Schmähl
Moderation:
Dr. Ulrike Haerendel
11.45 UhrKaffeepause
12.00 UhrGutes Leben im Alter? Soziale Lage und Aussichten älterer Menschen in BayernUlrike Mascher
13.00 UhrMittagessen
14.30 UhrDie Rente im demografischen Wandel: Mythen und FaktenProf. Dr. sc. pol. Eckart Bomsdorf
15.30 UhrKaffeepause
16.00 UhrAbkehr vom Äquivalenzprinzip? Zum Verhältnis von Beiträgen und LeistungenUdo Philipp, MPA
17.00 UhrVom Lohngefälle zum Rentengefälle: Männer und Frauen in der gesetzlichen RentenversicherungProf. Dr. jur. Margarete Schuler-Harms
18.00 UhrAbendessen
20.00 UhrKreatives Leben im AlterProf. Dr. phil. Dr. h.c. Andreas Kruse
21.30 UhrGespräche in den Salons
Freitag, 03. November 2017
08.00 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
09.15 UhrWenn die Rente nicht zum Leben reicht - ein Vorschlag zur Reform der GrundsicherungMartin Staiger
10.00 UhrWas können wir von anderen lernen? Reformbeispiele aus EuropaProf. Dr. jur. Ulrich Becker
10.50 UhrKaffeepause
11.15 UhrWieviel Reform braucht die Rente?Abschlussdiskussion mit der Politik
Die Diskutant_innen werden nach der Bundestagswahl am 24. September bekannt gegeben
12.30 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen

Referierende

Prof. Dr. jur. Ulrich Becker, Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Sozialrecht (seit 1. Juli 2011: Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik), München
René Bohn, Dipl.-Politologe, Leiter für Arbeitsmarktpolitik und soziale Sicherung beim Verband DER JUNGEN UNTERNEHMER/DER FAMILIENUNTERNEHMER, Berlin
Prof. Dr. sc. pol. Eckart Bomsdorf, emer., Dipl.-Math., Institut für Ökonometrie und Statistik der Universität zu Köln
Dr. phil. Ulrike Haerendel, Studienleiterin für Soziales, Familie, Generationen, Geschlechter und Geschichte, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Andreas Kruse, Dipl.-Psych., Direktor des Instituts für Gerontologie, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Ulrike Mascher,  Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland und Landesvorsitzende des Sozialverbandes VdK Bayern, München
Udo Philipp, MPA, Volkswirt, Politologe, Vorstand des Instituts für Finanzdienstleistungen e.V., Hamburg; München
Prof. Dr. jur. Franz Ruland, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger 1992-2005, Vorsitzender des Sozialbeirats 2009-2013, München
Prof. Dr. rer. pol. Winfried Schmähl, emer., Universität Bremen, Vorsitzender des Sozialbeirats 1986-2000, Niebüll
Prof. Dr. jur. Margarete Schuler-Harms,  Professur für Öffentliches Recht, insbesondere Öffentliches Wirtschafts- und Umweltrecht, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg
Martin Staiger, Dipl.-Sozialarbeiter, Dipl.-Theol., Dozent für Sozialpolitik, Esslingen

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
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mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.