Religion – Kultur – Gesellschaft:
Wie viel prägende Kraft steckt (noch) in der Reformation?

Die Kraft und die Ideen des Reformators Martin Luther haben die Kirche und ihr Verhältnis zur Welt verändert. Die Verantwortung des Individuums ist in den Fokus gerückt. Aber brauchen Menschen heute noch Religion, um ihre Welt zu gestalten? Und wenn ja: welche Form von Religion?

Die Evangelische Akademie Tutzing geht dem auf den Grund: Bei einer Tagung vom 15. bis 17. September erklären der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx die Strahlkraft eines modernen Glaubens. Der Islamwissenschaftler Mouhanad Korchide definiert, welche Reformen der Islam braucht und der Soziologe Armin Nassehi, warum die Gesellschaft nicht auf Religion verzichten kann.

Spannung verspricht die Diskussion zwischen dem EKD-Kulturbeauftragten Johann Hinrich Claussen und dem Regisseur Christian Stückl, dem unkonventionellen Leiter der Passionsspiele von Oberammergau.

Wir stellen Ihnen die Sprecherinnen und Sprecher sowie das Tagungsprogramm vor. Melden Sie sich jetzt zur Tagung an bei Isabelle Holzmann, Telefon: 08158 251-121, holzmann@ev.akademie-tutzing.de.

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Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Heinrich Bedford-Strohm

Landesbischof Bedford-Strohm spricht in Tutzing über die Bedeutung der Kirche und des Glaubens für die moderne Gesellschaft. Der Titel seines Vortrages lautet „Politik möglich machen – Was öffentliche Theologie leisten kann.“

Ich wünsche mir eine öffentliche Kirche, die für eine neue politische Kultur eintritt – eine politische Kultur, die jenseits der politischen Lager um Lösungen für die großen Zukunftsfragen der Menschheit ringt. Heinrich Bedford-Strohm

Der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende  Heinrich Bedford-Strohm wurde 1960 in Memmingen geboren. Er hat Theologie, Rechtswissenschaften, Geschichte und Politikwissenschaften in Deutschland und den USA studiert. 1992 wurde er mit einer theologischen Arbeit über Gerechtigkeit promoviert. 1998 folgte die Habilitation. Von 2004 bis 2011 hatte er den Lehrstuhl für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen an der Universität Bamberg inne. Heinrich Bedford-Strohm war Pfarrer an der Moritzkirche in Coburg. Seit 1985 ist er mit der Psychotherapeutin Deborah Bedford-Strohm aus Boston/USA verheiratet. Gemeinsam haben sie drei Kinder.

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Reinhard Marx

Sozial und solidarisch“ lautet das Motto des Vortrags von Kardinal Reinhard Marx. Der Experte in katholischer Soziallehre beleuchtet, wie die Wirtschaft für den Menschen arbeiten muss und nicht der Mensch für die Wirtschaft.

Kardinal Reinhard Marx stammt aus Nordrhein-Westfalen. Er studierte in Paderborn, Paris, Münster sowie Bochum Theologie und Philosophie. Das Sakrament der Priesterweihe erhielt er 1979 durch Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt in Paderborn. 1989 promovierte er zum Doktor der Theologie mit dem Titel: „Ist Kirche anders? − Möglichkeiten und Grenzen einer soziologischen Betrachtungsweise“. Danach begannen seine Lehrtätigkeiten an der Theologischen Fakultät in Paderborn am Lehrstuhl Christliche Gesellschaftslehre, welchen er selbst von 1996 bis 2002 innehatte.

1996 war auch das Jahr, in dem er von Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Pedena sowie zum Weihbischof in Paderborn ernannt wurde und Erzbischof Degenhardt ihn zum Bischof weihte. Am 30. November 2007 wurde Kardinal Reinhard Marx durch Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von München und Freising ernannt. Der Erzbischof ist seit 2014 Vorsitzender der Bischofskonferenz, wo er die Kommission für Gesellschaftliche und Soziale Fragen leitet.

