Bundeswehr – auf dem rechten Weg? Aus aktuellem Anlass

03. Juli 2017

Inhalt

BUNDESWEHR, QUO VADIS?
 
Der fast schon absurde Fall eines Bundeswehrsoldaten, der sich als syrischer Flüchtling getarnt hat und eventuell einen rechtsterroristischen Anschlag vorbereiten wollte, hat die Debatte um Rechtsextremismus in der Bundeswehr wieder aufleben lassen. Weitere Verdächtige geraten ins Blickfeld, in Kasernen bringen Inspektionen Wehrmachtsdevotionalien ans Licht, schon ist von braunem Sumpf die Rede, und dies zu einem Zeitpunkt, in dem bereits Mobbing- und Missbrauchsvorfälle das Ansehen der Truppe beschädigt haben.

All das erzeugt ein gewisses Déja-vu, man denke zum Beispiel an die neunziger Jahre: Soldaten, die mit Reichskriegsflagge und anderen Nazi-Symbolen posieren, ein Vortrag des Rechtsextremisten Manfred Roeder bei der Führungsakademie, Hasstiraden gegen die Wehrmachtsausstellung usw.

Und doch ist die Bundeswehr seither eine ganz andere geworden. 1999 beteiligte sich die Bundesrepublik erstmals direkt an einem Krieg, dem Kosovo-Krieg, und seither muss sich jeder dienende Soldat mit der nicht mehr nur theoretischen Möglichkeit von Auslands- und Kriegseinsätzen beschäftigen. Frauen haben in der Bundeswehr Einzug gehalten, aber die wohl gravierendste Änderung ist die Aussetzung der Wehrpflicht seit 2011.

Haben die jetzt nicht zuletzt von der zuständigen Ministerin konstatierten Schwächen in „Haltung“ und „Führung“ der Bundeswehr etwas mit diesen Entwicklungen zu tun? Wird in der Truppe neben dem Dienst an der Waffe ausreichend Werteerziehung und Bildungsarbeit geleistet? Ist der Staatsbürger in Uniform ein praktisch gepflegtes Ideal?

Die rechtsextremistischen Vorfälle legen nahe, dass es einiges nachzuholen und zu verbessern gilt. Darüber wollen wir mit Verantwortlichen und Experten reden, die die akute Situation analysieren, aber auch Perspektiven und Reformansätze aufzeigen können.  Herzliche Einladung in die Evangelische Akademie Tutzing „aus aktuellem Anlass“!

Dr. Ulrike Haerendel, stellv. Direktorin, Evangelische Akademie Tutzing
Udo Hahn, Direktor, Evangelische Akademie Tutzing
 

Tagungs-Programm

Montag, 03. Juli 2017
19.30 UhrBegrüßungDr. Ulrike Haerendel
Bundeswehr - auf dem rechten Weg?
Podiumsdiskussion mit Es diskutieren:
20.00 UhrProf. Dr. Merith Niehuss
Richard Drexl
Oberstleutnant Jürgen Rose
Moderation:
Dr. Ulrike Haerendel

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Den Ablauf der Veranstaltung entnehmen Sie bitte der PDF.
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Referierende

Richard Drexl
Oberst a.D.  Nach Berufsausbildung und zweitem Bildungsweg 1972 Eintritt in die Bundeswehr. Offizierausbildung und Studium der Luft- und Raumfahrttechnik. Insgesamt 15 Jahre im Bundesministerium der Verteidigung in verschiedenen Verwendungen. 2013 nach fünf Jahren als Kommandeur der Technischen Schule der Luftwaffe in Kaufbeuren Versetzung in den Ruhestand. 2014 Wahl in den Kaufbeurer Stadtrat. Ebenfalls seit 2014 Präsident des Bayerischen Soldatenbundes (ca. 65.000 Angehörige).
 
Prof. Dr. Merith Niehuss
Studium der Geschichte, Anglistik und Soziologie; 1982 Promotion in Neuerer Geschichte, wiss. Mitarbeiterin am Institut für Neuere Geschichte der Universität München; 1993 Habilitation; Vertretung der Professur für deutsche und europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität der Bundeswehr München; 1996 Berufung auf diese Professur; 1999 Vizepräsidentin, seit 2005 Präsidentin der Universität der Bundeswehr München (Wiederwahl 2011); Mitglied u.a. im Kuratorium des Deutschen Museums und im Kuratorium der Akademie für Politische Bildung Tutzing, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des NS-Dokumentationszentrums München.
 
Jürgen Rose
Diplom-Pädagoge, Oberstleutnant a.D. und Publizist 1977 zunächst als  Wehrpflichtiger in die Bundeswehr eingetreten, dann Wechsel zum Offizieranwärter bei der Luftwaffe. Pädagogikstudium an der Universität der Bundeswehr München. Militärische Ausbildung zum Feuerleitoffizier der Flugabwehrraketentruppe;  1988-91 Mitarbeiter an der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation, Waldbröl; 1991-95 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationale Politik und Völkerrecht an der Universität der Bundeswehr München; 1995-98 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am George C. Marshall European Center for Security Studies, Garmisch-Partenkirchen; External  Fellow am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität  Hamburg; zuletzt beim Wehrbereichskommando IV, München. Jahrzehntelanges Engagement als Seminarleiter und Dozent bei unterschiedlichen Bildungseinrichtungen; zahlreiche Publikationen zu Themen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, des Völkerrechts sowie der Inneren Führung.

Preise & Informationen

Veranstaltungsleitung
Dr. Ulrike Haerendel, stellv. Akademiedirektorin, Evangelische Akademie Tutzing
 
Anmeldung/Organisation
Rita Niedermaier, Telefon: 08158 251-128, Telefax: 08158 99 64 28. E-Mail: niedermaier@ev-akademie-tutzing.de, beantwortet Ihre Anfragen zu der Veranstaltung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

Anmeldung
Wir bitten um schriftliche Anmeldung. Dafür nutzen Sie bitte die E-Mail der Tagungsorganisation.

Eintritt
Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Die Veranstaltung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen!
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.