Das Denkmal: Wem gehört es, wer bewahrt es?

03. - 05. März 2017

Inhalt

BÜRGER SIND OFT DIE BESTEN EXPERTEN FÜR ORTSGESCHICHTE
 
In Zeiten rasanten Wandels steigt das Bedürfnis nach Selbstvergewisserung und Identitätsbildung. Einen Beitrag dazu leisten Denkmäler, die vielfach von bürgerschaftlichen Initiativen erhalten, gepflegt und geschützt werden. Auch viel öffentliches Geld fließt in den Denkmalschutz. Vor diesem Hintergrund rief das Europäische Parlament ein „Europäisches Jahr des Kulturerbes“ aus, das im Jahr 2018 stattfinden soll. In Deutschland koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz jährlich den Tag des offenen Denkmals – 2016 mit dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“.
 
Im Rahmen solcher Initiativen sollen die künftigen Generationen für das europäische Kulturerbe sensibilisiert werden. Denkmalpflege und Kulturerbe geraten dabei nicht nur als Identitätsreservoir moderner Gesellschaften in den Blick, sondern auch als Motor für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, beispielsweise durch den Tourismus. Das kulturelle Erbe, so die Idee, soll unter den Gesichtspunkten  der kulturellen Vielfalt, Toleranz, der Gemeinschaftlichkeit und Nachhaltigkeit interpretiert und gefördert werden.
 
Wir erleben allerdings auch immer wieder, dass für die  Ortsidentität und –geschichte wichtige Denkmale abgerissen werden oder einfach dem Verfall entgegen treiben. Oftmals kommt das Engagement aus der Bürgerschaft dann zu spät oder entfaltet nicht genügend Wirkung. Grund genug, die Gespräche in der Evangelischen Akademie Tutzing zum Thema Denkmalpflege und Denkmalschutz fortzusetzen und die Impulse, die die Tutzinger Erklärung zur bürgerschaftlichen Denkmalpflege von 2012 setzte, weiterzudenken. Wir möchten Sie einladen, gemeinsam den Denkmalschutz in Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern und den europäischen Nachbarländern zu diskutieren.
 
Wir wollen uns, ausgehend von der Tutzinger Erklärung, in Vorträgen und Arbeitsgruppen mit der Weiterentwicklung des Denkmalrechts, Fragen der praktischen Denkmalpflege und der Denkmalvermittlung in Schule und Erwachsenenbildung befassen und Vorschläge zur Gestaltung und Weiterentwicklung des Denkmalschutzes formulieren.
 
Herzliche Einladung an alle Engagierten und Interessierten, das gemeinsame Anliegen Denkmalschutz in der Evangelischen Akademie Tutzing weiter zu bewegen!
 
Brigitte Grande M.A., Vorsitzende, Freundeskreis Evangelische Akademie Tutzing e.V.
Dr. Ulrike Haerendel, Stellv. Direktorin, Evangelische Akademie Tutzing
Wolfgang Weise, Denkmalnetz Bayern