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Mouhanad Khorchide hält in Tutzing einen Vortrag zum Thema „Was hat das Christentum gebracht? Eine muslimische Perspektive“.

Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide wurde 1971 in Beirut geboren. Er studierte an der Universität Wien Soziologie und Islamische Theologie an der Al-Ozaii-Imam-Fakultät für Islamische Studien im Libanon. Khorchide wurde 2008 mit der Arbeit „Der islamische Religionsunterricht zwischen Integration und Parallelgesellschaft: Einstellungen der islamischen ReligionslehrerInnen an öffentlichen Schulen“ promoviert. Seit 2010 ist er Professor der Islamischen Religionspädagogik an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster und Leiter des Zentrums für Islamische Theologie.

„Verwendet man Begriffe aus dem europäischen Kontext heraus, wird man verdächtigt, man wolle dem Islam etwas Fremdes überstülpen. Die Veränderung kann nur von innen heraus kommen. Wir brauchen keine Aufklärung, wie wir sie aus Europa kennen. Wohl aber eine Reform, die die Mündigkeit und die Vernunft des Menschen in den Mittelpunkt stellt. Der Koran selbst tut das.“ Mouhanad Khorchide

Mouhanad Khorchide arbeitet an einer historisch-kritischen Lesart des Koran. Er zeigt, dass der Islam eine von Gottesbarmherzigkeit, Gottesliebe und Freiheit geprägte Religion ist. Für sein 2012 erschienenes Buch „Islam ist Barmherzigkeit“ wurde von verschiedenen Muslimischen Verbänden scharf kritisiert. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Ausbildung islamischer Religionslehrer. Khorchide ist Herausgeber und Mitherausgeber verschiedener Bücher zu Christentum und Islam. 2014 erschienen ist: „Handbuch Christentum und Islam in Deutschland. Grundlagen, Erfahrungen und Perspektiven des Zusammenlebens.“

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Armin Nassehi

Der Soziologe Armin Nassehi spricht zum Thema: „Reform oder Reformation – Was die Gesellschaft braucht. Theologische und politische Betrachtungen“.

Armin Nassehi wurde 1960 in Tübingen geboren. Er ist in Gelsenkirchen, München und Teheran aufgewachsen. Seine Mutter stammt aus einem streng katholischen Elternhaus. Sein Vater war Iraner und kam 1954 zum Medizinstudium nach Deutschland. Nassehi hat Erziehungswissenschaften, Philosophie und Soziologie in Münster studiert. Seit 1998 ist er Lehrstuhlinhaber für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Wir alle können religiöse Reden von anderen Formen der Rede unterscheiden. Das ist hochgradig interessant. Für den Soziologen ist das deshalb interessant, weil man sagen kann, dass das Religiöse offenbar eine Funktion der Gesellschaft ist, auf die man als Individuum verzichten kann, auf die aber die Gesellschaft nicht verzichten kann. Armin Nassehi

Seine Forschungsgebiete liegen im Bereich Kultursoziologie, Wissenssoziologie und politische Soziologie. Armin Nassehi hat zahlreiche Publikationen innerhalb dieser Forschungsgebiete publiziert. Er veröffentlicht regelmäßig in SZ, FAZ, DIE ZEIT. Seit 2012 ist er Herausgeber der Kulturzeitschrift „Kursbuch“. In seiner Freizeit ist er ein leidenschaftlicher Sänger.

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Christoph Markschies

Der Theologe Christoph Markschies ist ein Kenner der Reformation. Bei der Tagung in Tutzing spricht er zum Thema „Reform oder Reformation – Was die Gesellschaft braucht. Theologische und politische Betrachtungen“.

Markschies wurde 1962 in Berlin geboren. Er studierte evangelische Theologie, klassischen Philologie und Philosophie in Marburg, Jerusalem, München und Tübingen. Von 1994 bis 2000 war er Professor für Kirchen- und Theologiegeschichte des antiken Christentums in Jena und von 2000-2004 in Heidelberg. Seit 2004 hat er einen Lehrstuhl an der Humbold Universität zu Berlin inne. Von 2006 bis 2010 war er Präsident der Humboldt-Universität. Seit 2012 ist Markschies Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Christoph Markschies ist Träger des Leibnizpreises der DFG 2001.

