Was ist die Evangelische Akademie Tutzing?

Die Evangelische Akademie Tutzing richtet seit ihrer Gründung 1947 regelmäßig Tagungen, Seminare und Kolloquien aus. Sie ist eine Einrichtung der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern.

Ziele der Evangelischen Akademie Tutzing

Die Akademie …

. . . führt Menschen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Medien und Kirche zusammen
. . . versteht sich als ein Ort der Bildung und der Begegnung mit dem christlichen Glauben
. . . will Meinungsbildung möglich machen
. . . fördert durch den Diskurs die Suche nach Lösungen in der Zivilgesellchaft
. . . richtet ihre Arbeit interdisziplinär, interkulturell und international aus
. . . wirkt an der Gestaltung einer verantwortlichen, gerechten und partizipativen Gesellschaft mit


Bedeutung der Evangelischen Akademie Tutzing

Die Evangelische Akademie Tutzing wurde 1947 vom damaligen Landesbischof Hans Meiser gegründet. Sie hat ihren Sitz in dem 500 Jahre alten Schloss in Tutzing am Starnberger See, das nach dem Zweiten Weltkrieg Erholungsstätte für Russlandheimkehrer war.

Programm zur gesellschaftlichen Orientierung und Meinungsbildung

Die Akademie entstandt als Reaktion auf den Nationalsozialismus. Damals hätten die Kirchen beschlossen, Akademien in ganz Deutschland zu gründen, um die Zivilgesellschaft mitzugestalten und zur Meinungsbildung beizutragen.

Den Lehren aus der Geschichte verpflichtet und aus dem historischen Bewusstsein geschaffen, wie wichtig couragiertes Eintreten für Freiheit, Demokratie und universelle Menschenrechte ist, ist die Evangelische Akademie Tutzing zu einem herausragenden Forum der öffentlichen Diskussion in unserem Land geworden. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Bundesweite Bedeutung erlangte die Akademie vor allem durch ihren „Politischen Club“, bei dem prominente Redner zu aktuellen Themen sprechen. Die Akademie verleiht auch regelmäßig Preise, darunter seit 1984 der Marie Luise Kaschnitz-Preis für deutschsprachige Autoren und seit 2000 der Toleranz-Preis, der Personen für ihre Verständigung zwischen Nationen, Religionen, Menschen und Kulturen auszeichnet. Mit dem „Tutzinger Löwen“ werden in unregelmäßigen Abstängen Personen für Weltoffenheit und Toleranz geehrt.

Akademie-Tagungen als Auslöser politischer Entwicklungen

Die Evangelische Akademie Tutzing hat in den sieben Jahrzehnten seit ihrer Gründung das politische und geistige Leben unserer Republik mitgeprägt. Sie ist weit über Deutschland hinaus eine hoch geschätzte Institution. Entscheidende politische Entwicklungen haben nicht selten hier ihren Ausgang genommen [...]. Dieter Reiter, Oberbürgermeister der Stadt München

Entscheidende politische Entwicklungen hätten in den vergangenen 70 Jahren nicht selten ihren Ausgang in Tutzing genommen, sagt Reiter weiter. Dabei spielt er auf eine Rede von Egon Bahr (1922-2015) an, die der SPD-Politiker im Juli 1963 in Tutzing hielt. Darin plädierte er für eine neue Politik und formulierte die Idee des „Wandel durch Annährung“, eine der wichtigsten öffentlichen Ankündigungen eines Strategiewechsels in der westdeutschen Deutschland- und Wiedervereinigungspolitik während des Kalten Krieges.

Auch der Verein PRO ASYL geht auf eine Tagung der Akademie zurück. Er wurde 1986 vom heutigen Ehrenvorsitzenden Jürgen Micksch, der von 1984-1993 stellvertretender Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing war. Ziel des Vereins ist es, in der Asyldebatte eine Stimme für die Rechte von Flüchtlingen in Deutschland zu etablieren.