Tagungs-Programm

Freitag, 03. März 2017
Anreise ab 15.00 Uhr
17.00 UhrBegrüßungDr. Ulrike Haerendel
&
Brigitte Grande
EinführungStand der Tutzinger Erklärung von 2012 und der 15 Punkte von 2015 für eine bessere Denkmalpflege
Achim Schröer
&
Wolfgang Weise
18.00 UhrAbendessen
19.00 UhrDie Rolle der Zivilgesellschaft im DenkmalschutzProf. Dr. Edgar Grande
20.00 UhrWorld Café (mehr siehe unter "Mehr zum Thema")1. Weiterentwicklung des Denkmalrechts
Moderation: Andreas Kleine-Tebbe
2. Fachliche Fragen des Denkmalschutzes
Moderation: Harald Brode, Peter Haimerl, Hermann Schiefer, Dr. Bernd Vollmar
3. Vermittlung von Denkmalbewusstsein in Schule und Erwachsenenbildung
Moderation: Ferdinand Neuhofer, Dr. Reinhard Pausch, Wolfgang Weise
4. Offenes Forum: Themenvorschläge der Teilnehmenden
Moderation: Helga Baritsch-Schmitt, Dr. Ulrike Haerendel
21.30 UhrGespräche in den Salons
Samstag, 04. März 2017
07.45 UhrMorgengruß
08.00 UhrFrühstück
09.00 UhrWeiterentwicklung des DenkmalrechtsAndreas Kleine-Tebbe
09.45 UhrFachliche Fragen des DenkmalschutzesHarald Brode, Peter Haimerl, Hermann Schiefer, Dr. Bernd Vollmar
10.30 UhrKaffeepause
11.00 UhrVermittlung von Denkmalbewusstsein in Schule und ErwachsenenbildungFerdinand Neuhofer, Dr. Reinhard Pausch, Wolfgang Weise
11.45 UhrThemen aus der Mitte der TeilnehmendenHelga Baritsch-Schmitt
12.30 UhrMittagessen
14.30 UhrArbeitsgruppen 1. bis 4. (s. World Café)
15.30 UhrKaffeepause
16.00 UhrFortsetzung der Arbeitsgruppen
18.00 UhrAbendessen
19.30 UhrDenkmalpflege: Nachhaltigkeit, Bescheidenheit, GenügsamkeitProf. Dr. Sigrid Brandt
21.00 UhrGespräche in den Salons
Sonntag, 05. März 2017
08.00 UhrFrühstück
09.00 UhrMorgenandacht in der Schlosskapelle
09.15 UhrVorstellung und Diskussion der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen
10.30 UhrPause
11.00 UhrWas kann die Zivilgesellschaft politisch im Denkmalschutz bewegen?Podiumsdiskussion mit
Christine Degenhart, Achim Schröer, Dr. Bernd Vollmar, Dipl.-Ing. Arch. Franz-Leopold Graf v. Stillfried, Wolfgang Weise
Moderation: Ulrike Haerendel
12.30 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen

Mehr zum Thema

Tagungsreader:

Das Denkmal – wem gehört es, wer bewahrt es?

Tagung in Tutzing vom 3. bis 5. März 2017

 

In der Tagung werden vier Arbeitsgruppen gebildet, die am Freitagabend zunächst in einem World Café vorgestellt werden. Am Samstagvormittag werden die Referentinnen und Referenten der Arbeitsgruppen wichtige Fragen und Beispiele aus den jeweiligen Themenbereichen im Plenum vorstellen. Am Samstagnachmittag tagen die Arbeitsgruppen getrennt und erarbeiten Thesen und weiterführende Fragen zu ihren Themenbereichen, die am Sonntagmorgen im Plenum präsentiert werden.

Zu den Inhalten des Programms:

Einführung durch Achim Schröer und Wolfgang Weise:

Bayern ist ein Kulturstaat, dessen starke Identität nach innen und außen vor allem auch auf seinem baukulturellen Erbe in Stadt und Land und seinen traditionellen Kulturlandschaften fußt. Mit seinem Denkmalschutzgesetz hat Bayern 1973 eine bundesweite Vorreiterrolle eingenommen. Nach über 40 Jahren Erfahrung und durch veränderte Rahmenbedingungen sind jedoch Anpassungen und Ergänzungen im System der Denkmalpflege notwendig geworden. Denn Denkmalpflege ist nicht nur eine öffentliche Aufgabe, sondern kann nur im Zusammenwirken von Staat und Kommunen, von Eigentümern sowie von Bürgern und Öffentlichkeit gelingen.

Das 2012 gegründete Denkmalnetz Bayern ist ein Netzwerk von bürgerschaftlichen Initiativen und Einzelpersonen für Denkmalpflege und Baukultur in Bayern. Es verbindet die Engagierten untereinander, vermittelt und informiert, und setzt sich als gemeinsame Stimme der bürgerschaftlichen Denkmalpflege für bessere politische Rahmenbedingungen ein. Zentrale Vorschläge hierzu wurden im Gründungsdokument der "Tutzinger Erklärung" formuliert und 2016 durch die "15 Punkte für eine bessere Denkmalpflege in Bayern" konkretisiert und ergänzt, mit denen das Denkmalnetz in einen Diskussionsprozess mit Öffentlichkeit und entscheidenden Institutionen getreten ist. Die „15 Punkte…..“ haben sich in der Auseinandersetzung mit dem Konzept „Denkmalschutz und Denkmalpflege in Bayern 2020“ des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege entwickelt. (Auf der Seite www.denkmalnetzbayern.de kann man sich die „Tutzinger Erklärung“ und die „15 Punkte für eine bessere Denkmalpflege“ herunterladen.)

