Tutzinger Forum Bioethik

Genomforschung und Reproduktionsmedizin, Evolutionsbiologie und gentechnische veränderte Nahrungsmittel verändern den Blick auf Mensch und Natur.

Die gesellschaftliche Debatte zum Verhältnis von Lebenswissenschaften, Ethik, Biopolitik und Ökonomie ist eröffnet. Sie ist Spiegelbild der Paradigmenwechsel, die sich im Blick auf die Frage der Würde und Freiheit des Menschen formieren.

Die entsprechenden Diskurse werden national und international geführt. Im Frühjahr dieses Jahres kam es zu einer heftig umstrittenen Entscheidung im englischen Parlament, unter bestimmten Voraussetzungen menschliche Embryonen zu Forschungszwecken freizugeben. Bundeskanzler Gerhard Schröder kündigte in seiner Rede anlässlich des Jahresempfangs der Evangelischen Akademie Tutzing im Januar an, einen nationalen Ethikrat einzuberufen. Die Rede des Bundespräsidenten in Berlin sowie die Initiative des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Clement provozierten die unterschiedlichsten Reaktionen in Politik, Gesellschaft und den beiden großen Kirchen.

Eines ist unstrittig: Um im Horizont der anstehenden grundsätzlichen Fragen und Lösungsvorschläge die Argumente und Einstellungen gewichten zu können, bedarf es einer breit angelegten Diskussion, die öffentlich und mit der gebotenen Sorgfalt zu führen ist.

Die Evangelische Akademie hat das "Tutzinger Forum Bioethik" gegründet, um den notwendigen Gesprächen zwischen den unterschiedlichsten politischen, wissenschaftlichen, weltanschaulichen, religiösen und ethischen Positionierungen eine entsprechende Plattform zu bieten.

Das neue Halbjahresprogramm 2001/2002 bietet Tagungen an, die sich, zusammengefasst im Forum Bioethik, mit den benannten Fragestellungen auseinandersetzen:

Medizin – Technik – Gesundheit 19.-21.10.2001

Selbstbestimmungsrecht der Frau? 26.-28.10.2001

Medizin – wohin? 23.-25.11.2001

Ethik-Kommissionen und ihr Mandat 26.-27.11.2001

Bio-Politik und Rassismus 06.-07.04.2002

disputationes: Ein öffentliches Gespräch zwischen Prof. Dr. Jutta Limbach, Präsidentin Bundesverfassungsgericht, Karlsruhe, und Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, München, zu Fragen der Bioethik, Matthäuskirche, München, 16.12.2002, 11.30 Uhr.

Dr. Friedemann Greiner

Akademiedirektor