Christoph Markschies forscht insbesondere über das Antike Christentum. Besondere Schwerpunkte sind die Geistes- und Ideengeschichte (Geschichte der Trinitätstheologie), die marginalisierten Bewegungen der Mehrheitskirche (Gnosis und Montanismus), die Transformation der (platonischen) Philosophie in der christlichen Theologie und die Körpergeschichte des antiken Christentums im Kontext anderer Religionen und Bewegungen.


 

Podiumsgespräch Kultur und Religion

„Kultur ist der Spielraum der Freiheit“, sagte einst Dietrich Bonhoeffer. Dieser Gedanke, der Kultur als Spielfeld des Möglichen ansieht, ist Ausgangspunkt der Podiumsdiskussion mit Dr. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter des Rates der EKD, und dem Intendanten Christian Stückl.

Der Hamburger Pastor Johann Hinrich Claussen, geboren 1964 in Hamburg, studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Hamburg und London. Seine Promotion und Habilitation verfasste er im Bereich Systematische Theologie. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten befasst er sich mit Musik, Kirchenarchitektur und dem gesellschaftlichen Wandel. Auch für deutsche Zeitungen und Radiogramme beleuchtet er kulturtheologische Themen. In seinen Buchveröffentlichungen widmete Claussen sich z.B. der Geschichte des Kirchbaus und der Kirchenmusik. Johann Hinrich Claussen war zunächst Pastor, dann Propst und Hauptpastor in Hamburg. Seit dem 01. Februar 2016 ist er Kulturbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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Christian Stückl

Der Oberammergauer Christian Stückl begann seine Karriere 1981, als er in seinem Heimatort eine eigene Theatergruppe gründete. Sechs Jahre später wurde er Spielleiter der Passionsspiele in Oberammergau. Danach führte ihn sein Weg zu den Münchner Kammerspielen, wo er 1991 für seine erste eigene Regiearbeit von der Zeitschrift „Theater heute“ zum Nachwuchsregisseur des Jahres ausgezeichnet wurde.

Nach seiner Zeit bei den Münchner Kammerspielen arbeitete Stückl als freier Regisseur u. a. in Hannover, Frankfurt, Wien und Bonn. Seit 2002 ist er Intendant des Münchner Volkstheaters. 2006 gestaltete er die Eröffnungsfeier der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Bei den Salzburger Festspielen inszenierte er 2012 zum elften und letzten Mal den „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal. Er leitete dreimal in Folge die Oberammergauer Passionsspiele und inszeniert seit 2011 jedes Jahr ein Stück im Passionstheater.

2014 erhielt Christian Stückl den Theaterpreis der Landeshauptstadt München. Zuletzt inszenierte er „Schuld und Sühne“ von Fjodor Dostojewski am Münchner Volkstheater und „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni am Burgtheater Wien.


 

Podiumsgespräch Big Data und Religion

Bei dem Podiumsgespräch „Big Data – Wie sich im digitalen Zeitalter die Kommunikation verändert“ werden die IT-Expertin Hofstetter, die Theologin Haberer und der Netzaktivist Beckedahl ihre Einschätzung geben.

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Die Juristin und Essayistin Yvonne Hofstetter ist Geschäftsführerin der Teramark Technologies GmbH. Das Unternehmen entwickelt künstliche Intelligenz für das algorithmische Management von Wechselkursrisiken, für die Koordination urbaner Lieferlogistik und die militärische Aufklärung. Zu ihren Kunden gehören neben staatlichen Einrichtungen auch Wirtschaft und Industrie.

Yvonne Hofstetter schreibt regelmäßig über die Nutzung intelligenter Algorithmen zur Optimierung des Menschen in Zeitschriften wie F.A.Z. oder die ZEIT. In ihrem Buch „Sie wissen alles. Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen“ hat sie ihre Gedanken zum Thema Big Data zusammengefasst. Hofstetter lebt in München und Wien.

