Moral Agency in der Beziehung von Mensch, Tier und Maschine

12. - 13. Oktober 2016

Inhalt

TRÄUMEN ANDROIDEN VON ELEKTRISCHEN SCHAFEN?

In Philip K. Dicks Roman aus dem Jahre 1968, der später unter dem Titel Blade Runner verfilmt wurde, verschwimmen die Grenzen zwischen Menschen, Androiden und Tieren. Die Frage, was den Menschen zum Menschen macht, entscheidet sich im Buch an der Fähigkeit zur Empathie. Doch die Fähigkeit, sich in andere Lebewesen einzufühlen, teilen die Menschen mit den Tieren. Und auch die Entwicklung emotionaler Intelligenz bei Computersystemen schreitet voran. Mit Hilfe von Sensoren können Maschinen erkennen, was Nutzer fühlen und inzwischen können sie auch Emotionen ausdrücken, um uns den Umgang mit ihnen angenehmer zu machen.

Einzig die Fähigkeit zur Moral blieb bisher dem Menschen vorbehalten. Weil wir den Personenstatus nur solchen Individuen vorbehalten, die durch Selbstbewusstsein bzw. Vernunftfähigkeit ausgezeichnet sind, schreiben wir nur menschlichen Subjekten die Kompetenz zu, moralische Verpflichtungen eingehen zu können. Doch dieser gängige „moralische Individualismus“ stößt in unserer Lebenswelt immer mehr an seine Grenzen. Wenn wir mit Tieren und Maschinen gemeinsam handeln, ist nicht immer klar zu bestimmen, wem Agency im Sinne von Handlungsmacht letztendlich zugeschrieben werden kann. Wer ist verantwortlich, wenn Tiere oder Maschinen agieren? Sollen wir sie als Rechtssubjekte anerkennen? Oder müssen wir dabei auf eine Freiheit rekurrieren, die wir bisher dem Menschen vorbehalten haben?

Die Fachtagung diskutiert aktuelle Fragen der Verantwortung in der Maschine-Mensch-Tier-Beziehung, zu der alle Interessierten herzlich ins Schloss Tutzing eingeladen sind.

Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Prof. Dr. Herwig Grimm, Abteilung Ethik der Mensch-Tier-Beziehung, Messerli Forschungsinstitut, Wien
Prof. Dr. Jens Kersten, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der LMU München
Dr. Stephan Schleissing, Leiter des Programmbereichs „Ethik in Technik und Naturwissenschaften“, Institut TTN an der LMU München

Tagungs-Programm

Mittwoch, 12. Oktober 2016
Anreise ab 12.30 Uhr
13.00 UhrImbiss
14.00 UhrBegrüßung
Dr. Stephan Schleissing
Tierliche und maschinelle Personen? Kein Problem für die Rechtsordnung - Einführende ThesenProf. Dr. Jens Kersten
15.00 UhrHandlungsräume. Zur Topographie von Moral AgencyProf. Dr. Stefan Rieger
16.00 UhrKaffeepause
16.30 UhrSind Tiere moralische Subjekte? Empirische Befunde und ihre ethischen KonsequenzenDr. Judith Benz-Schwarzburg
17.30 UhrDie Konstitution von Agency. Zur Anerkennung als Voraussetzung von Agency bei nichtmenschlichen IndividuenDr. Martin Huth
18.30 UhrAbendessen
19.30 UhrFunktionale Emotionen. Zur Mensch-Technik-InteraktionDr. Galia Assadi und Dr. Willy Viehöver
20.30 UhrGeselliger Ausklang in den Salons des Schlosses
Donnerstag, 13. Oktober 2016
07.45 UhrAndacht in der Schlosskapelle
09.00 UhrGefährten, Partner, Helfer: Maschine und Tiere in unserer LebensweltProf. Dr. Arne Manzeschke
10.00 UhrAutonome Waffensysteme - Verantwortlichkeit und mögliche RegelungsansätzeTassilo Singer
11.30 UhrBiodigitale Autonomie: Zum "Recht auf Rechte" von Menschen und MaschinenPD Dr. Malte-Christian Gruber
11.00 UhrKaffeepause
12.30 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen

Referierende

Referentinnen und Referenten

Dr. Galia Assadi, Institut TTN an der LMU München Univ. Ass. Dr. Judith Benz-Schwarzburg, Messerli Forschungsinstitut Abteilung Ethik der Mensch-Tier-Beziehung, Veterinärmedizinischen Universität Wien, Medizinische Universität Wien und Universität Wien
PD Dr. Malte-Christian Gruber, Akademischer Rat a. Z. am Fachbereich Rechtswissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Annika Huber, Messerli Forschungsinstitut Abteilung Ethik der Mensch-Tier-Beziehung, Veterinärmedizinische Universität Wien, Medizinische Universität Wien und Universität Wien
Univ. Ass. Dr. Martin Huth, Messerli Forschungsinstitut Abteilung Ethik der Mensch-Tier-Beziehung, Veterinärmedizinische Universität Wien, Medizinische Universität Wien und Universität Wien
Prof. Dr. Jens Kersten, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaften, LMU München
Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke, Institut TTN und Professur für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg
Dr. Susana Monsó, Messerli Forschungsinstitut Abteilung Ethik der Mensch-Tier-Beziehung, Veterinärmedizinische Universität Wien, Medizinische Universität Wien und Universität Wien
Prof. Dr. Stefan Rieger, Professur für Mediengeschichte und Kommunikationstheorie, Ruhr-Universität Bochum
Tassilo Singer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, Völkerrecht, Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht, Universität Passau
Dr. Willy Viehöver, Institut TTN an der LMU München

Ort & Anreise

ANREISEPLANUNG
Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
 
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing. In Tutzing ist der Weg zur
Akademie ausgeschildert.