Apple/Apfel

10. - 12. November 2017

Inhalt

AM ANFANG WAR DER APFEL UND DER BISS KOSTETE DAS PARADIES …

… seither geht von Äpfeln in Nachbars Garten, Streuobstwiesen, Stadt- märkten eine magische Lust aus, heimlich, verstohlen, gleichwohl herz- haft hineinzubeißen – ein schier paradiesisches Gefühl. Damit wachsen wir auf, fangen beim Apfelreibekuchen und Pausenbrotapfel an, und hören bei Apfelkuchen, Apfelstrudel, Bratapfel, schon gar nicht auf bei Äppelwoi und Calvados.

Äpfel und Birnen kann man nicht verwechseln? Der Bedeutungsreichtum des Apfels durch die Kulturgeschichte macht schwindelig. Uralt aus Fern- ost stammend, ist der Apfel ein Welteroberer. Mehr noch: Der Apfel als Logo schließt Gottes paradiesische Schöpfung und unsere Hightech-Kreativität kurz. Garten Eden meets Silicon Valley: Mythos wie Computer konkurrieren um die Erkenntnis von Gut und Böse. Denn arg dünn sei das „Apfelhäutchen“ des Humanen über unserer barbarischen Natur (Friedrich Nietzsche). So pflücken alle ihre Äpfel, Märchen wie Politik, Kunst, Literatur, Musik, Medizin, Architektur, Technik und Landwirtschaft, und treiben das Rätselraten weiter.

Apple, Spiegel unserer selbst? Dass grad hinterm trügerischen Glanz roter Apfelbäckchen der Wurm drin ist? „Beiß nicht gleich in jeden Apfel, denn er könnte sauer sein!“ Zugleich: „An apple a day keeps the doctor away.“ Ambivalent wie unser Leben, wird der Apfel zum Sinnbild des Globus: reich, farbenprächtig, saftig, rund, vollkommen, nachhaltig – auch unreif, angefressen, runzelig, faulig, weggeschmissen, ausgebeutet, ramponiert.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Was also lehrt uns der Apfel, Aug- apfel wie Zankapfel, zwischen paradiesischer Frucht und Fallobst auf dem Müll, „damit wir auch morgen noch kraftvoll zubeißen können“?

Wir laden alle Interessierten sehr herzlich ein, mit „Äpfeln“ Versuchung und Erkenntnis zu kosten: Was ist des Apfels Kern?

Josef Schmaus Unternehmer, Augsburg
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing

Tagungs-Programm

Freitag, 10. November 2017
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 UhrAbendessen
19.00 UhrApple / ApfelVom verlorenen Paradies bis zur neuen Welt Begrüßung
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
„Ein Apfel ist ein Apfel ist ein Apfel“ Vom Apfelgarten der Kindheit zu den Geschichten einer Frucht von Welt
Josef Schmaus
19.30 UhrKaum bekannt und schon bedroht: Heimat des Urapfels. Dagmar Schreiber
20.30 Uhr„Die Freiheit der Äpfel“ Antje Majewski, 2017 Filmangebot in der Rotunde
21.00 UhrGeselligkeit in den Salons
Samstag, 11. November 2017
07.45 UhrAdam und Eva: Versuchung und Erkenntnis Morgenandacht in der Schlosskapelle
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
09.00 UhrAm Anfang war der Paradies-Apfel? Zum Symbolgehalt des Apfels in der KunstgeschichteDr. Ilonka Czerny
10.00 UhrSpurensuche, Selbsterkenntnis und Erlösung – der Apfel in der GegenwartskunstAnnika Greuter M.A.
11.00 UhrKaffeepause
11.30 Uhr Von Newtons Apfel zur Antimaterie: Fällt wirklich alles nach unten?PD Prof. Dr. Christoph Hugenschmidt
12.30 UhrMittagessen
14.30 UhrFriedrich Schillers „Wilhelm Tell“ und Gioachino Rossinis Oper „Guillaume Tell“Benedikt Stampfli
15.30 UhrKaffeepause
16.00 Uhr„Über Rosen läßt sich dichten, in die Äpfel muß man beißen.“ Schneewitchen, und der vergiftete ApfelBarbara Englert
17.00 UhrVom Garten Eden zur Gartenstadt mit dem Apfelbaum Christian Böhm
18.00 UhrAbendessen
20.00 Uhr100 Äpfel und 100 Geschichten Eine Kunstaktion
Mizuho Matsunaga
21.00 Uhr„Scrapple from the Apple“ Swing, Bepop, Cool …
Thomas Bouterwek
Jazz live in der Schlossdiele
Antje Uhle
Geselligkeit in den Salons
Jörg Hess
Sonntag, 12. November 2017
07.45 Uhr Morgenandacht in der Schlosskapelle
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
09.00 Uhr„Der Apfel vom Baum der Erkenntnis war unreif!“ Philosophie versus Theologie
Pfr. Dr. Klaus Wagner-Labitzke
10.00 UhrVom Apple der Beatles (1968) zum Apple der Computer (1977) Wolf Reiser
11.00 UhrSpaziergang
11.30 Uhr„… und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen"Pfr. Dr. Rainer Oechslen
12.30 UhrEnde der Tagung mit dem Mittagessen

Referierende

Christian Böhm, Stadtplaner, Architekt, 1. Vors. Deutscher Werkbund, München
Dr. phil. Ilonka Czerny M.A., Fachbereichsleiterin, Fachbereich Kunst, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Barbara Englert, Regisseurin, Schauspielerin, Autorin, Frankfurt am Main
Annika Greuter M.A., Sammlungskuratorin, Stiftung für Fruchtmalerei und Skulptur, Heidelberg
Prof. Dr. Christoph Hugenschmidt, Technische Universität München, Physik, München
Mizuho Matsunaga, Künstlerin, München
Pfr. Dr. Rainer Oechslen, Systematische Theologie, Theologie des Neuen Testamentes, Islambeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern, Bichl
Wulf Reiser, Schriftsteller, München
Josef Schmaus, Autor, Konzepter, Unternehmer, Augsburg
Dagmar Schreiber, Diplomphilosophin, Autorin, freie Journalistin, Zentral-Asien-Reisende, Edersleben & Kasachstan
Benedikt Stampfli, Dramaturg, Bayerische Staatsoper, München
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing
Pfr. Dr. Klaus Wagner, Systematische Theologie und Philosophie, Klinikseelsorger, Bad Aibling

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing / Schlossstraße 2+4 / 82327 Tutzing

Planen Sie Ihre Anreise schnell und einfach bei unserem Partner Green Mobility:
Dort finden Sie alle Anreisemöglichkeiten (mit dem PKW, Nah-/Fernverkehr, …) zu uns im direkten Vergleich
mit Hilfe von Echtzeitdaten und sparen sich so die zeitaufwendige Suche bei unterschiedlichen Anbietern.
 
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Deutsche Bahn bietet auch die Möglichkeit, für Fahrten zu Seminaren und Tagungen das Veranstaltungsticket (VaT) im Geschäftskundenportal "CLASSIC" bzw. in der Großkundenlösung zu buchen.
 
MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch
bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee,
Hauptstraße, Schlossstraße.
 
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.
 
MIT  DEM PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg,
von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.