Direktor Hahn über Geschichte und Zukunft der Evangelischen Akademie Tutzing

Im Video-Interview erläutert Akademiedirektor Udo Hahn warum die Evangelische Akademie so wichtig ist und wie die Tagungsarbeit in Zukunft aussehen wird:


Kanzelrede

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20 Jahre Kanzelreden der Akademie Tutzing

Ein erfolgreiches Format der Evangelischen Akademie Tutzing feiert 2017 das 20-jähriges Bestehen: Die Kanzelrede, bei der zwei Mal im Jahr prominente Laien auf die Kanzel der Münchner Erlöserkirche steigen und über ein selbstgewähltes Thema sprechen. Sie ist eine gemeinsame Veranstaltung der Evangelischen Akademie Tutzing und des Freundeskreises der Akademie. 1997 von dem damaligen Akademiedirektor Friedemann Greiner und dem damaligen Freundeskreisvorsitzenden Jürge Kolbe ins Leben gerufen, findet sie seitdem zwei Mal im Jahr in der Erlöserkirche in München-Schwabing statt.

Zu Gast waren bereits u.a. Joachim Gauck, Heiner Geissler, Gesine Schwan, Horst Seehofer, Johano Strasser, Charlotte Knobloch, Heribert Prantl, Christian Stück und Leslie Mandoki.

Wie ist die Kanzelrede entstanden?

Wie arbeiten Akademie und Freundeskreis zusammen? Und welcher Redner war besonders beeindruckend? Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, im Video-Interview:

Mehr über die bisherigen Redner und Hintergründe zu 20 Jahren Kanzelrede finden Sie auf dieser Website.

Kanzelredner Christian Springer über Freiheit

Die 50. Kanzelrede hielt Kabarettist Christian Springer am 8. Oktober 2017 mit dem Titel „Wir müssen Freiheit aushalten“. Warum das so ist und was das Ganze mit seinem Verein Orienthelfer zu tun hat, den er 2012 in München gegründet hat, erklärt Springer im Video-Interview:


Was ist der Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing?

Der Freundeskreis mit 1.200 Mitgliedern begleitet und unterstützt die Arbeit der Evangelischen Akademie Tutzing seit 1949. Dazu haben sich in 21 bayerischen Städten lokale Freundeskreise gegründet, die als „Multiplikator“ der Akademiearbeit dienen. Die Freundeskreise greifen Themen aus Politik und Gesellschaft, Kultur und Religion auf und gestalten im ehrenamtlichen Einsatz das kulturelle Leben vor Ort mit.

Wie werde ich Mitglied des Freundeskreises?

Brigitte Grande, Vorsitzende des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing, erzählt im Video-Interview, was sich hinter der Bildungsarbeit des Freundeskreises verbirgt und wie man Mitglied werden kann.

Wer genauer wissen möchte, welche Veranstaltungen der Freundeskreis der Akademie organisiert hat oder für die Zukunft plant, kann das Jahresheft 2016/2017 des Freundeskreises hier für eine Spende von 5 Euro bestellen. Mehr Informationen zum Freundeskreis selber finden Sie auch auf der Website des Vereins.


Impressum

Das Multimedia-Format „Tutzinger Thesen“ wird herausgegeben von der Evangelischen Akademie Tutzing.

Produktion & Projektleitung:
Rieke C. Harmsen, Leitung Abteilung Crossmedia im Evangelischen Presseverband für Bayern

Ansprechpartner „Kanzelrede“:
Udo Hahn, Akademiedirektor, Referat Theologie, Politik, Ökumene, Medien
Brigitte Grande, Vorsitzende des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing e. V.

Redaktion:
Katharina Hamel, Rieke C. Harmsen, Frank Heinig (Kamera), Anja Schürenberg (Schnitt)
Schreiben Sie uns Ihr Feedback: rharmsen@epv.de.

Bilder:
Foto-Archiv der Evangelischen Akademie Tutzing

Tutzing, im Oktober 2017.