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Johanna Haberer

Die Theologieprofessorin Johanna Haberer studierte Germanistik, Theaterwissenschaften und Theologie. Ihre erste Pfarrstelle bekleidete sie in Schongau/Oberbayern. Ab 1984 war sie kommissarisch als Rundfunk- und Fernsehbeauftrage der Bayerischen Landeskirche beim Bayerischen Rundfunk tätig. Von 1985 bis 1989 arbeitete sie als Referentin für lokalen und regionalen Hörfunk im Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. (EPV). Unter ihrer Leitung entstand die Evangelische Funkagentur (efa). Anschließend arbeitete Haberer als Redakteurin bei der Evangelischen Filmgesellschaft EIKON und von 1994 bis 1997 als Chefredakteurin des „Sonntagblattes – Evangelische Wochenzeitung für Bayern“. Sie war als erste Frau die Rundfunkbeauftragte des Rates der EKD.

Seit 2001 ist Johanna Haberer Professorin für Christliche Publizistik an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die Theologin hält seit 1996 regelmäßig Rundfunkandachten und war von 2002 bis 2006 Sprecherin des „Wortes zum Sonntag“. 2015 veröffentlichte sie das Buch „Digitale Theologie. Gott und die Medienrevolution der Gegenwart“.

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By Agnieszka Krolik (Wikimedia-Salon - Das ABC des Freien Wissens) (CC BY-SA 4.0)

Markus Beckedahl

Der Berliner Markus Beckedahl ist netzpolitischer Aktivist und Journalist. Seit 2002 ist er Chefredakteur des Blogs netzpolitik.org, welcher 2014 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet wurde. Mit Andreas Gebhard gründete er 2003 die Agentur Newsthinking, welche den Blog querfinanziert.

Außerdem beschäftigt sich Markus Beckedahl als Herausgeber und Autor mit den gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Dimensionen der Digitalisierung. Sein letztes Buch aus dem Jahr 2013 trägt den Titel: „Überwachtes Netz: Edward Snowden und der größte Überwachungsskandal der Geschichte“.

Zusammen mit seinen Kollegen von netzpolitik.org hält er Vorträge und berät politische Organisationen und Unternehmen. Gemeinsam mit dem Blogger Johnny Häulser veranstaltet er jährlich die Konferenz re:publica, wo Blogs, Soziale Medien und die digitale Gesellschaft thematisiert werden.


Gesellschaft und Religion in Afrika und Ungarn

Erzbischof Tabo Makgoba aus Afrika und Bischof Tamás Fabiny betrachten in ihren Vorträgen die gesellschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten für Christen. Dabei gehen sie jeweils spezifisch auf die Perspektive ihrer Herkunftsländer ein.

Tabo Makgoba

Erzbischof Tabo Makgoba wurde 1960 in einem Township bei Johannesburg geboren. Als Teenager wurde er mit seiner Familie nach Soweto zwangsumgesiedelt. Dort erlebte er 1976 den Aufstand der sowetischen Jugend und zog daraufhin in Betracht sich als Guerillakämpfer militärisch ausbilden zu lassen. Doch Bischof Desmond Tutu motivierte ihn zu der Arbeit mit Jugendlichen, um sich auf ein freies Südafrika vorzubereiten.

Makgoba studierte Psychologie an der Universität von Witwatersrand, wo er nach seiner Priesterweihe auch als Dozent unterrichtete. 2008 wurde er zum Erzbischof von Cape Town ernannt. Er sprach stets kontroverse Themen an und verstand seine Aufgabe darin, Brücken in der geteilten Gesellschaft von Südafrika zu schlagen. Für diese Arbeit wurde er von Rowan Williams, dem Erzbischof von Canterburry, mit dem Kreuz von St. Augustine ausgezeichnet.

Seine wichtigste Schrift trägt den Titel: „Spirituality in the South African Mining Workplace“. Hierfür erhielt Makgoba akademische Ehrentitel von der Universtiy of the South in Tennesee und vom General Theological Seminary in New York.