Die "15 Punkte" zielen auf ein breites Spektrum von Ansätzen rund um Denkmalpflege und Baukultur: Von Bildung und Ausbildung über verbesserte Informationsangebote rund ums Denkmal bis zu detaillierten Vorschlägen zu denkmalrechtlichen Verfahren. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die verstärkte Einbindung und Nutzung der Kompetenz von engagierten Bürgern.

 

 

 

Arbeitsgruppen:

1.       Weiterentwicklung des Denkmalrechts

 

Andreas Kleine-Tebbe:
Verschiedene Faktoren beeinflussen derzeit das Denkmalrecht: die handelnden Personen, neuer Regelungsbedarf und der Einfluss des Unionsrechts.
1) Denkmalpfleger und Juristen trennen Rolle und Sozialisation. Beide müssen eine gemeinsame Sprache finden.
2) Das Denkmalrecht ist landesrechtlich geprägt, wenn die Gesetzgeber auch in einem föderalen Wettbewerb stehen.

a) Die Länder greifen mit neuen Gesetzen vermehrt zu die Ressourcen der Verwaltung schonenden Instrumentarien:
- Schleswig-Holstein und Hamburg streben einheitliche Begrifflichkeiten für einen bundesweit einheitlichen Vollzug der Denkmalschutzgesetze an.
- Zuletzt führten Hamburg und Schleswig-Holstein das „moderne ipsa-lege-System“ ein, das Baudenkmale kraft Gesetzes schützt.
- Zunehmend regeln Gesetze das Verursacherprinzip.
- Gesetze versuchen sich eine Definition der Zumutbarkeit von Erhaltungsmaßnahmen.
- Abgesehen von Bayern regeln jetzt alle Gesetze das Schatzregal beim Schatzfund.
- Schleswig-Holstein fasst Denkmalbereiche, Grabungsschutzgebiete und Welterbezonen zu einer Schutzzone zusammen.

b) Neu vom Gesetzgeber zu bewältigende Probleme und Fragen entstehen:
- die Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Behinderung, der „Energiewende“, des demographischen Wandels, des Substanzschutzes nationalen Kulturguts,
- die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements für den Denkmalschutz,
- der Schutz der Welterbestätten.

3) Private und zivilgesellschaftliche Durchsetzung des Denkmalschutzes
Bislang konnten kaum Entscheidungen zu Lasten des Denkmalschutzes gerichtlich kontrolliert werden. Seit 2009 sieht das Bundesverwaltungsgericht denjenigen, der  „erhebliche Beeinträchtigungen“ seines Denkmals zu gewärtigen hat, als klagebefugt an.

Ein landesgesetzliches Klagerecht für Verbände des Denkmalschutzes brächte eine breitere gesellschaftliche Verankerung. Die Länder haben sich nicht zur Einführung entschließen können. Nicht ausgelotet sind die Möglichkeiten, die die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs aufzeigt. Sie könnte gebieten, dass nach § 4 Abs. 3 UmwRG Einzelne und juristische Personen, auch Gemeinden, die Aufhebung einer Entscheidung verlangen können, wenn Vorschriften über die Umweltverträglichkeitsprüfung missachtet wurden. Dieselben Rechte haben nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 UmwRG anerkannte Umweltverbände hinsichtlich der Verletzung von Vorschriften, „die dem Umweltschutz dienen“ (§ 2 Abs. 5 Satz 2 UmwRG). Nach Europarecht dürfte auch der Denkmalschutz dem Umweltschutz bei der Umweltverträglichkeitsprüfung dienen.

