Grenzüberschreitungen – Medienethik im digitalen Zeitalter

Grenzüberschreitungen – Medienethik im digitalen Zeitalter

04. - 05. Dezember 2015

Inhalt

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen im März 2015 berichteten alle Medien über das Ereignis. Im Mittelpunkt des Interesses: der Co-Pilot Andreas L., der das Unglück wohl absichtlich herbeiführte.

In fast allen Beiträgen wurden Ross und Reiter genannt: der volle Name des Co-Piloten, sein Wohnort, seine Schule, seine psychische Erkrankung, der Wohnort seiner Eltern. Dem Deutschen Presserat lagen 430 Beschwerden über die Berichterstattung zu diesem Thema vor – ein Rekordwert. Inzwischen ist entschieden: Der Name durfte genannt werden. Bezüglich der Opfer und ihrer Angehörigen gilt: Über sie darf nicht identifizierend berichtet werden.

Noch delikater wird die Ausbreitung einer ganzen Lebensgeschichte in den Medien, wenn es sich um einen prominenten Spitzenpolitiker wie den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff handelt. Für Personen der Zeitgeschichte gelten allerdings andere Regeln und sie müssen sich von den Medien sehr viel mehr gefallen lassen.

Über zu wenige Beschwerden kann sich auch der Deutsche Werberat nicht beklagen. Anzügliche Bilder, schlüpfrige Sprüche: Immer mehr Menschen wenden sich wegen frauenfeindlicher Anzeigen an den Deutschen Werberat. Im Jahr 2014 kritisierten Verbraucher 198 Annoncen und Werbespots als sexistisch oder diskriminierend, im Vorjahr waren es noch 154.

Nicht nur die Presse, sondern auch das Fernsehen gerät in die Kritik. Immer wieder werden Verstöße gegen die Jugendschutzbestimmungen insbesondere bei den privaten Sendern festgestellt. Zu der RTL-Serie „Deutschland sucht den Superstar“ stellte der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring fest: „Beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten werden genau wie in der letzten  Staffel als Normalität dargestellt. So werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die den Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegenwirken und eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausüben“.

Und das Internet? Ist es ein rechtsfreier Raum oder gelten hier auch Regeln, die es für Content-Anbieter zu beachten gilt?

Wir wollen beim diesjährigen Tutzinger Medien-Dialog fragen: Was ist bei der Berichterstattung zulässig? Wann müssen ethische Grenzen aufgezeigt werden und wo sollen sie gezogen werden?

Wir laden Sie zur Diskussion über diese Fragen herzlich nach Tutzing in die Akademie für Politische Bildung ein.

 

Dr. Michael Schröder
Akademie für Politische Bildung                                               

 Dr. Axel Schwanebeck
 
Evangelische Akademie Tutzing
 

Tagungs-Programm

Freitag, 04. Dezember 2015
15.00 UhrEröffnung, Begrüßung
Dr. Axel Schwanebeck
15.30 UhrDie Mechanismen der SkandalisierungProf. Dr. Hans-Mathias Kepplinger
16.45 UhrPause
17.15 UhrVon Watergate bis WikiLeaksInvestigativer Journalismus in Wirtschaft und Politik
Frederik Obermaier
18.30 UhrAbendessen
19.30 UhrDie Datafizierung der WeltEine ethische Vermessung des digitalen Wandels
Dr. Alexander Filopovic
15.00 Uhr
Eröffnung, Begrüßung
Dr. Axel Schwanebeck
15.30 Uhr
Die Mechanismen der SkandalisierungProf. Dr. Hans-Mathias Kepplinger
16.45 Uhr
Pause
17.15 Uhr
Von Watergate bis WikiLeaksInvestigativer Journalismus in Wirtschaft und Politik
Frederik Obermaier
18.30 Uhr
Abendessen
19.30 Uhr
Die Datafizierung der WeltEine ethische Vermessung des digitalen Wandels
Dr. Alexander Filopovic
Samstag, 05. Dezember 2015
09.00 UhrUnüberschaubar: der Strom aus Nachrichten, Posts und TweetsSelektion, Interpretation, Verifikation und Distribution von Informationen im Internetzeitalter
Thomas Hinrichs
10.30 UhrKaffee/Kuchen
11.00 UhrAn der Grenze zum guten GeschmackUnterhaltung und die Moral
Carlos Zamorano
12.30 UhrMittagessen
14.00 UhrTäglich die Grenzen überschreiten - das Internet als rechtsfreier Raum?Holger Herzog
15.00 UhrKaffee/Kuchen
15.30 UhrVertrauen ist gut - Kontrolle ist besserWas leisten die medialen Kontrollinstanzen?Eine Podiumsdiskussion mit:
Dr. Erich Jooß
Lutz Tillmanns
Elke Beck-Flachsenberg
Moderation:
Dr. Michael Schröder
Dr. Wolfgang Stöckel
Dr. Axel Schwanebeck
16.30 UhrEnde der Tagung
09.00 Uhr
Unüberschaubar: der Strom aus Nachrichten, Posts und TweetsSelektion, Interpretation, Verifikation und Distribution von Informationen im Internetzeitalter
Thomas Hinrichs
10.30 Uhr
Kaffee/Kuchen
11.00 Uhr
An der Grenze zum guten GeschmackUnterhaltung und die Moral
Carlos Zamorano
12.30 Uhr
Mittagessen
14.00 Uhr
Täglich die Grenzen überschreiten - das Internet als rechtsfreier Raum?Holger Herzog
15.00 Uhr
Kaffee/Kuchen
15.30 Uhr
Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besserWas leisten die medialen Kontrollinstanzen?Eine Podiumsdiskussion mit:
Dr. Erich Jooß
Lutz Tillmanns
Elke Beck-Flachsenberg
Moderation:
Dr. Michael Schröder
Dr. Wolfgang Stöckel
Dr. Axel Schwanebeck
16.30 Uhr
Ende der Tagung

