Widerstand – die Kunst der Revolte

30. Juni - 01. Juli 2017

Inhalt

WER SICH ZUM LAMM MACHT, LOCKT DIE WÖLFE.
nach Macchiavelli

Sich anständig benehmen, fleißig, hilfsbereit, keinesfalls vorlaut sein, nicht ungebührlich auffallen und schon gar nicht aus der Reihe tanzen – unsere Erziehung favorisiert die Disziplin, den Gehorsam – ohne Wenn-und-Aber.

Ohne Wenn-und-Aber? Wer kennt nicht das Gefühl der Empörung, diese Mischung aus Trauer und Wut, ohnmächtig eine Ungerechtigkeit zu erleiden. Ein ungeahndetes Abseitstor im Fußball, die Raffgier der Superreichen oder die Willkür von Tyrannen – die Palette des Zerstörerischen, gekränkt und klein, ja krank gemacht, unterdrückt und gequält, sogar vernichtet zu werden, scheint unendlich. 

Die Weltgesellschaft ächzt unter globaler Ungerechtigkeit. Die Gleichmütigkeit eines Hiob irritiert: „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt.“ Die Psalmen im Alten Testament machen freilich keinen Hehl aus dem Schrei der Gedemütigten und Gemordeten nach Gerechtigkeit. Doch wie?

„Widerstand und Ergebung“ – mit Dietrich Bonhoeffer vertrauen oder mit Georg Neumark,  „wer nur den lieben Gott lässt walten“? Früher zogen junge Leute lieber ein Che Guevara T-Shirt an und skandierten „macht kaputt, was euch kaputt macht!“ Doch ändert die Gegengewalt etwas an der erlittenen Gewalt? Mehr noch: Was außer einem bestialischen Fanal ist der Amok ganz junger Menschen?

Von der Kunst der Revolte handelt denn der französische Philosoph Geoffroy de Lagasnerie. Wahrhaftig sein, den Mut haben, nicht zu lügen. Denn wer schweigt, wegschaut, mitmarschiert, ja, der macht sich mitschuldig. Doch wie lernt man den Widerstand?

Dazu haben wir erfahrene Leute eingeladen. Zum Widerstand gibt es „weiß Gott“ genug Anlass. Wie sieht Zivilcourage in exemplarischen Feldern des Lebens aus? Gibt es Veränderung zum Guten ohne Widerstand gegen die Übel? „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“? Du musst  dein Leben ändern – oder dein Ändern leben?

Wir laden alle Interessierten und Betroffenen herzlich zum Gespräch darüber ein, ob und wie, wann und wo es geboten ist, sich zu wehren!

Dr. Claudia Jahnel, Mission EineWelt, Neuendettelsau
Dr. Jürgen Bergmann, Mission EineWelt, Nürnberg
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Evangelische Akademie Tutzing

Tagungs-Programm

Freitag, 30. Juni 2017
Anreise ab 13.00 Uhr
15.30 UhrTee, Kaffee & Butterbrez´n
16.00 UhrWiderstand – die Kunst der Revolte Begrüßung und Einführung
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
16.15 UhrWiderstand 2.0 – transnational Dr. Frauke Höntzsch
17.00 UhrWiderstand statt Ergebung? Dr. Claudia Jahnel
Dr. Jürgen Bergmann
Widerstand gegen einen entgrenzten Freihandel Gertraud Gafus
18.00 UhrAbendessen
19.00 UhrWiderstand gegen ein ausbeuterisches WirtschaftssystemDr. Harald Klimenta
Spiritualität als Widerstand Dr. Mathias Eichhorn
21.30 UhrGespräche in Gruppen
Antje Uhle
Piano-Musik und Geselligkeit in den Salons
Samstag, 01. Juli 2017
07.45 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
09.00 UhrFormen des Widerstands. Zur Aktualität des Essays Sarah Scheibenberger
10.00 UhrWiderstand weltweit Uwe Kekeritz MdB
11.00 UhrKaffeepause
11.30 UhrWider den MainstreamVerantwortung der Medien im postfaktischen Zeitalter
Dr. Gualtiero Zambonini
12.30 UhrMittagessen
14.30 Uhr1967 – als Pop unsere Welt für immer veränderte Dr. Martin Oppelt
16.00 UhrKaffeepause
16.30 UhrJazz – Aufstand der blue notes Der Rebell am BassEin Leben als Passionsgeschichte
Julian Benedikt
Film über Eberhard Weber von Julian Benedikt Gespräch mit dem Regisseur
17.00 Uhr„Unter den Pflastersteinen wartet der Sandstrand.“Vom Widerstand und der Wiederaneignung der Zukunft Impuls von jungen Leuten & Abschlussplenum
Johannes Kahlau
18.30 UhrEnde der Tagung mit dem Abendessen
20.00 UhrAngebot in der Rotunde:
Der Rebell am BassFilm von Julian Benedikt (Deutschland, 2017)
Wegen der Tutzinger Fischerhochzeit am Sonntag, 02. Juli 2017, findet die Tagung in einem vorgezogenen Zeitrahmen statt.

Referierende


Julian Benedikt, Dokumentarfilmer, Autor, Künstler, München
Dr. Jürgen Bergmann, Leiter Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt, Nürnberg
Dr. Mathias Eichhorn, Politologie, Reformierte Theologie, Philosophie, Didaktik der Sozialwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Gertraud Gafus, Bäuerin und Aktivistin, Fürmannalm/Anger
Prof. Ines Geipel, eh. Weltklasse-Leichtathletin, Literaturwissenschaftlerin, Autorin, Professur für Verssprache, Ernst Busch Schauspiel-Hochschule, Berlin
Dr. Frauke Höntzsch, Wiss. Mitarbeiterin, Politikwissenschaft/Politische Theorie, Universität Augsburg
Ernst Hofacker, Journalist, Autor, München
Pfrin. Dr. Claudia Jahnel, Leitung Referat Mission Interkulturell, Mission EineWelt, Neuendettelsau
Sophie Kahlau, Psychologin, Berlin
Cand. Prom. Johannes Kahlau, Politologie, Universität Hamburg
Uwe Kekeritz, MdB, Sprecher für Entwicklungspolitik, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Uffenheim
Dr. Harald Klimenta, freiberuflicher Bildungsreferent, Publizist, Autor, Wissenschaftlicher Beirat von Attac Deutschland, Regensburg
Sarah Scheibenberger, Wiss. Mitarbeiterin und Doktorandin am Institut für Germanistik, Universität Leipzig
Prof. Dr. Elisabeth Schweeger, Direktorin und Geschäftsführerin, Akademie für Darstellende Kunst, Baden-Württemberg, Ludwigsburg
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Studienleiter, Theologie und Gesellschaft, Religion, Philosophie, Recht, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Gualtiero Zambonini, Publizist, Integrationsbeauftragter des WDR 2003-2016, Köln

Ort & Anreise

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.
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