 

2.       Fachliche Fragen des Denkmalschutzes

Harald Brode: (siehe auch Downloads: Kennwort 0382017)
Bis in die achtziger und neunziger Jahre hatte die staatliche Denkmalpflege einen Etat, der es erlaubte, einigermaßen Projekte in privater Hand zu unterstützen. Seit Anfang des neuen Jahrhunderts wurden diese Etats stark reduziert mit der Begründung, dass private Stiftungen und andere private Gelder dieses Loch stopfen würden. Dies ist zwar teilweise gelungen, doch dies nur entsprechend den Vorstellungen dieser ‚neuen‘ Geldgeber. Das akademisch geprägte Erhaltungs- und Geschichtskonzept weicht mehr und mehr einer nach ästhetischen Gesichtspunkten geprägten Modeerscheinung nach dem Prinzip der Konsumgesellschaft. Die Ämter stehen, wenn überhaupt, nur noch beratend zur Seite- dies auch vor dem Hintergrund, dass diese Denkmalinstitutionen keinen guten Ruf in der Gesellschaft haben. Supervision und Mediation wären hier sinnvoll. Diesem Dilemma kann zum jetzigen Zeitpunkt nur durch eine ‚aufgeklärte‘, motivierte, private Denkmalerhaltungskultur entgegnet werden, mit dem Ziel, so viele Denkmale wie möglich ‚über die Zeit zu retten‘. Der ökologisch sinnvolle Aspekt in diesen Zusammenhang steht außer Frage.
Themen für die AG:
- Altes Gelump, unbequeme Denkmale, allg. Kulturgut- wie können gewöhnliche, historische Gebäude gerettet und genutzt werden?
- Wie können Kosten für eine sog. nutzungsfreie Instandsetzung eingedämmt werden?
- Vorgehensweise einer Sanierung unter der Prämisse der Substanzerhaltung / Nachhaltigkeit
- Überlegungen bezüglich einer Anschubinstandsetzung heruntergekommener Gebäude, initiiert durch die jeweiligen Gemeinden
- Darstellung der abgeschlossenen Instandsetzungsmaßnahmen unserer Gruppe


 

Peter Haimerl: „Erinnere Dich in die Zukunft!“ (siehe auch Downloads: Kennwort 0382017)
Denkmalschutz kann nur gelingen, wenn der Blick auf das Denkmal von der Jetzt-Zeit aus erfolgt. Daraus resultiert, dass 1. soviel als möglich von der Geschichte des Denkmals spürbar bzw. nachvollziehbar bleibt, 2. dass, diese Geschichte möglichst nahtlos, aber auf jeden Fall mit der gleichen architektonischen Qualität weitergeführt werden muss. Diese Haltung kann, je nach Zustand des Denkmals, eine 100% Restaurierung im historischen Sinne bedeuten, sie kann aber auch eine Neuinterpretation und Weiterführung bedeuten.


 

Hermann Schiefer: Monumentendienst - Kompetenter Partner für den Erhalt historischer Baukultur
Die Experten des Monumentendienstes unterstützen mit regelmäßigen Pflege- und Wartungsangeboten die Eigentümer historischer Gebäude fachkundig, unabhängig und objektiv. Nur eine aktive Baupflege kann die historischen Gebäude langfristig schützen und damit eine vielfältig gewachsene Kultur- und Denkmallandschaft erhalten.
Vorstellung des Projektes Monumentendienst nach dem Vorbild der niederländischen Monumentenwacht:

a. Vorbeugende Inspektionen an den Baudenkmalen und historischen Gebäuden
b. Beratung und Schulung der Eigentümer (Vorträge, Workshops, Ausstellungen)
c. Vernetzung der an dem Erhalt der historischen Bausubstanz beteiligten Behörden und Institutionen (denkmal-alarm.de)

 

3.       Vermittlung von Denkmalbewusstsein in Schule und Erwachsenenbildung

Ferdinand Neuhofer: Jurahausverein e.V.
- Kurze Skizzierung des Konzepts für das Museum „Das Jurahaus“ in Eichstätt
- Museumspädagogische Angebote für Schulklassen und Maßnahmen zur Erwachsenenbildung 
  