Referierende

Elke Beck-Flachsenberg, Stv. Vorsitzende des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks, Erlangen

Prof. Dr. Alexander Filipovic, Hochschule für Philosophie, München

Holger Herzog, Leiter der Stabsstelle Recht und Internationales, jugendschutz.net, Mainz

Thomas Hinrichs, Informationsdirektor, Bayerischer Rundfunk, München

Dr. Erich Jooß, Vorsitzender des Medienrats der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, München

Prof. em. Dr. Hans-Mathias Kepplinger, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz

Frederik Obermaier, Investigativressort, Süddeutsche Zeitung, München

Dr. Wolfgang Stöckel, ehem. Vors. des Bayerischen Journalistenverbands, Vertreter des Rundfunkrats im Programmbeirat ARTE, Nürnberg

Lutz Tillmanns, Geschäftsführer des Deutschen Presserats, Berlin

Carlos Zamorano, Direktor Marketing & Kommunikation, RTL 2, Grünwald

 

Preise & Informationen

Tagungsleitung:

Dr. Michael Schröder, Akademie für Politische Bildung Tutzing
Dr. Axel Schwanebeck, Evangelische Akademie Tutzing

Tagungssekretariat:
Heike Schenck
Telefon:           08158/256-46
Telefax:           08158/256-51
E-Mail:            h.schenck@apb-tutzing.de 

Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung über das Online-Formular auf der Website der Akade­mie für politische Bildung oder mit vollständig ausge­füllter Anmelde-karte bis spätestens 29. November 2015

Ihre Anmeldung gilt als angenommen, wenn Sie von uns keine Absage wegen Überbelegung erhalten.

Sollten Sie nach Ihrer Anmeldung an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätes­tens 1. Dezember 2015 um Nachricht, andern­falls müssen wir Ihnen leider 50 Prozent der Tagungsgebühr in Rechnung stellen. 

Tagungsgebühr:
Mit Übernachtung 95,00 € (ermäßigt: 50,00 €).
Ohne Übernachtung 59,00 € (ermäßigt: 35,00 €).

Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte inländischer Banken.
Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.


Ermäßigungsberechtigt sind Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, Studienrefe­rendare, Freiwillige Wehrdienst- und Bun­desfreiwilligendienstleistende, Auszubildende und Arbeitslose gegen Vorlage ihres aktuellen Ausweises sowie Besitzer einer Jugendleiter-Card. Bitte weisen Sie bei der Anmel­dung bereits darauf hin. 

Verpflegung: Vegetarische Kost ist bei rechtzeitiger Anmeldung möglich.

Das Gästehaus der Akademie für politische Bildung  ist auf die Bedürfnisse einer Tagungsstätte ausgerichtet. Die Angaben bei der Anmeldung sind verbindlich; spätere Änderungswünsche müssen von der Akademie für politische Bildung bestätigt werden.

Tagungsort: Akademie für Politische Bildung Tutzing
Buchensee 1, 82327 Tutzing
Telefon: 08158/256-0
Telefax:  08158/256-14 + 51
Internet: www.apb-tutzing.de

 

Ort & Anreise

Akademie für politische Bildung
Buchensee 1
82327 Tutzing
Tel. 08158 256-0
www.apb-tutzing.de
inf@apb-tutzing.de

ANREISE MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hauptbahnhof mit der S-Bahn (S6) bis Tutzing (Fahrtdauer 46 Minuten) oder mit der Regionalbahn (Fahrtdauer 28 Minuten) in Richtung Garmisch (Züge Richtung Kochel und Murnau). Der Fußweg zur Akademie dauert zirka 30 Minuten. Taxen stehen am Bahnhof zur Verfügung.
 
Bus in Tutzing
Die Buslinie 958 verkehrt stündlich vom Bahnhof Tutzing (immer um :07) in Richtung Akademie. Ausstieg nach vier Minuten an der Haltestelle Mühlfeldstraße, von dort aus noch ein paar Minuten an der Hauptstraße weiter bis zur Akademie. Der Bus von der Haltestelle Mühlfeldstraße zum Bahnhof fährt um :47 ab. An den Wochenenden ist der Bus alle zwei Stunden unterwegs.
 
ANREISE MIT DEM AUTO
Von München auf die Autobahn A 95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg, von dort auf der B 2 bis Traubing und dann die Abzweigung links nach Tutzing. Sie finden die Akademie für Politische Bildung kurz nach dem Ortseingang auf der linken Seite.
 
Von Süden kommend: Autobahn A 95 Garmisch-München, Abzweigung Seeshaupt, von dort über Seeshaupt, Bernried, Unterzeismering nach Tutzing. Sie finden die Akademie für Politische Bildung vor dem nördlichen Ortsausgang auf der rechten Seite.
 
Von Westen kommend: Autobahn Lindau-München, Abfahrt Inning am Ammersee, über Herrsching, Andechs nach Traubing und dann die Abzweigung links nach Tutzing. Sie finden die Akademie für Politische Bildung kurz nach dem Ortseingang auf der linken Seite.
 
Für Navigationsgeräte: Die Akademie ist das deutlich sichtbare Nachbarhaus von Hauptstraße 106, die Adresse Buchensee 1 wird über Navigationsgeräte in der Regel nicht gefunden.