Vertrauen und Recht

09. - 11. März 2018

Inhalt

VERTRAUEN IST GUT, KONTROLLE IST BESSER?

Vertrauen ist in aller Munde. Von klein an. Spielt ein Kind an den Händen der Eltern „Engelchen, Engelchen fliiiieegg“, verdankt es sein Glück dem Gefühl, von den Eltern gehalten ohne eingesperrt, frei gegeben ohne verlassen zu werden. Aus solcher Erfahrung wächst Vertrauen.

Durch Bankerboni, Missbrauchsskandale, Politikpossen, Steuerflüchtlinge, Korruption usw. scheint der im privaten wie öffentlichen Leben so basale wie knappe Grundstoff in der Krise.  Schon der Verdacht, es gehe nicht immer rechtens zu, erzeugt Misstrauen in die unsere Werte repräsentierende Personen wie Institutionen und erschüttert den sozialen Zusammenhalt.

Vertrauen ist die Ressource unseres gesellschaftlichen wie privaten Lebens. Ihm gleich sorgt das Recht dafür, dass unser Personsein geschützt ist, seine Würde, ob wir politisch, arbeitend, gesellig, intim oder religiös miteinander kommunizieren, anerkannt und wertgeschätzt wird.

Wie rechtschaffen es zugeht, hängt dabei besonders von Personen in öffentlichen Ämtern und den unsere Werte und Maximen verbürgenden Institutionen ab. Mit ihnen steht und fällt die Solidarität des Miteinanders. Der Anspruch der Würde eines Amtes ist daher immer auch eine Bürde. Wie kann solche Idealität, solche Vorbildlichkeit authentisch gelebt werden? Wie entsteht, was zerstört ein glaubwürdiges Ethos?

Zum Wohle des Zusammenlebens verbietet sich also jedwede Unlauterkeit. Freilich ist es oben wie unten allzumenschlich, dass wir aneinander schuldig werden, uns nicht selten schämen müssen, nicht nur souverän, untadelig, unbestechlich, charaktervoll sein zu können.

Integer sein – unsere Demokratie lebt davon, wie wir die feine Balance von Vertrauen und Recht beherzigen. Ob die Autoritäten ihre Macht missbrauchen oder das Leben fördern, lateinisch „augure“. Wie kommt man vom Wahnwitz des Eigendünkels zum Gesetz des Herzens?

Wir laden alle Interessierten zum Gespräch über das, was uns im Innersten zusammen hält, sehr herzlich ein in die Evangelische Akademie Tutzing.

Andrea Titz Direktorin Amtsgericht Wolfratshausen
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing

Tagungs-Programm

Freitag, 09. März 2018
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 UhrAbendessen
19.30 UhrVertrauen und Recht Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
Einführung
DirAG. Andrea Titz
Personen und Institutionen: Zur Janusköpfigkeit politischen VertrauensProf. Dr. Karsten Fischer
Wer und was ist, fühlt sich „echt“ an? Sigrid Herzog
Gespräche in Gruppen
Geselligkeit in den Salons
Samstag, 10. März 2018
07.45 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
09.00 UhrDie Praxis des Vertrauens Martin Hartmann
10.00 UhrVertrauensseligkeit durch Paragrafen? Eine Einführung in die Funktion des RechtDr. Gero Kellermann
11.00 UhrKaffeepause
11.30 UhrEthik, Recht, Gerechtigkeit – wonach richten Richter? DirAG. Andrea Titz
12.30 UhrMittagessen
14.30 UhrZur Dialektik von Amt und Person: Die zwei Körper des Königs und die Differenz von ideal und realDr. Mathias Eichhorn
15.30 UhrKaffeepause
16.00 UhrDie Staatsräte. Elite im Dritten Reich.Sauerbruch, Schmitt, Furtwängler und Gründgens Prof. em. Dr. Helmut Lethen
17.00 UhrVertrauen in die Arbeit von Polizei und Justiz – ein tragender, aber fragiler Pfeiler des RechtsstaatesRichard Thiess
18.00 UhrAbendessen
20.00 UhrMusik in der Schlossdiele
Musik live & Geselligkeit in den Salons
Sonntag, 11. März 2018
07.45 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
09.00 UhrVertrauen in der Seelsorge PD Dr. theol. Rainer Höfelschweiger
10.00 UhrHelikoptermoral: Blindes Vertrauen ins eigene Urteil Dr. phil. Dipl. Psych. Wolfgang Schmidbauer
11.00 UhrSpaziergang
11.15 UhrMein Leben in seinen Händen“ – vom Selbstvertrauen und Vertrauen in Extreemsituationen in meinen KletterpartnerHeinz Zak
12.30 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen

Referierende

Dr. Mathias Eichhorn, Politologie, Philosophie, Reformatorische Theologie; Didaktik der Sozialwissenschaften, Goethe Universität Frankfurt am Main
Prof. Dr. Karsten Fischer, Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft, Lehrstuhl für Politische Theorie, LMU, München
Prof. Dr. Martin Hartmann, Philosophie, Schwerpunkt Praktische Philosophie, Universität Luzern
Sigrid Herzog, Dozentin Schauspiel, Dramaturgie, Bayerische Staatsoper, München
PD Dr. theol. Rainer Höfelschweiger, Praktischer Theologe mit Schwerpunkten Seelsorgelehre und Kybernetik, Regensburg
Dr. Gero Kellermann, Studienleiter, Staats- und Verfassungsrecht, Rechtspolitik, Akademie für Politische Bildung, Tutzing
Prof. Dr. Helmut Lethen, Germanistik, Philosophie, 2007 bis 2016 Leiter des IFK, Internationales Forschungszentrum für Kulturwissenschaften in Wien; gegenwärtig Gastprofessur an der Kunstuniversität Linz
Dr. phil. Dipl. Psychologe Wolfgang Schmidbauer, Psychoanalytiker, Supervisor, Autor, München
Richard Thiess, Kriminalhauptkommissar i. R. , eh. stellv. Leiter des Mordkommissariats, Leiter der Mordkommission, München
Andrea Titz, Direktorin des Amtsgerichts Wolfratshausen, Vorsitzende des Bayerischen Richtervereins
Heinz Zak, Extrembergsteiger, Fotograf, Autor, Scharnitz/Austria


Literaturtipp:
Martin Hartmann, Die Praxis des Vertrauens, Berlin 2011
Niklas Luhmann, Kontingenz und Recht, Berlin 201

Preise & Informationen

Tagungsleitung
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Evangelische Akademie Tutzing

Tagungsorganisation
Maria Wolff, Telefon: 08158 251-123, Telefax: 08158 99 64 23 E-Mail: wolff@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir schriftlich, mit anhängender Karte, per E-Mail (an die Tagungsorganisation) oder direkt online. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich.  Anmeldeschluss ist der 2. März 2018.

Abmeldung
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens zum 2. März 2018 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 % des vollen Preises, mit Tagungsbeginn 100 % der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch auf Ermäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.

Preise
für die gesamte Tagungsdauer:
  
Teilnahmebeitrag                                               75.– € 
                                                     
Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)  49.– €
Vollpension
 – im Einzelzimmer                                         166.– €
– im Zweibettzimmer                                      122.– €
– im Zweibettzimmer als Einzelzimmer         182.– €
Kurzzeitzuschlag für eine Übernachtung         10.–  €

Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Cash. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.

Preisnachlass
Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitslose erhalten eine Ermäßigung von 50 %. JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation vorliegt. Bei Inanspruchnahme des Preisnachlasses schicken Sie uns bitte eine Kopie Ihres Ausweises zu. Diese Tagung ist nach dem BzGBW als Bildungszeit geeignet.

Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.

Stiftung Schloss Tutzing
Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing“ Sorge zu tragen. Möchten Sie darüber hinaus der Stiftung einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen eine Spendenbescheinigung aus.

Verkehrsverbindungen
Für die Planung Ihrer Anreise nutzen Sie bitte das Portal  Greenmobility auf unserer Homepage. Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Park- plätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ab München Hbf: S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: 10 Minuten. Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis Starnberg, von Starnberg auf der B2 bis Traubing, dort links nach Tutzing. Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €)  an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.

Bildnachweis: © fotolia.com Tagungsnummer: 0732018

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.