 

Dr. Reinhard Pausch: Bildung Erwachsener und Denkmalbewusstsein
An ihren Früchten werdet Ihr sie erkennen. Die enorme Bautätigkeit der letzten Jahrzehnte setzt sich heute in einer neuen Bau- und Abrisswelle fort. All dies wird von erwachsenen Menschen mit höchster Motivation unter großen Anstrengungen entschieden und umgesetzt. Zugleich schuf gerade bürgerschaftliches Engagement die Voraussetzungen, dass sehr prominente historische Bausubstanz gerettet werden konnte. Andererseits gefährden Menschen mit ihrem Handeln die verblieben Reste kulturell bedeutsamer Bausubstanz bewusst und massiv. Warum klafft nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten das Gefühl eigener kultureller Bedeutung und der tatsächliche Umgang mit deren baulichem Fundament so oft auseinander? Hieraus ergibt sich die Frage, worauf Bildung für Denkmalbewusstsein achten sollte und was es heißt, erwachsene Menschen für Schutz und Pflege historischer Bauten zu überzeugen und zu gewinnen.

 

Wolfgang Weise:   Denkmal und Schule
Denkmalvermittlung in der Schule ist die exemplarische Möglichkeit Lebenssachverhalte (die gebaute Umwelt) im Sinne der Nachhaltigkeit zu betrachten.  Meiner Meinung nach ist die nachhaltige Betrachtung aller Lebensbereiche die entscheidende Fähigkeit, die wir Menschen in der Zukunft benötigen um die aktuellen Herausforderungen bewältigen zu können.

In diesem Sinne ist für mich für den Teilaspekt Denkmalvermittlung in der Schule die entscheidende Frage, wie schnell es gelingt, in jedem Landkreis / Stadtkreis eine Schule / Lehrkraft / Denkmalfachkraft zu finden, die eine nachhaltige Herangehensweise an die Wirklichkeit am Beispiel Denkmalpflege praktizieren möchte und im jeweiligen Landkreis /  Stadtkreis dafür werben möchte.

Im folgenden ist eine Möglichkeit dazu beschrieben  siehe  www.denkmalschulen.de
Andere Möglichkeiten dazu siehe  www.denkmal-aktiv.de 
Und auch   (UNESCO Schulen)  
www.ups-schulen.de   

Das Projekt  „Denkmal und Schule“

Kultusministerium und Architektenkammer unterstützen und finanzieren das Projekt „Denkmal und Schule“, das von dem Augsburger Architekten Wolfgang Weise organisiert wird, (www.denkmalschulen.de) – 2007 begonnen – und bisher hauptsächlich an Grundschulen praktiziert wird. Seit dem Schuljahr 2014 / 2015 sind auch einige Mittel-, Real- und gymnasiale Schulen beteiligt.

Eine Fachkraft der praktischen Denkmalpflege bestreitet mindestens 3 Doppelstunden gemeinsam mit einer Lehrkraft und lässt die SchülerInnen ein Denkmal, das gerade saniert wird, entdecken und erforschen und spricht über Denkmalpflege an sich und die Denkmale im Nahbereich der Schule. Den SchülerInnen wird die Bedeutung der Denkmalpflege nahegebracht.

Den SchülerInnen wird deutlich: komplizierte und komplexe Lebenssachverhalte erfordern gut ausgebildete Fachkräfte, sind nur im Team zu lösen und Meisterschaft zeigt sich erst darin, dass man trotz mancherlei  Beschränkungen kreative, passgenaue Lösungen entwickeln kann.  Bei Interesse wenden sich interessierte Lehrkräfte an Frau Dr. Wittmann: barbara.wittmann@gmail.com oder den Architekten Wolfgang Weise: info@denkmalschulen.de oder Frau Katharina Matzig von der Architektenkammer: matzig@byak.de, die dann Lehrkräfte und Denkmalfachleute zusammen bringen. Projektbeginn und Projektverlauf werden danach in gegenseitiger Abstimmung zwischen Lehrkraft und Denkmalfachkraft festgelegt.

