Fortschritt durch Technik?

05. - 06. Oktober 2017

Inhalt

VORSPRUNG DURCH TECHNIK ?

AUDI-Werbeslogan – mit einem Fragezeichen versehen

Für viele Menschen mit Hilfebedarf ist der technische Fortschritt ein Segen! Einschränkungen in Kommunikation und Mobilität sind heute technisch wiederherstellbar oder teilweise kompensierbar, wenn Fähigkeiten aufgrund von Unfall, Krankheit oder Alter verloren gegangen sind. Diese Entwicklung dient Menschen, die in früheren Zeiten entweder auf
permanente personale Zuwendung und Hilfestellung angewiesen oder von der Teilhabe am normalen Alltagsleben ausgeschlossen waren.
 
Bei aller Euphorie müssen technische Entwicklungen, die im Zuge der Digitalisierung mit großen – oft personenbezogenen – Datenmengen einhergehen, auch ethisch befragt werden. Wie bei allen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und ihren technischen Anwendungen steht auch hier die Frage im Raum: Soll und darf alles gemacht werden, was gemacht werden kann? Trägt jede Entwicklung zur Verbesserung des Lebens bei?

Im Dialog zwischen technischen Wissenschaften und Humanwissenschaften, also aus dem Blickwinkel von Biologie, Pflege, Geriatrie, Informatik, Mechatronik, Medizin, Anthropologie, Psychologie, Kommunikationswissenschaften, Ethik und Theologie, sollen bei dieser Tagung speziell die Belange von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen diskutiert werden. Gerade die rasante Entwicklung im Bereich der technisch unterstützten Umgebungsgestaltung ermöglicht ein gehöriges Maß an Teilhabe für diese Zielgruppe und macht ihre Lebensräume wieder lebenswert. Menschen mit demenziellen Erkrankungen, Parkinson-Patienten, Menschen mit Hirnschäden und auch Menschen mit psychischen Erkrankungen profitieren auf unterschiedliche Art und Weise von neuesten Entwicklungen im Bereich von Mobilität und Kommunikation und einem engen medizinischen Monitoring. Beispiele neuerer Entwicklungen werden wir vorstellen und dabei Vorteile, Nachteile und Risiken diskutieren.

Wir laden Interessierte, Betroffene, Forschende, Zweifelnde, Fragende und Fortschrittsenthusiasten ein, solche Fragen miteinander am energieCampus Nürnberg (ecn) zu diskutieren, einem Ort, der eng mit diesen Wissenschaften verbunden und gleichzeitig für die ethische Begleitdebatte offen ist.

Pfr. Frank Kittelberger
Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care in der Evangelische Akademie Tutzing

Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke
Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen am Institut TTN an der LMU München; Professur für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg; Forschungsdirektor des Zentrums für Wirtschaftsethik (ZfW), Berlin

Tagungs-Programm

Donnerstag, 05. Oktober 2017
TAG 1. AM ENERGIE CAMPUS NÜRNBERG
08.30 UhrAnreise & Kaffee
09.15 UhrBegrüßung und Einführung
Pfr. Frank Kittelberger & Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke
09.30 UhrDas Demenz-HausDipl.-Ing. Sebastian Reitelshöfer
10.45 UhrKaffeepause
11.15 UhrTechnik und Pflege - ein ethische VerhältnisbestimmungDr. phil. Galia Assadi
12.30 UhrMittagsimbiss
13.30 UhrWorkshopsPlenum: Einführung und Kurzimpulse
2 Workshop-Durchgänge á 40 Minuten
1. Wir planen eine neue Psychiatrie / DenkwerkstattAndré Meyer B.Sc.
2. Was wir in der Praxis einsetzenGerhard Pfünder
3. Die Nahaufnahme: Details aus dem DemenzhausDipl.-Ing. Sebastian Reitelshöfer oder Team
4. Step by step: Ergebnisse und nächste Schritte im motionlab@home-ProjektJulia Geier B.Sc.
5. Und das Ganze jetzt auf Ethisch!?!
Ethik bei Technik-EntwicklungenDominik Kemmer M.A.
15.30 UhrKaffeepause
16.00 UhrImmer besser! Vom technischen Fortschritt zum human enhancement?PD Dr. phil. Fiorella Battaglia
17.30 UhrTagesbilanz
18.00 UhrProgrammende für diesen Tag / Abend frei
Freitag, 06. Oktober 2017
09.00 UhrEinstimmung in den Tag Pfr. Frank Kittelberger
09.15 UhrDemenzCare im AAL-Netzwerk Saar: Eine Region rüstet aufProf. Dr. rer. nat. Wolfgang Langguth
10.15 UhrKaffeepause
10.45 UhrElektronische Akten im Gesundheitswesen: Welche Software passt zur Hardware, damit die Ethik stimmt?Porf. Dr. rer. medic. Daniel Flemming
11.45 UhrEinsichten - Reflexionen - PerspektivenPlenardiskussion
Moderation Pfr. Frank Kittelberger
12.15 UhrMittagsimbiss
13.15 UhrDie Zukunft mit Fragen ausrüsten - ein Planspiel im Plenum(An)Leitung: Tagungsteam
14.30 UhrSchlussplenum & VerabschiedungProf. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke & Pfr. Frank Kittelberger
14.45 UhrEnde der Tagung

Referierende

PD Dr. phil. Fiorella Battaglia, Philosophin, Lehrstuhl für Philosophie (I) an der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft der LMU München
Dr. phil. Galia Assadi, Philosophin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin; Evangelische Hochschule Nürnberg
Prof. Dr. rer. medic. Daniel Flemming, Studiengangsleitung des Bachelor-Studiengangs Pflegemanagement, Katholische Stiftungsfachhochschule München
Julia Geier B.Sc., Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Evangelische Hochschule Nürnberg
Dominik Kemmer M.A., Philosoph, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Evangelische Hochschule Nürnberg
Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Langguth M.Sc.,  Diplom-Physiker; Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Vorsitzender AAL-Netzwerk Saar e.V. i. G., Saarbrücken
André Meyer B.Sc., Angewandte Pflegewissenschaften, kommissarische Pflegedienstleitung Psychiatrie, Psychosomatik und KJP; Klinikum Nord, Nürnberg
Gerhard Pfünder, Vertrieb minos Sicherheitstechnik, Polling
Dipl.-Ing. Sebastian Reitelshöfer, FAPS – Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik, Erlangen