Krise der Parteiendemokratie?

Krise der Volksparteien?

24. - 26. März 2017

Inhalt

VERTRAUENSKRISE ÜBERWINDEN

Aktuell beobachten wir in Deutschland ein Anschwellen des Rechtspopulismus in einem Ausmaß, wie das in der gut 70-jährigen Geschichte unserer heutigen Parteiendemokratie noch nie der Fall war. Gleichzeitig ringen die gemäßigten Volksparteien um Wählerstimmen und Mitglieder. In ganz Europa haben populistische Protestbewegungen Einzug in die Parlamente gehalten. In den USA zeugt der Wahlsieg von Donald Trump von einer ähnlichen Entwicklung. Die politische Stabilität ist in den westlichen Ländern ins Wanken geraten. Erleben wir eine Krise der Parteiendemokratie, eine Vertrauenskrise der Volksparteien?
 
Der anschwellende Populismus scheint dabei nur eines von vielen Phänomenen einer vielschichtigen Entwicklung zu sein. Unsere Gesellschaft steht heute vor zahlreichen Herausforderungen, die es für die Gemeinschaft als Ganzes, aber auch für jeden Einzelnen zu meistern gilt. Die zahlreichen Krisenherde an den Grenzen Europas und der steigende Migrationsdruck ziehen unweigerlich die Menschen in Europa in ihren Bann und lösen Sorge aus. Gleichzeitig vermögen die Globalisierung und der daraus folgende Verlust an nationalen Handlungsmöglichkeiten ganze Gesellschaften zu spalten –  wie uns das Brexit-Referendum zeigt. Eine Herausforderung stellen aber auch die Digitalisierung und die Veränderung der Medienlandschaft dar. Dabei sind „Postfaktentum“, „Fake News“ und „Social Bots“ mehr als ein paar neue Begriffe; sie drohen massiv die Meinungs- und Pressefreiheit, die wichtigsten Errungenschaften unserer Demokratie, zu untergraben. Ja, die Parteiendemokratie ist in der Krise! Was tun?
 
Es gilt, unsere Parteiendemokratie, die doch insgesamt eine große Erfolgsgeschichte ist, gegen demokratiefeindliche Tendenzen zu verteidigen. Aber wie? Wo kann unsere Demokratie besser werden? Wie kann es Parteien gelingen, Vertrauen zurück zu gewinnen? Wie ist dem breiten Wunsch nach mehr politischer Mitsprache nachzukommen? Wie verändert das Internet die politische Kommunikation? Sind die Medien womöglich selbst ein Teil des Problems? Bei den zahlreichen Fragestellungen wird eines deutlich: Um mit den Herausforderungen unserer Zeit fertig zu werden, bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung. Alle Akteure und Strukturen, sowohl der Politik als auch der Zivilgesellschaft, sind in die Debatte einzubeziehen. Denn natürlich ist unsere Demokratie mehr als eine Parteiendemokratie. Diskutieren auch Sie mit uns dieses Thema von brisanter Aktualität.
 
Wir laden Sie herzlich in die Evangelische Akademie Tutzing ein!

Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Dr. Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., Leiter des Politischen Clubs der Evangelischen Akademie Tutzing
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Tagungs-Programm

Freitag, 24. März 2017
Anreise ab 15.00 Uhr
18.00 UhrAbendessen
19.15 UhrBegrüßung und Einführung
Dr. Wolfgang Thierse
Udo Hahn
19.30 UhrWie ernst sollten die Kirchen die Krise der Parteiendemokratie nehmen? Landesbischof Ralf Meister
anschließend Diskussion
21.15 UhrBegegnung in den Salons
Samstag, 25. März 2017
07.30 UhrFrühstück
08.45 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
Udo Hahn
09.00 UhrKrise der Parteiendemokratie? Ein international vergleichender Blick Prof. Dr. Wolfgang Merkel
anschließend Diskussion
10.30 UhrKaffeepause
11.00 UhrBlick zurück nach vorn: Was war, was bleibt gut an den Volksparteien, was muss sich ändern? Dr. Heiner Geißler
und
Franz Müntefering
anschließend Diskussion
12.30 UhrMittagessen
13.45 Uhr„Etablierte Parteien“ – was heißt das schon? Der grüne Blick auf die Krisenphänomene unserer Demokratie Britta Haßelmann MdB
15.00 UhrInternet: Chance oder Gefahr für die Parteiendemokratie in Zeiten der „postfaktischen" Kommunikation? Katharina Gerl
anschließend Diskussion
16.00 UhrKaffeepause
16.30 UhrDirekte Demokratie: Bereicherung oder Gefährdung der Parteiendemokratie? Claudine Nierth
anschließend Diskussion
17.30 UhrMehr direkte Demokratie als Antwort auf Populismus und als Heilmittel für die Demokratiekrise? Prof. Dr. Frank Decker
anschließend Diskussion
18.30 UhrAbendessen
20.00 UhrParteienkrise – Journalismuskrise – Demokratiekrise: Wie schlimm ist es wirklich und was hilft? Günter Bannas
Christian Bommarius
und
Bernd Ulrich
anschließend Diskussion
21.30 UhrGespräche in den Salons
Sonntag, 26. März 2017
07.30 UhrFrühstück
08.30 UhrGottesdienst in der Schlosskapelle
Udo Hahn
09.15 UhrWie wird man (bayerische) Volkspartei in demokratischen Krisenzeiten? Natascha Kohnen MdL
anschließend Diskussion
10.15 UhrPause
10.45 UhrWie bleibt man (bayerische) Volkspartei in demokratischen Krisenzeiten? Markus Blume MdL
anschließend Diskussion
12.00 UhrSchlusswortDr. Wolfgang Thierse
12.30 UhrMittagessen und Ende der Tagung

Referierende

Günter Bannas, Leiter der Hauptstadtredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Berlin
Christian Bommarius, Chefkommentator der DuMont Redaktionsgemeinschaft, Berlin
Markus Blume MdL, Vorsitzender der Grundsatzkommission der CSU und Mitglied im CSU-Parteivorstand, München
Prof. Dr. Frank Decker, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Dr. Heiner Geißler, Bundesminister a. D., ehem. Generalsekretär der CDU, Rodalben
Katharina Gerl, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Britta Haßelmann MdB, Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Berlin
Natascha Kohnen MdL, Generalsekretärin der Bayern-SPD, Mitglied im Bundesvorstand der SPD, München
Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Prof. Dr. Wolfgang Merkel, Direktor der Abteilung Demokratie und Demokratisierung Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung WZB
Franz Müntefering, Bundesminister a. D., ehem. Vorsitzender der SPD, Herne
Claudine Nierth, Bundesvorstandssprecherin Mehr Demokratie e.V., Berlin
Bernd Ulrich, stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Politik, DIE ZEIT, Hamburg
 

Ort & Anreise

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.