 

4.       Offenes Forum: Themenvorschläge der Teilnehmenden

Johannes Haslauer:
Die Zeiten ändern sich, doch eines scheint gleich zu bleiben: das gesellschaftliche Ringen um das richtige Verhältnis zwischen dem Erhalt des Überlieferten und dem Neuen. Es ist eine dauerhafte Herausforderung, im steten Wandel das als wertvoll erkannte und geschätzte Kulturgut gemeinsam lebendig zu halten und für eine menschenwürdige Zukunft fruchtbar zu machen. In jeder Zeit gilt es erneut, den Nerv der Menschen zu treffen. Wenn das gelingt, wird kulturelles Erbe zum Bindeglied. Wir sollten nie aufhören, nach dieser beglückenden Erfahrung zu suchen.

Das offene Forum bietet Raum, um darüber ins Gespräch zu kommen.

 

VORTRÄGE:

Denkmalpflege: Nachhaltigkeit, Bescheidenheit, Genügsamkeit
Vortrag von Prof. Dr. Sigrid Brandt
 

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der in der Denkmalpflege vergleichsweise neu ist und gleichgewichtig neben traditionelle Begriffe wie den historischen und künstlerischen Wert gestellt werden kann. So wie um 1900 der 'Alterswert' eine jedem zugängliche Kategorie wurde, ist Nachhaltigkeit heute ein Wert, der interdisziplinär, fächer- und interessenübergreifend wirkt und verständlich ist. Das rasche Anwachsen der in der Liste des Welterbes der UNESCO verzeichneten, erhaltenswerten Stätten in den letzten Jahren zeigt eindrücklich, wie groß der Bedarf und der Wunsch nach dauerhafter Bewahrung des Erbes der Menschheit - sei es natürlicher oder kultureller Herkunft - ist. Greifbar wird dies vor allem, wenn historische Kulturlandschaften Eingang in die Welterbe-Liste finden, aber auch in allen punktuellen Elementen derselben: Jeder noch so kleine Brunnen oder jedes Wegkreuz, das diese prägt, ist Ausdruck einer Historizität, die Dauerhaftigkeit bereits im Anspruch einschloss. Nachhaltigkeit ist auch dann ein wichtiger Begriff, wenn es um 'unbequeme' Denkmale geht: Zeugnisse und Hinterlassenschaften von Kriegen etwa, an die zu erinnern Aufgabe jeder aufgeklärten Gesellschaft sein sollte.

Referierende

Helga Baritsch-Schmitt, Juristin, Kreisheimatpflegerin Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Virnsberg
Prof. Dr. Sigrid Brandt, Generalsekretärin von ICOMOS Deutschland, Professorin für Architektur- und Städtebaugeschichte und Denkmalpflege an der Universität Salzburg
Harald Brode, Soziologe und Pädagoge, Wertheim
Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, München
Prof. Dr. Edgar Grande, Lehrstuhl für vergleichende Politikwissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München
Peter Haimerl, Architekt und Stadtplaner, BDA, München
Andreas Kleine-Tebbe, Kommentator des niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Hannover
Ferdinand Neuhofer, Jurahausverein e.V., Eichstätt
Dr. Reinhard Pausch, Dozent in der Erwachsenenbildung, Philosoph, Forstwissenschaft ler, Verein für Nachhaltigkeit e.V., Floss
Hermann Schiefer, Konservator, Monumentendienst, c/o Museumsdorf Cloppenburg
Achim Schröer, Stadtplaner, Doktorand der Bauhaus-Universität Weimar, Sprecher für das Denkmalnetz Bayern, Berlin und Weilheim in Obb.
Franz-Leopold Graf v. Stillfried, Dipl.-Ing. Arch., Ltd. Baudirektor a.D. bei der Landeshauptstadt München
Dr. Bernd Vollmar, Landeskonservator, Abteilungsleiter, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München
Wolfgang Weise, bis 2016 Vertreter der Architekten- und Ingenieurvereine im Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK), Projektleiter „Denkmal und Schule“ (in Bayern), Augsburg

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.
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