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Tamás Fabiny

Nach Theologiestudium und Priesterweihe in Budapest, studierte Tamás Fabiny in Deutschland und den USA. 1998 erreichte er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg seinen Doktortitel. Fünf Jahre später habilitierte er in Debrecen über das Thema: „Judas Iscariot, the Lost Disciple“.

2006 wurde Fabiny zum Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Ungarn ernannt. Seit 2010 ist er Vize-Präsident der Lutheran World Federation für die Region Zentralosteuropa. Er begleitet seine Arbeit medial und erstellt für Radio- und Fernsehanstalten Beiträge mit religiösem Inhalt. Seit 1991 ist Fabiny mit der Lehrerin Katalin Béndek verheiratet. Gemeinsam haben sie drei Kinder.


Daten und Fakten zur Tagung „Religion – Kultur – Gesellschaft“

Wie Kirchen und Religionsgemeinschaften die Gesellschaft gestalten

2017 erinnert die evangelische Kirche an den Auftakt der Reformation Martin Luthers – mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen. War die religiöse Erneuerung das ursprüngliche Ziel Luthers, so kam es am Ende doch zum Auseinanderbrechen der Einheit der westlichen Kirche. An der Schwelle zur Neuzeit war die Reformation zugleich ein wichtiger Impulsgeber beim Übergang in ein neues Zeitalter. Vieles hat sich verändert: Kirche und Theologie, Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur, Bildung und Medien, privates und öffentliches Leben.

Was ist davon geblieben? Mehr noch stellt sich die Frage nach der gesellschaftlichen Aktualität der Reformation für unsere Gegenwart und die absehbare Zukunft. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) haben die Evangelischen Akademien in Deutschland e.V. (EAD) im Rahmen eines Modellprojekts gefördert, um die Bedeutung der Reformation für die Gegenwart einer demokratischen Zivilgesellschaft herauszuarbeiten. Dazu fand zwischen 2014 und 2016 eine Reihe von Veranstaltungen statt, die sich auf ausgewählte Leitthemen – Religion und Politik; Kultur, Sprache und Medien; Wirtschaft und Arbeit – konzentrierten.

Die Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing greift die zentralen Themen in einer Gesamtschau auf. Die genannten Stichworte sollen hier noch einmal gebündelt bearbeitet werden – als Ergebnissicherung sowie mit möglichen neuen Akzentuierungen. Leitend ist Luthers (Wieder) Entdeckung, wonach Welt und Gesellschaft zu gestalten ein Auftrag ist, der im biblischen Sinne jedem Menschen gilt. Die Reformation hat in besonderer Weise die Verantwortung des Einzelnen betont und damit die Geschichte der westlichen Welt seither beeinflusst. Was wirkt weiter? Wie viel prägende Kraft steckt (noch) in ihr? Diese Fragen werden mit ökumenischer, interreligiöser, interdisziplinärer und internationaler Ausrichtung diskutiert.

Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Dr. Rüdiger Sachau, Vorsitzender der Evangelischen Akademien in Deutschland e. V.
Dr. habil. Klaus Holz, Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland e. V.

Hier geht es zur Anmeldung für die Tagung „Religion – Kultur – Gesellschaft“ vom 15. bis 17. September 2016 in Tutzing.
Hier finden Sie das komplette Programm als PDF zum Download.


Tagungsprogramm


Donnerstag, 15. September 2016

20.00 Uhr
Begrüßung und Grußworte
Udo Hahn /  Dr. Rüdiger Sachau /  Thomas Krüger

„Die gesellschaftliche Aktualität der Reformation“ – Das Netzwerkprojekt der Evangelischen Akademien
in Deutschland
Dr. Frank Vogelsang
Freitag, 16. September 2016

09.00 Uhr
Politik möglich machen – Was öffentliche Theologie leisten kann
Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm

11.00 Uhr
Sozial und solidarisch – Wie die Wirtschaft den Menschen dienen muss
Reinhard Kardinal Marx

14.00 Uhr
Was hat das Christentum gebracht?  Eine muslimische Perspektive
Prof. Dr. Mouhanad Khorchide

16.00 Uhr
Christen gestalten Gesellschaft – eine ungarische Perspektive
Bischof Prof. Dr. Tamas Fabiny

Christen gestalten Gesellschaft – eine südafrikanische Perspektive
Erzbischof Dr. Thabo Makgoba

19.30 Uhr
„Kultur ist der Spielraum der Freiheit“
Podiumsgespräch mit Dr. Johann Hinrich Claussen, Tanja Graf, Katrin Stoll, Christian Stückl und Irina Wanka

Samstag, 17. September 2016

09.00 Uhr
Big Data – Wie sich im digitalen Zeitalter die Kommunikation verändert
Podiumsgespräch mit Prof. Johanna Haberer, Markus Beckedahl und Yvonne Hofstetter

11.00 Uhr
Reform oder Reformation – Was die Gesellschaft braucht. Theologische und politische Betrachtungen
Prof. Dr. Christoph Markschies und Prof. Dr. Armin Nassehi


Anmeldung und Informationen:
Evangelische Akademie Tutzing, Isabelle Holzmann, Telefon 08158 251-121, Telefax: 08158 251-110, holzmann@ev-akademie-tutzing.de.

Ihre Anmeldung erbitten wir schriftlich, mit anhängender Karte, per E-mail oder direkt online. Ihre Anmeldung wird von uns bestätigt und ist verbindlich. Anmeldeschluss ist der 5. September 2016. Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wirbis spätestens zum 8. September 2016 um entsprechende schrift licheBenachrichtigung, andernfalls werden Ihnen 50 Prozent des vollen Preises, am Tag des Tagungsbeginns 100 Prozent der von Ihnen bestellten Leistungen in Rechnung gestellt. Nach Abmeldefrist entfällt der Anspruch aufErmäßigung. Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung über den Eingang Ihrer Abmeldung. Zu Ihrer Buchung empfehlen wir den Abschluss einer Seminar-Versicherung.

Preise

für die gesamte Tagungsdauer:
Teilnahmebeitrag 45.– Euro
Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück) 44.50 Euro
Vollpension – im Einzelzimmer – 161.50 Euro
– im Zweibettzimmer – 117.50 Euro
– im Zweibett- als Einzelzimmer – 177.50 Euro
Kurzzeitzuschlag für eine Übernachtung – 10.– Euro
Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden. Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitslose erhalten eine Ermäßigung von 50 Prozent. JournalistInnen wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn der Presseausweis von einer ausstellungsberechtigten Organisation vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu. Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 10.– €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass von 10.– €.


Kooperationspartner:

Die Tagung „Kultur – Religion – Gesellschaft“ wurde in Kooperation mit den Evangelischen Akademien in Deutschland durchgeführt.
Die „Tutzinger Thesen“ sind das multimediale Format der Evangelischen Akademie Tutzing.

Das Programm wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Impressum:

Konzept und Idee für die „Tutzinger Thesen“ / Produktion:
Evangelischer Presseverband für Bayern e.V. (EPV), Rieke C. Harmsen (verantwortlich). www.epv.de

Bildrechte:
Bedford-Strohm – ELKB/Rost.
Marx – Erzbischöfliches Ordinariat München, Pressestelle.
Stückl – Gabriela Neeb.
Markschies – Thomas Meyer, Agentur Ostkreuz.
Beckedahl – Agnieszka Krolik, [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)].
Haberer – epd Bayern.
Nassehi – Hans-Günther Kaufmann.
Hofstetter – Heimo Aga, Wien.
Claussen – Andreas Schoelzel, Kulturbüro EKD.
Khorchide – www.uni-muenster.de.
Fabini – Evangelical-Lutheran Church in Hungary.
Makgoba – Privat.
Illustration Luther – www.creativecloudia.com

Wir freuen uns über Ihr Feedback: rharmsen@epv.de.

Tutzing, im Juli 2016.